Jon Prosser verteidigt sich gegen Apples Leak-Klage

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Fast ein Jahr nach Apples Klage gegen den YouTuber Jon Prosser liegt dessen offizielle Antwort vor. Laut einem Gerichtsdokument, das MacRumors einsehen konnte, räumt Prosser einzelne Punkte ein, bestreitet aber, Geschäftsgeheimnisse des Konzerns gestohlen zu haben.

Prosser räumt FaceTime-Anruf ein und bestreitet Kenntnis der Hintergründe

Apple hatte im Juli 2025 Klage gegen Prosser und dessen Bekannten Michael Ramacciotti eingereicht. Dem Vorwurf zufolge verschafften sich die beiden Zugriff auf das Entwickler-iPhone des früheren Apple-Ingenieurs Ethan Lipnik, um an Details zu iOS 26 zu gelangen, das intern noch unter dem Namen iOS 19 lief. Prosser, der den YouTube-Kanal Front Page Tech betreibt, hatte Monate vor der offiziellen Vorstellung Videos mit angeblichen Funktionen des Updates veröffentlicht. Ein anonymer Hinweisgeber informierte Apple später per E-Mail darüber, dass die Informationen von Lipniks Gerät stammten. Apple entließ den Ingenieur und zog gegen Prosser und Ramacciotti vor Gericht.

In seiner Antwort räumt Prosser ein, an einem FaceTime-Anruf mit Ramacciotti teilgenommen zu haben, bei dem ihm Funktionen und Apps von iOS 19 auf dem Entwickler-iPhone gezeigt wurden. Er bestreitet jedoch, dass die gezeigten Inhalte Geschäftsgeheimnisse enthielten. Auch will er nicht gewusst haben, dass das Gerät Lipnik gehörte. Eine Verschwörung oder ein abgestimmtes Vorgehen mit dem Ziel, Apple zu schaden, streitet er ebenfalls ab.

Verteidigung sieht die Verantwortung allein bei Ramacciotti

Laut Prossers Anwalt hat Prosser seinen Bekannten nicht dazu veranlasst, die internen Funktionen während des Anrufs vorzuführen. Aus Sicht der Verteidigung ist Ramacciotti deshalb „vollständig verantwortlich“ für die Offenlegung der angeblichen Geschäftsgeheimnisse, sofern es sich überhaupt um solche handelt. Der Antwort zufolge haftet Ramacciotti auch für sämtliche Schäden, die Prosser aus der Angelegenheit entstanden sind. Weitere vertrauliche Apple-Informationen, die vom Unternehmen noch nicht offengelegt wurden, besitzt Prosser nach eigenen Angaben nicht.

Die beiden Angeklagten verhielten sich im Verfahren bisher sehr unterschiedlich. Ramacciotti hatte Apple Zugang zu einem weiteren Gerät für eine forensische Untersuchung gewährt. Zudem erklärte er sich bereit, nach Abschluss der Beweiserhebung durch Dritte erneut auszusagen. Seit mindestens Oktober laufen informelle Vergleichsgespräche zwischen ihm und Apple. Prosser hingegen ließ Fristen verstreichen und lieferte nur bruchstückhaft Informationen, was sich nun mit der offiziellen Antwort geändert hat.

Der Fall liegt beim Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens. Prosser hat beantragt, dass Geschworene über die Klage entscheiden, soweit das Verfahren dies zulässt.

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