OpenAI hat in einem Bloomberg vorliegenden Statement erklärt, keine Belege dafür zu sehen, dass Apples Vorwürfe des Geheimnisdiebstahls berechtigt sind. „Wir nehmen diese Vorwürfe ernst, sind uns jedoch keiner Beweise bewusst, die diese Klage stützen würden. Wir glauben an fairen Wettbewerb und daran, dass Menschen frei entscheiden können, wo sie arbeiten möchten, und konzentrieren uns auf die Entwicklung innovativer Technologien“, so das Unternehmen.

Der Hintergrund der Klage
Apple hatte am vergangenen Freitag Klage gegen OpenAI eingereicht und wirft dem Unternehmen geistigen Diebstahl vor. Konkret beschuldigt Apple die OpenAI-Mitarbeiter Tang Tan und Chang Liu, gezielt vertrauliche Apple-Informationen entwendet zu haben, um die Hardware-Entwicklung bei OpenAI voranzutreiben. Tan ist Chief Hardware Officer bei OpenAI und ein 24-jähriger Apple-Veteran, der zuvor das Produktdesign leitete. Liu arbeitet im OpenAI-Hardware-Team, nachdem er zuvor als Senior System Electrical Engineer bei Apple tätig war.
Laut Klageschrift sollen Tan und Liu Apple-Mitarbeiter, die bei OpenAI vorstellig wurden, dazu aufgefordert haben, Details zu unveröffentlichten Geräten, Komponenten, Fertigungsprozessen und Zulieferbeziehungen mitzubringen. Liu wird zudem vorgeworfen, ein Apple-Firmenlaptop einbehalten und eine Authentifizierungslücke ausgenutzt zu haben, um vertrauliche Dokumente einzusehen, während er bereits bei OpenAI tätig war.
Apple formuliert in der Klage deutliche Worte: Man habe „nur die Spitze des Eisbergs“ gesehen und keinen vollständigen Einblick in die Vorgänge hinter verschlossenen Türen bei OpenAI, wo ein solches Fehlverhalten normalisiert und von der Führungsebene vorgelebt werde. Auf allen Ebenen – vom technischen Personal bis zum Chief Hardware Officer – habe OpenAI systematisch Apples Geschäftsgeheimnisse gestohlen.
Als die Klage ursprünglich bekannt wurde, reagierte OpenAI zunächst deutlich knapper: „Wir haben kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen“, erklärte damals OpenAI-Sprecher Drew Pusateri.
Strategie: Fokus auf Mitarbeiterfreizügigkeit
Das neue Statement deutet darauf hin, wie OpenAI den Fall öffentlich einordnen will: Apple gibt in der Klage an, dass mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter inzwischen zu OpenAI gewechselt sind – ein Umstand, den OpenAI nutzen könnte, um Apples Klage als Reaktion auf diese Abwanderung darzustellen, statt als berechtigten Vorwurf des Geheimnisdiebstahls.
Wie es weitergeht
Apple strebt ein Geschworenenverfahren an und hofft, im Rahmen des Beweisverfahrens (Discovery) weitere Belege zu sichern. Das Unternehmen fordert eine einstweilige Verfügung, die OpenAI die weitere Nutzung von Apple-Informationen bei der Entwicklung seines KI-Hardware-Geräts untersagen soll. Zusätzlich verlangt Apple Schadensersatz und verklagt Tan und Liu persönlich wegen Vertragsbruchs im Zusammenhang mit ihren Arbeitsverträgen.
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