Neun von zehn verkauften „Edge AI“-Smartwatches stammen von Apple

| 7:07 Uhr | 0 Kommentare

KI-Funktionen laufen zunehmend direkt auf den Geräten selbst, ohne dass die zugrunde liegenden Daten zur Verarbeitung in die Cloud wandern. Möglich machen das kleinere, effizientere KI-Modelle sowie Chips, die für solche Aufgaben ausgelegt sind. Wie stark Apple diesen Bereich bei Smartwatches prägt, zeigt ein neuer Bericht von Counterpoint Research.

Jede vierte Smartwatch verarbeitet KI-Aufgaben lokal

Counterpoint zählt zu den „Edge AI“-Smartwatches alle Uhren, die über einen eigenen Neural-Prozessor verfügen und Machine-Learning-Berechnungen ganz oder teilweise auf dem Gerät ausführen. Mindestens eine Funktion aus den Bereichen Gesundheit, Sicherheit oder Bedienung muss dafür lokal auf diesem Chip laufen. Bei der Apple Watch übernimmt die eingebaute Neural Engine solche Aufgaben, etwa bei der Gestensteuerung, bei Siri-Anfragen und bei einzelnen Gesundheits- und Sicherheitsfunktionen. In manchen Fällen springt das gekoppelte iPhone ein, sodass die Daten auch dann auf den eigenen Geräten bleiben.

Dem Bericht zufolge wuchsen die weltweiten Auslieferungen solcher Uhren im ersten Quartal 2026 um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit war jede vierte ausgelieferte Smartwatch in der Lage, KI-Aufgaben lokal zu verarbeiten. Auf Apple entfielen rund 90 Prozent aller ausgelieferten „Edge AI“-Modelle. Im selben Zeitraum verdoppelten sich laut Counterpoint die Auslieferungen von Uhren mit Blutdruckmessung, während sich die Zahl der Modelle mit Schlafapnoe-Erkennung verdreifachte.

Research Director Mohit Agrawal sieht den Markt an einem Punkt, an dem es weniger um die reine Hardware-Integration geht als um die Optimierung der Software. Wie er ausführt, erlauben es kleinere und effizientere KI-Modelle in Verbindung mit passenden Schnittstellen im Betriebssystem, dass beliebige Apps ihre KI-Berechnungen lokal ausführen. Auf dieser Basis lassen sich Gesundheitswarnungen in Echtzeit, Gestensteuerung und stärker personalisierte Funktionen umsetzen. Bis zum Jahresende 2026 dürfte der Anteil solcher Uhren am Smartwatch-Markt auf knapp 32 Prozent klettern, so Counterpoint.

Unabhängig von dem KI-Trend bauen Smartwatches insgesamt ihre Gesundheitsfunktionen aus. Der Anteil der ausgelieferten Uhren mit Blutdruckmessung stieg zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 von 11 auf 23 Prozent. Die Schlafapnoe-Erkennung legte von 5 auf 18 Prozent zu, während der Anteil von Uhren mit EKG-Funktion nur leicht von 31 auf 34 Prozent stieg.

Kategorie: Apple

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