Matter 1.6 erleichtert Einrichtung und plattformübergreifende Steuerung von Smart-Home-Geräten

| 14:22 Uhr | 0 Kommentare

Die Connectivity Standards Alliance (CSA), zu deren Mitgliedern auch Apple zählt, hat Matter 1.6 freigegeben. Die neue Version bringt keine neuen Gerätekategorien, sondern bessert dort nach, wo der Standard im Alltag bisher umständlich war.

NFC ersetzt Bluetooth bei der Erstkopplung

Bei der Einrichtung über Bluetooth LE musste bisher ein Gerät eingeschaltet und in Reichweite sein. Bei einer Lampe in der Decke oder einem Schalter in der Wand kann das schon mal umständlich werden, da das erst nach der Montage der Fall ist. Die NFC-Kopplung lässt sich dagegen schon abschließen, bevor das Gerät am Strom liegt, weil der NFC-Chip die nötige Energie aus dem Feld des Smartphones zieht. Die Zugangsdaten landen im Speicher des Geräts, das sich beim ersten Einschalten selbst im Netzwerk anmeldet. So koppelt man eine Lampe oder einen Schalter gemütlich auf dem Tisch und baut diese erst danach ein.

Joint Fabric verbindet Geräte über Plattformgrenzen hinweg

Wer im Haushalt mehrere Smart-Home-Plattformen nutzt, musste bisher jedes Gerät einzeln in jedem System einrichten. Joint Fabric erweitert das bestehende Multi-Admin-Konzept und erlaubt es mehreren autorisierten Steuerungen, ein gemeinsames Matter-Netzwerk zu verwalten. Ein Gerät, das einmal in dieses Netzwerk aufgenommen wurde, steht danach allen beteiligten Steuerungen zur Verfügung. Für einen Haushalt, in dem Android- und iOS-Nutzer dieselben Geräte bedienen, entfällt damit die getrennte Einrichtung pro Plattform.

Thermostate bewerten Befehle künftig im Kontext

Bei Thermostaten ändert sich, wie Steuerungen mit den Geräten kommunizieren. Statt direkt die Temperatur oder den Modus vorzugeben, schickt eine Steuerung künftig einen zeitlich begrenzten Vorschlag, der sich an den Voreinstellungen des Thermostats orientiert. Das Gerät entscheidet dann anhand der hinterlegten Vorlieben und der aktuellen Bedingungen, ob es den Vorschlag umsetzt.

Das hilft in mehreren Fällen. Wer an einem Programm seines Stromversorgers zur Laststeuerung teilnimmt, kann das Thermostat so einstellen, dass eine Automation aus einem anderen System eine laufende Sparphase nicht versehentlich überschreibt. Wer sein System auf Energieeinsparung, Luftfeuchtigkeit oder Luftqualität optimiert, muss diese Einstellung nicht mehr in jedem Dienst einzeln festlegen, weil sie systemübergreifend erkannt und beibehalten wird. Wurde ein Thermostat gerade von Hand verstellt, erkennt es einen kurz darauf aus einer anderen Quelle eintreffenden Vorschlag als wahrscheinlich nicht gewollt und ignoriert ihn.

Neben den drei größeren Funktionen bringt Matter 1.6 auch einige kleinere Anpassungen mit. Geräte teilen ihre Fähigkeiten und Grenzen nun in einem einheitlichen Format mit. Rauch- und Kohlenmonoxidmelder können anzeigen, wenn sie aus ihrer Halterung entfernt wurden. Sicherheitssensoren geben ihren Ereignisverlauf weiter, sodass ein System nicht nur den aktuellen Status, sondern auch frühere Aktivitäten kennt.

Die Spezifikation steht Geräteherstellern und Plattformbetreibern ab sofort zur Verfügung. Wann die einzelnen Funktionen beim Nutzer ankommen, hängt von der Umsetzung der jeweiligen Anbieter ab.

Kategorie: Allgemein

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