Doppelt so viele neue Apps im App Store, aber kaum mehr Downloads

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Mit KI-Werkzeugen lassen sich Apps inzwischen auch ohne klassische Programmierausbildung entwickeln, was im App Store zunehmend Spuren hinterlässt. In den ersten sechs Monaten des Jahres sind dort fast so viele neue Anwendungen erschienen wie im gesamten Jahr 2025.

560.000 Neuerscheinungen im ersten Halbjahr

Die New York Times beruft sich in einem aktuellen Bericht auf Zahlen des Marktforschungsdienstes Sensor Tower. Laut den Analysten wuchs die Zahl der Neuveröffentlichungen im App Store 2025 um 30 Prozent auf rund 600.000 Apps. In der ersten Jahreshälfte 2026 kamen mit etwa 560.000 neuen Apps doppelt so viele hinzu wie im Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage hielt mit diesem Tempo nicht Schritt, denn die Downloads legten 2025 nur um drei Prozent auf 35,4 Milliarden zu und stiegen im ersten Halbjahr 2026 um zwei Prozent auf 17,6 Milliarden.

Der Bericht stellt zwei Entwickler vor, die ihre Apps mit Vibecoding-Tools entwickelt haben. Marco Pérez, ein Software-Entwickler aus Chicago, hatte zuvor nie eine Mobil-App programmiert. Im Winter experimentierte er fünf Wochen lang mit Vibecoding-Tools und benötigte zwei weitere Wochen, um seine erste App für den App Store vorzubereiten. Die Anwendung mit dem Namen „InfoDrizzle“ kam auf 1.300 Downloads und etwa 500 Dollar Gewinn. Deutlich erfolgreicher war die im Mai nach rund einer Woche Arbeit veröffentlichte App „Stampa“, die Fotos in digitale Briefmarken verwandelt und inzwischen 20.000 Mal geladen wurde, womit Pérez rund 3.000 Dollar verdient hat. Das hat ihn dann auch motiviert, im kommenden Monat seinen Job bei JPMorgan Chase aufzugeben und Apps in Vollzeit zu entwickeln. Der zweite vorgestellte Entwickler, David Svensson, hat in den vergangenen fünf Monaten elf Nischen-Apps veröffentlicht und betrachtet Vibecoding als Hobby, nicht als Geschäftsmodell.

Gegenüber der New York Times äußerte sich auch Apple-Sprecher Peter Ajemian, der auf die Belastung des App-Review-Prozesses durch die vielen Einreichungen angesprochen wurde. Laut Ajemian prüft Apple 90 Prozent der eingereichten Apps innerhalb von 48 Stunden. Der Sprecher begrüßte, dass eine neue Generation von Entwicklern die aktuellen Werkzeuge nutzt, um Apps in kürzerer Zeit zu entwickeln und zu veröffentlichen. Für alle Apps gelten laut Apple unabhängig von der Art ihrer Entstehung dieselben Anforderungen an Qualität, Datenschutz und Sicherheit.

Kategorie: App Store

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