Ein neuer Bericht liefert weitere Details darüber, wie es zu Apples überraschender Zusammenarbeit mit Intel gekommen sein soll. Demnach entstand die Vereinbarung nicht allein aus wirtschaftlichen Überlegungen, sondern im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen Apple und der US-Regierung über geplante Strafzölle auf Halbleiterimporte.

Zollstreit soll Auslöser gewesen sein
Wie das Wall Street Journal berichtet, reiste Apple-CEO Tim Cook im Sommer 2025 nach Washington, um die Regierung von den geplanten 100-prozentigen Einfuhrzöllen auf Halbleiter abzubringen. Die Abgabe hätte die Produktionskosten für zahlreiche Apple-Produkte erheblich erhöht. Im Zuge der Gespräche sollen US-Präsident Donald Trump und Handelsminister Howard Lutnick Cook dazu gedrängt haben, künftig Fertigungskapazitäten von Intel in den USA zu nutzen.
Apple erhielt schließlich eine Ausnahme von den geplanten Zöllen, nachdem das Unternehmen umfangreiche Investitionen in den USA zugesagt hatte. Viele dieser Investitionen waren allerdings bereits zuvor geplant oder angekündigt worden.
Intel soll Apple-Chips in den USA fertigen
Bereits im Juni hatte Donald Trump öffentlich erklärt, dass Apple künftig mit Intel bei der Entwicklung und Fertigung bestimmter Chips in den USA zusammenarbeiten werde. Damals blieb allerdings offen, wie es zu dieser Vereinbarung gekommen war. Der neue Bericht stellt nun einen direkten Zusammenhang zwischen den Zollverhandlungen und der Kooperation her.
Welche Apple-Chips künftig tatsächlich bei Intel produziert werden, ist weiterhin unklar. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass es sich zunächst um ausgewählte Komponenten handeln dürfte. Die leistungsstarken A- und M-Chips werden vorerst weiterhin überwiegend von TSMC gefertigt.
Apple baut US-Lieferkette weiter aus
Die mögliche Zusammenarbeit mit Intel ist Teil einer größeren Strategie. In den vergangenen Monaten hat Apple mehrere milliardenschwere Investitionen in die US-Halbleiterindustrie angekündigt. Dazu gehören unter anderem ein mehrjähriger Auftrag über 30 Milliarden US-Dollar für in den USA produzierte Chips von Broadcom sowie Vereinbarungen mit TSMC, GlobalWafers und Amkor zum Ausbau der heimischen Lieferkette.
Mit diesen Maßnahmen möchte Apple seine Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern verringern und gleichzeitig politischen Forderungen nach einer stärkeren Produktion in den USA entgegenkommen.
Der aktuelle Bericht zeigt, dass Apples geplante Zusammenarbeit mit Intel offenbar eng mit den damaligen Zollverhandlungen in Washington verknüpft war. Um drohende Strafzölle auf Halbleiter abzuwenden, sagte Apple umfangreiche Investitionen in den USA zu und erklärte sich offenbar auch bereit, künftig einen Teil seiner Chipproduktion über Intel abzuwickeln. Welche Auswirkungen diese Partnerschaft auf kommende iPhone-, iPad- oder Mac-Generationen haben wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.
0 Kommentare