Am 7. August 2006, heute vor genau 20 Jahren, hat Apple den ersten Mac Pro vorgestellt. Das Jubiläum erlebt der Rechner nicht mehr im Handel, denn Apple hat ihn im März nach fast zwanzig Jahren endgültig eingestellt und einen Nachfolger ausgeschlossen.

Fotocredit: Apple
Mit dem Mac Pro endete Apples PowerPC-Ära
Das erste Mac Pro Modell arbeitete noch mit zwei Dual-Core-Xeon-Prozessoren und war nach Apple-Angaben bis zu doppelt so schnell wie der Power Mac G5, den es ablöste. Als letzter Mac vollzog der Tower damit den Umstieg von PowerPC auf Intel. In den USA begann die Preisliste bei 2.499 Dollar.
Bei Videoschnitt- und Audio-Profis setzte sich der Rechner rasch durch, nicht zuletzt bei Anwendern von Apples Schnittpaket Final Cut Studio. Vier interne Laufwerksschächte, ein ohne Werkzeug zu öffnendes Gehäuse und mehrere PCIe-Steckplätze machten ihn flexibel für anspruchsvolle Aufgaben. In den ersten Jahren hielt Apple das Tempo hoch, im April 2007 folgte eine Konfiguration mit acht Kernen, Anfang 2008 ein überarbeitetes Grundmodell. Diese Schlagzahl hielt sich bis 2012, danach begannen die langen Pausen, die den Rechner in seiner zweiten Lebenshälfte prägten.
Nach 2013 verlor der Mac Pro den Anschluss
Im Jahr 2013 ersetzte Apple den klassischen Tower durch ein fundamental verändertes zylindrisches Modell, das wegen seiner Form schnell den Spitznamen „Mülleimer“ trug. Der Rechner blieb sechs Jahre ohne Aktualisierung, obwohl sich Apple schon 2017 bei seinen Kunden entschuldigte und einräumte, dass die Bauform ein Fehler war. Laut Software-Chef Craig Federighi hatte sich das Unternehmen mit dem Design thermisch in eine Ecke manövriert, weil es den Rechner auf GPU-Lasten ausgelegt hatte. 2019 kehrte Apple zum klassischen Tower mit acht PCIe-Steckplätzen zurück.
Trotzdem fiel es Apple zuletzt schwer, den Mac Pro zu rechtfertigen. Der Mac Studio lieferte eine nahezu identische Leistung in einem kleineren und deutlich günstigeren Gehäuse. Der Umstieg auf den M2 Ultra Chip im Juni 2023 machte Apples Afterburner-Karte überflüssig, weil der Chip die Beschleunigung von ProRes-Material selbst übernimmt. In den PCIe-Steckplätzen fanden danach vor allem Speicher- und Netzwerkkarten sowie Audio- und Video-Interfaces Platz. Als einziger Vorteil gegenüber dem Mac Studio blieb damit eine Erweiterbarkeit, die den Aufpreis zum Mac Pro kaum trug. Am 26. März 2026 nahm Apple den Mac Pro von seiner Webseite und erklärte, dass kein neues Modell in Arbeit ist.
Apples stärkster Desktop ist damit der Mac Studio. Die nächste Überarbeitung soll die Chips M5 Max und M5 Ultra bringen.
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