Apple hatte schon 2024 eine deutlich klügere Siri angekündigt, die ursprünglich mit iOS 18 erscheinen sollte. Weil die zugrunde liegende Technik dafür noch nicht ausgereift war, verschob das Unternehmen den Start. Kommen soll die neue Siri nun mit dem iOS 27 Update, das Apple voraussichtlich auf der WWDC-Keynote am 8. Juni vorstellt. Kurz vor dem neuen Anlauf widmet sich MacRumors den neuen Fähigkeiten von Siri und zeigt uns, in welche Richtung es weitergeht.

Fotocredit: Apple
Persönlicher Kontext und Aktionen in Apps
Siri soll auf E-Mails, Nachrichten, Dateien und Fotos zugreifen, um mit diesen Daten Aufgaben zu erledigen. Apple nannte dazu schon 2024 Beispiele wie „Zeig mir die Dateien, die Eric mir letzte Woche geschickt hat“ oder „Wo ist das Rezept, das mir Eric geschickt hat?“ Eine Bildschirmerkennung soll zusätzlich erfassen, was gerade angezeigt wird. Schickt jemand eine Adresse per Nachricht, kann Siri sie zur Kontaktkarte hinzufügen. Wer möchte, kann auch ein Foto, das man sich gerade ansieht, per Sprachbefehl verschicken.
In und zwischen Apps soll Siri Aktionen ausführen können, die bisher nicht möglich waren. Apple zeigte als Beispiele das Verschieben von Dateien zwischen Apps, das Bearbeiten und anschließende Teilen eines Fotos, das Abrufen der Route nach Hause samt Versand der Ankunftszeit per Nachricht sowie das Verfassen und Verschicken einer E-Mail. Das soll in Zukunft nicht nur in Apple-Apps, sondern auch in Apps von Drittanbietern klappen, sofern Entwickler ihre Funktionen für Siri freigeben.
Siri als vollwertiger Chatbot
Apple macht Siri außerdem zu einem Chatbot, mit dem man sich ähnlich wie mit ChatGPT oder Gemini unterhält. Der Assistent ist auf Systemebene eingebaut, dazu gibt es eine eigene Siri-App für längere Gespräche. Siri kann im Web suchen, hochgeladene Dokumente auswerten und zusammenfassen sowie Bilder und Texte erzeugen, etwa als Hilfe beim Schreiben oder beim Gestalten einer Infografik.
Siri greift unter anderem auf Mails, Notizen, Nachrichten und die Fotomediathek zu. Dieser Zugriff bringt iPhone-Nutzer ein Stück an das heran, was Android-Nutzer durch Geminis Anbindung an die Google-Dienste schon haben. Zudem soll Siri mehrteilige Fragen beantworten können, sich frühere Anfragen merken, den Kontext über mehrere Schritte behalten und sich Details zur Person einprägen.
Bedienung über die Dynamic Island
Mit dem Umbau zum Chatbot ändert sich auch die Bedienung. Siri ist künftig in der Dynamic Island anzutreffen. Eine Wischgeste von der Bildschirmmitte nach unten ruft die neue Funktion „Search or Ask“ auf. Eine leuchtende, pillenförmige Animation zeigt dann, dass eine Anfrage bearbeitet wird. Liegt eine Antwort vor, klappt die Dynamic Island zu einer transparenten Karte auf, die Bilder, Web-Informationen und Notizen zur Anfrage bündelt. Ein Wisch auf dieser Karte öffnet einen Gesprächsmodus im Stil eines iMessage-Chats. Wer möchte, kann von dort aus in die vollständige Siri-App wechseln.
„Search or Ask“ ersetzt die bisherigen Siri-Vorschläge und dient als zentrale Eingabe, um Apps zu starten, Nachrichten zu beginnen, das Wetter abzufragen, Termine einzutragen, Kurzbefehle auszulösen und über Apples neue KI-Websuche im Netz zu suchen. Anfragen lassen sich auch an fremde Chatbots wie ChatGPT weiterreichen statt an Siri. Das Weckwort „Hey Siri“ und der Aufruf über die Seitentaste bleiben erhalten.
Konkurrenz-Chatbots als Alternative
Apple lässt andere Chatbots mit Siri zusammenarbeiten. Neben ChatGPT sollen sich auch Claude und Gemini ansprechen lassen. Über einen Bereich namens „Extensions“ in den Einstellungen wählen Nutzer ihren bevorzugten Dienst. Im App Store gibt es dafür eine eigene Rubrik mit den passenden Apps. Siri ist zwar als Standard-Assistent für „Search or Ask“ zuständig, doch andere Chatbots lassen sich als Antwortgeber festlegen, auch für Funktionen wie die Schreibwerkzeuge und Image Playground. Selbst die Stimme kann getauscht werden, sodass eine Antwort von Siri anders klingt als eine vom gewählten Dienst.
Die Technik kommt von Google
Damit Siri überhaupt funktioniert, hat sich Apple mit Google zusammengetan und setzt auf Gemini-Modelle statt auf eigene. Ein mehrjähriger Vertrag regelt die Nutzung von Googles Gemini-Modellen und der Cloud-Technik für die Apple Foundation Models.
Auch wenn Apple mit Google zusammenarbeitet, möchte das Unternehmen beim Datenschutz nicht von der eigenen Linie abweichen. So viel Verarbeitung wie möglich soll auf dem Gerät bleiben. Deswegen laufen die Apple Intelligence Funktionen auf dem iPhone selbst oder über Private Cloud Compute. Für das digitale Gedächtnis gelten Grenzen, welche Informationen gespeichert werden und wie lange. Nutzer können Chats nach einer festgelegten Frist automatisch löschen lassen, etwa nach 30 Tagen oder einem Jahr, oder sie dauerhaft behalten. Wer die neuen Funktionen nicht will, kann Siri und Apple Intelligence wie bisher abschalten.
Verfügbarkeit
Apple zeigt die neue Siri auf der WWDC-Keynote am 8. Juni. Am selben Tag bekommen Entwickler die ersten Betas von iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27. Öffentliche Betas folgen im Juli, die fertigen Updates im September. Ob alle neuen Funktionen schon in der Beta oder direkt zum Start von iOS 27 dabei sind, ist noch offen. Apple Intelligence setzt mindestens ein iPhone 15 Pro voraus.
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