Wie erfolgreich ein Streamingdienst ist, messen Anbieter und Analysten meist an der reinen Verweildauer. Je mehr Zeit die Abonnenten vor dem Bildschirm verbringen, desto besser läuft das Geschäft. Das Analysehaus MoffettNathanson hält diesen Maßstab für zu ungenau, weil nicht jede vor dem Fernseher verbrachte Stunde gleich viel über die Qualität eines Angebots aussagt. Statt nur die Nutzungszeit zu zählen, hat das Unternehmen deshalb einen Index entwickelt, der die Güte der Dienste bewerten soll.

Qualitätsindex für TV-Streaming
Wie Matthew Belloni in seinem Newsletter „Puck“ schildert, stützt sich der Index des Analysten Robert Fishman auf fünf Kriterien. Da hätten wir zunächst die Tageszeit, zu der geschaut wird, weil die Primetime ein verlässlicheres Zeichen für Aufmerksamkeit sei als eine Wiedergabe mitten in der Nacht. Auch die Nachfrage nach einzelnen Inhalten ist wichtig. Dazu kommt, wie viele bekannte Reihen und Marken ein Dienst im Angebot hat. Ebenfalls wichtig sind das Prestige aus Auszeichnungen und Kritikerlob sowie das Angebot an Sport und Live-Events.
Den ersten Platz belegt Disney mit seinem Streamingdienst, der von dem hauseigenen Franchise-Angebot und einem starken Sportportfolio profitiert. Dahinter folgt HBO Max, das Fishman vor allem wegen des Prestiges seiner Serien und Filme würdigt. Apple liegt zwar auf Rang drei, im Balkendiagramm des Index liegt Apple TV allerdings fast gleichauf mit HBO Max. Erst danach kommt Netflix, der Dienst, den die meisten Analysten als unangefochtenen Branchenführer sehen. Bei der reinen Nachfrage führt Netflix zwar das Feld an, doch bei der Qualität reicht der Dienst nicht an die drei Erstplatzierten heran. Mit größerem Abstand folgen Amazon Prime Video, Peacock und Paramount+.
In Vergleichen, die sich an Reichweite und Nutzungszeit orientieren, landet Apple TV wegen seines kleinen Katalogs oft auf den hinteren Rängen. Ein Maßstab, der auf Qualität zielt, spielt dagegen genau die Stärke aus, mit der Apple seit dem Start wirbt. Das Unternehmen setzt erklärtermaßen lieber auf wenige, dafür aber starke Produktionen als auf einen großen Katalog.
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