Siri AI kommt auf dem iPhone und iPad in der EU später

| 20:53 Uhr | 4 Kommentare

Apple hat auf der WWDC26 Siri AI vorgestellt, eine von Grund auf neue Version des Sprachassistenten, der auf Apple Intelligence aufbaut. In der Europäischen Union verzögert sich jedoch der Start auf dem iPhone und iPad. Einen neuen Termin nennt Apple bislang nicht. Als Grund führt der Konzern den Digital Markets Act und dessen Auslegung durch die Regulierungsbehörden an.

Verfügbar auf Mac, Apple Watch und Vision Pro

Auf macOS 27, visionOS 27 und watchOS 27 bekommen auch Nutzer in der EU Siri AI rechtzeitig zum Start. Die Einschränkung betrifft somit allein das iPhone und das iPad.

Auf diesen beiden Geräten fehlen EU-Nutzern damit mehrere Neuerungen, die auf der WWDC26 gezeigt wurden. Dazu gehören eine eigenständige Siri-App, in der sich frühere Unterhaltungen mit Siri nachlesen lassen, eine erweiterte Visual Intelligence, in das System integrierte Schreibwerkzeuge sowie ein Siri-Modus in der Kamera-App.

„Wir sind zutiefst enttäuscht, dass unsere Nutzer in der EU Siri AI nicht auf dem iPhone oder iPad haben werden, wenn wir später in diesem Jahr unsere neuen Software-Versionen veröffentlichen“, sagte Apples Software-Chef Craig Federighi. Laut Federighi will Apple die Funktion langfristig auch in die EU bringen und dazu weiter mit den Regulierungsbehörden sprechen.

Streit um die Auslegung des DMA

Siri AI verarbeitet Daten nach Apples Angaben direkt auf dem Gerät und greift für rechenintensive Aufgaben auf das Private Cloud Compute System zurück, das die Schutzmechanismen des iPhone auch in der Cloud verfügbar machen soll. Diese Architektur bringt den Konzern aus seiner Sicht in Konflikt mit dem DMA. Nach Apples Darstellung verlangen die EU-Regulierer, dass jeder beliebige Sprachassistent denselben direkten Zugriff auf private Nutzerdaten und dieselbe Kontrolle über installierte Apps erhält wie Siri AI. Das würde jedoch gegen Apples Datenschutzversprechen verstoßen.

Apple zufolge würde der DMA in dieser Auslegung jedem KI-System nahezu unbegrenzten Zugriff auf ein Gerät geben, samt der Möglichkeit, eigenständig zu handeln, ohne dass Nutzer dies laufend nachvollziehen oder kontrollieren können. Konkret geht es um das Lesen und Versenden von Nachrichten, das Tätigen von Käufen, den Zugriff auf Dateien und das Ausführen von Aktionen in beliebigen Apps. Sicherheitsforscher haben nach Apples Angaben gezeigt, dass sich solche Systeme kapern lassen, um etwa Passwörter und Fotos zu stehlen oder Dateien und Kontoeinstellungen ohne Zustimmung dauerhaft zu verändern.

Als Lösung hat Apple einen Trusted System Agent entworfen, eine Zwischeninstanz, über die fremde Assistenten auf dieselben Funktionen wie Siri AI zugreifen könnten, ohne den direkten Datenzugriff zu erhalten. Zusätzlich bot Apple an, Siri AI in der EU zu starten und die Lösung über 18 Monate hinweg einzuführen. Die Europäische Kommission lehnte nach Apples Angaben sämtliche Vorschläge ab.

Neu ist der Streit nicht. Schon die ersten Apple Intelligence-Funktionen hielt Apple unter Verweis auf den DMA teilweise aus der EU zurück. Eine Gegendarstellung der EU-Kommission zu Apples Schilderung liegt bislang nicht vor. Einen Zeitpunkt für den Start von Siri AI auf dem iPhone und iPad in der EU nennt Apple nicht.

Kategorie: Apple

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4 Kommentare

  • Chris

    Sorry aber NEIN! Das war der Tropfen der für mich das Glas zum Überlaufen gebracht hat mit der EU. Was geht die das an was ich mit meinem Handy mache oder machen möchte!? Man wenn man das DMA Konform haben will, dann muss ich das bestätigen und auf Siri AI verzichten. Wenn ich aber explizit sage, ich will meine Daten geschützt wissen und will das so wie Apple das vorsieht, dann geht das die EU einfach nichts an. Kein Wunder das wir in der EU immer weiter zurückfallen! Aber wundert mich nicht bei den alten Rentner dort die wohl nicht mal wissen was AI ist… Ich bin enttäuscht und sauer.

    08. Juni 2026 | 21:06 Uhr | Kommentieren
    • Oli

      Da hast du recht, mein lieber👍👍

      08. Juni 2026 | 21:13 Uhr | Kommentieren
    • Eddi

      Die EU verbietet das nicht, wenn Apple Alternativen zulässt. Apple will es nur nicht aus verständlichen Gründen, aber am Ende kommt es dann doch irgendwann. Und lieber USB C als halbprsktische KI oder? Das gleiche gilt für Roaming, die EU macht schon auch viel gutes.

      08. Juni 2026 | 21:40 Uhr | Kommentieren
      • Bananarama

        Wenn du sagen willst, dass du nicht wirklich kapiert hast, worum es geht, ohne zu sagen, dass du nicht wirklich kapiert hast, worum es geht.
        Apple lässt bereits Alternativen zu. Du kannst jede nur möglich „KI“ auf deiner Device installieren. Es geht um Drittanbieter-KI unter Apple Intelligence. Müsste Apple diesen unter DMA-Bedingungen Zugriff gewähren, hätten diese KIs vollen Zugriff auf alle User-Daten, ohne das selbige gefragt würden bzw. etwas davon merken würden. Keine der von Apple integrierten Mechanismen zum Schutz der Privatsphäre würde greifen, weil es schlicht laut DMA verboten wäre (Stichwort: „diskriminierungsfreier Zugang für Mitbewerber“). Deswegen schlug Apple den Trusted System Agent, der den direkten Datenzugriff verhindern würde, ohne Einbuße des Komforts. Die ebenso ahnungslosen wie strohdoofen EU-Apparatschicks lehnten das aber ab.
        Und so kam es, wie es kommen musste.

        09. Juni 2026 | 0:09 Uhr | Kommentieren

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