Apple entwickelt eine neue API, die es Drittanbieter-Zubehör – darunter Metas Ray-Ban-Meta-Brillen und Quest-Headsets – ermöglichen soll, sich automatisch über alle Apple-Geräte eines Nutzers hinweg zu koppeln, ganz so wie es heute bereits bei AirPods und der Apple Watch funktioniert. Das geht aus Apples EU-Interoperabilitätsanfrage-Webseite hervor.

Reaktion auf Metas Antrag vom Oktober 2025
Der Plan ist eine direkte Antwort auf einen Antrag, den Meta im Oktober 2025 im Rahmen des EU Digital Markets Acts gestellt hatte. Meta forderte darin, dass ein einmal mit einem iPhone oder iPad gekoppeltes Meta-Gerät automatisch auf allen weiteren Apple-Geräten des Nutzers verfügbar wird – ohne zusätzliche Bestätigungsschritte. Bislang hatten Drittanbieter-Zubehörhersteller nie Zugriff auf diese Fähigkeit, wodurch der Besitz von Nicht-Apple-Hardware neben einem iPhone stets mit mehr Reibungsverlusten verbunden war. Setzt Apple das Vorhaben um, würde sich diese Lücke schließen – zumindest für jene Hersteller, die Zugang zur neuen API erhalten.
Kryptografische Freigabe mit einmaliger Zustimmung
Apple teilte laut Macrumors Meta am 4. Februar mit, dass Drittanbieter-Apps künftig auf kryptografisches Material zugreifen können sollen, das ein auf einem Apple-Gerät abgeschlossenes Pairing auch auf einem anderen Gerät nutzbar macht – abgesichert durch einen Sitzungsschlüssel sowie eine einmalige, pro Zubehörteil erforderliche Nutzerzustimmung. Apple rechnet mit einem Entwicklungsabschluss bis Frühjahr 2027 und will die Funktion „kurz danach“ ausrollen – was auf ein iOS-27.x-Update, möglicherweise iOS 27.4, hindeutet. Eine konkrete Version hat Apple bislang nicht bestätigt.
Technische Basis: AccessorySetupKit und Proximity Pairing
Die Funktion basiert auf AccessorySetupKit und Proximity Pairing – jener Infrastruktur, die Apple ursprünglich zur Erfüllung eines Urteils der Europäischen Kommission vom März 2025 entwickelt hatte und die bislang ausschließlich in der EU funktioniert. Dieselbe Infrastruktur steckt bereits hinter der Proximity-Pairing-Funktion, die für EU-Nutzer seit Dezember 2025 verfügbar ist.
Streitpunkt: Core Bluetooth
Meta hat Einwände erhoben: Die Übernahme der neuen Lösung würde das Unternehmen zwingen, Core Bluetoothaufzugeben, auf das es außerhalb Europas für sämtliches Pairing angewiesen ist. Meta bat Apple daher, beide Themen voneinander zu entkoppeln. Apple hat dies bislang abgelehnt, signalisierte jedoch, dass eine Unterstützung außerhalb der EU „etwas ist, das wir noch in Erwägung ziehen“.
Wo der Prozess aktuell steht
Der Antrag befindet sich laut Apples letztem Update weiterhin in Phase drei. Meta hat bislang nicht das förmliche Streitbeilegungsverfahren des DMA angerufen, das eine Prüfung durch Apples Interoperability Request Review Boardinnerhalb von 30 Werktagen auslösen würde. Bis dahin verfolgt Apple seinen Plan mit einem für Frühjahr 2027 vorgesehenen Rollout über AccessorySetupKit – vorerst ausschließlich in der EU.
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