Apple wird künftig einen Teil seiner Chips gemeinsam mit Intel in den USA produzieren lassen. Das hat US-Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Post bestätigt. Weder Apple noch Intel haben den Deal bisher offiziell kommentiert – doch die Märkte reagierten prompt: Die Intel-Aktie stieg im vorbörslichen Handel um 9 Prozent, Apple legte um 0,6 Prozent zu.

Vorläufige Einigung bereits im Mai
Die Nachricht kommt nicht völlig überraschend: Das Wall Street Journal hatte bereits im Mai berichtet, dass Apple und Intel eine vorläufige Vereinbarung getroffen hatten. Demnach würde Intel Chips auf Basis von Apples eigenen Chip-Designs fertigen – vergleichbar mit dem Modell, das derzeit TSMC für Apple umsetzt. Frühere Gerüchte deuteten darauf hin, dass Intel zunächst eher einfachere Prozessoren übernehmen könnte, etwa den niedrigsten M-Series-Chip für ausgewählte iPad- und Mac-Modelle.
Eine komplizierte Geschichte
Apple und Intel verbindet eine bewegte Vergangenheit. Von 2006 bis 2020 baute Apple seine Macs auf Intel-Chips – ein Verhältnis, das jedoch von chronischen Lieferverzögerungen geprägt war. Mit dem Wechsel zu selbst entwickelten Apple-Silicon-Chips und TSMC als Fertiger erlangte Apple die Kontrolle über seinen eigenen Chip-Zeitplan zurück und hat seitdem deutlich regelmäßigere Update-Zyklen eingehalten.
Warum Intel jetzt wieder interessant ist
Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass Apple seine Lieferkette diversifiziert. Erstens: TSMC in Taiwan ist Apples einziger Fertiger für Apple-Silicon-Chips – ein erhebliches geopolitisches Risiko angesichts der Spannungen zwischen Taiwan und China. Zweitens hat der KI-Boom die TSMC-Kapazitäten stark belastet: Apple musste beim letzten Quartalsbericht einräumen, dass die Auslieferungen des iPhone 17 durch Engpässe bei den A19- und A19-Pro-Chips begrenzt wurden.
Intel selbst hat sich seit dem Amtsantritt von CEO Lip-Bu Tan deutlich gewandelt. Tan hat das kriselnde Foundry-Geschäft des Unternehmens neu ausgerichtet – mit beeindruckenden Ergebnissen: Die Intel-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um 464 Prozent gestiegen, die Marktkapitalisierung liegt bei über 600 Milliarden Dollar. Zusätzliches Gewicht bekommt der Deal durch die Tatsache, dass die US-Regierung im vergangenen Jahr eine 10-prozentige Beteiligung an Intel erworben hat – was eine Kooperation mit Apple politisch besonders attraktiv macht.
Technisch ist Intel nach wie vor kein gleichwertiger Ersatz für TSMC – aber als ergänzender Lieferant für ausgewählte Chips könnte die Zusammenarbeit für Apple einen wichtigen Puffer schaffen.
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