Apple öffnet iOS in Brasilien für alternative App-Stores

| 11:59 Uhr | 0 Kommentare

Apple gibt Entwicklern in Brasilien die Wahl, ihre iPhone-Apps künftig auch außerhalb des App Store anzubieten und Zahlungen über externe Dienste abzuwickeln. Die Öffnung geht auf eine Anordnung der brasilianischen Wettbewerbsbehörde zurück und gilt ab iOS 26.5.

Alternative App Stores in Brasilien

Wer einen eigenen App-Marktplatz betreiben will, benötigt dafür eine Freigabe von Apple und muss laufende Auflagen erfüllen. Neu ist auch, dass Entwickler, die in Apples App Store bleiben, in ihren Apps ein eigenes Bezahlsystem einbauen oder Nutzer auf eine Webseite leiten können, damit der Kauf dort abgeschlossen werden kann.

Apple verweist auf Risiken für die Privatsphäre und Sicherheit, die bei der Nutzung alternativer App Stores und externer Bezahlsysteme entstehen können. Um die Risiken abzufedern, hat das Unternehmen mehrere Schutzvorkehrungen getroffen, darunter eine Prüfung der angebotenen Apps, ein Freigabeverfahren für die Marktplätze und Einschränkungen bei externen Links und alternativen Zahlungswegen für Nutzer unter 18 Jahren.

Vergleichbare Regelungen gibt es schon in der EU, in Japan und Südkorea, wo Apple alternative App Stores und externe Bezahlsysteme zulassen musste. In Großbritannien und Australien dürfte Apple wegen ähnlicher Gesetze nachziehen müssen.

Trotz der Öffnung verlangt Apple auch künftig Provisionen, allerdings niedrigere als bisher. Für digitale Güter und Dienste im App Store sinkt der Höchstsatz von 30 auf 21 Prozent. Viele Entwickler zahlen im App Store jedoch bereits weniger als die Standard-Provision, etwa über das Small Business Program, das Video Partner Program oder das Mini Apps Partner Program, wo der Satz auf bis zu 10 Prozent fällt. Wer das hauseigene Bezahlsystem des App Store nutzt, zahlt zusätzlich 5 Prozent. Leitet eine App den Nutzer für den Kauf auf eine externe Webseite, werden 15 Prozent auf digitale Güter und Dienste fällig, in bestimmten Fällen 10 Prozent.

Apps, die ganz außerhalb des App Store vertrieben werden, unterliegen einer Provision von 5 Prozent auf jeden Verkauf. Apple nennt diese Abgabe Core Technology Commission und begründet sie mit den Werkzeugen und Diensten, die den Entwicklern den Zugang zu iOS-Nutzern überhaupt erst ermöglichen.

Bis zum 6. Juli 2026 müssen alle Mitglieder des Apple Developer Program einer aktualisierten Lizenzvereinbarung zustimmen, die die neuen Optionen für Brasilien regelt. Für weitere Details hat Apple eine eigene Informationsseite für brasilianische Entwickler eingerichtet.

Kategorie: iPhone

Tags: ,

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert