Im Decoder-Podcast von The Verge hat Rivians Softwarechef Wassym Bensaid erklärt, warum der Elektroautohersteller weiterhin auf Apple CarPlay verzichtet. Sein Hauptargument betrifft die Art, wie CarPlay und Android Auto funktionieren. Beide spiegeln das Smartphone auf den Fahrzeugbildschirm und beanspruchen dabei die gesamte Anzeige für sich. Dem Autohersteller bleibt kein Spielraum mehr, eine eigene Bedienoberfläche zu gestalten. Genau das will Rivian vermeiden und steuert seine Software lieber selbst, damit Navigation, Fahrzeugfunktionen und Apps aus einer Hand kommen.

Fotocredit: Apple
KI soll CarPlay und Co. überflüssig machen
Den eigentlichen Umbruch sieht Bensaid in künstlicher Intelligenz. Sie soll die ganze CarPlay-Frage mittelfristig überflüssig machen. Statt einzelne Apps über Icons und Buttons anzutippen, sollen Rivian-Fahrer die wichtigsten Funktionen künftig einem KI-Agenten überlassen, der die Aufgaben im Hintergrund erledigt und das Ergebnis direkt liefert. Eine Route planen, eine Nachricht schicken oder Musik starten würde dann nicht mehr über die jeweilige App laufen, sondern über diese zentrale Steuerung. Bensaid räumt aber ein, dass die Entwicklung eines solchen KI-Agenten noch Zeit benötigt.
Beim eigenen Publikum lässt das Interesse an CarPlay ohnehin nach, erklärt Bensaid. Zum Marktstart vor rund fünf Jahren wünschten sich nach Rivians internen Zahlen mehr als 70 Prozent der Käufer die Funktion. Eine aktuelle Umfrage kommt laut Bensaid inzwischen auf unter 25 Prozent. Er führt das auf den gewachsenen Funktionsumfang und die enge Verzahnung der eigenen Software zurück.
Für Bensaid ist die Diskussion damit weitgehend beendet. Mit dem, was Rivian heute ab Werk bietet, seien weder CarPlay noch Android Auto in den Gesprächen mit Kunden ein großes Thema. Ob die Rechnung aufgeht, hängt davon ab, wie schnell der angekündigte KI-Agent tatsächlich einsatzbereit ist. Wer auf CarPlay oder Android Auto nicht verzichten will, greift zu einer anderen Marke.
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