Apple will 15 Prozent Provision für Käufe außerhalb des App Store

| 13:31 Uhr | 4 Kommentare

Apple hat dem zuständigen US-Gericht mitgeteilt, welche Provision das Unternehmen für Käufe verlangen möchte, die Nutzer über einen Link aus einer App heraus auf einer Webseite abschließen. Zu diesem Vorschlag hatte das Gericht Apple verpflichtet, nachdem das Berufungsgericht den Streit mit Epic Games zurückverwiesen hatte.

Drei Stufen zwischen 5 und 15 Prozent

Für Standard-Apps schlägt Apple laut MacRumors 15 Prozent vor, also die Hälfte des Satzes, der bei einem Kauf innerhalb der App fällig wird. Auf 10 Prozent kommen Entwickler im „News Partner Program“, im „Video Partner Program“ und im „Mini Apps Partner Program“. Denselben Satz sieht Apple bei der Verlängerung von Abonnements vor. Wer am „Small Business Program“ teilnimmt und damit weniger als eine Million US-Dollar im Jahr umsetzt, soll 5 Prozent abgeben statt der sonst üblichen 15 Prozent.

Fällig wird die Abgabe, sobald jemand in einer App auf einen Link tippt und den Kauf anschließend auf der verlinkten Webseite abschließt. Wer in der App einem solchen Link folgt und dort ein Abo bucht, löst damit eine Zahlung von 15 Prozent an Apple aus.

Das Berufungsgericht hatte angeregt, die Provision nur auf die direkten Kosten der Weiterleitung zu begrenzen. Nach dieser Rechnung müsste Apple letztlich auf eine Beteiligung verzichten. Apple hält dagegen, dass ein Verzicht auf eine Provision nicht dem Wert gerecht wird, den Entwickler von der App Store Plattform erhalten.

Epic Games wies Apples Vorschlag erwartungsgemäß zurück. Laut dem Entwickler würden die vorgeschlagenen Gebühren weit außerhalb dessen liegen, was das Berufungsgericht als zulässig beschrieben hat.

Apple will ein Vergleichsgespräch

Mit einem zweiten Antrag will Apple erreichen, dass Richterin Yvonne Gonzalez Rogers beide Parteien zu einer Vergleichsverhandlung vor Magistrate Judge Joseph C. Spero verpflichtet. Apples Anwälte hatten am 11. August das Gespräch mit der Gegenseite gesucht, doch Epic lehnte ab. Laut dem Antrag kann das Gericht ein solches Gespräch auch ohne die Zustimmung von Epic anordnen. Konkrete Angebote enthält der Antrag nicht. Apple beschreibt lediglich, dass eine vertrauliche Verhandlung ein langes Verfahren überflüssig machen kann.

Der Streit geht auf eine Anordnung aus dem Jahr 2021 zurück, die Entwicklern Links zu externen Kaufmöglichkeiten erlauben sollte. Apple führte später eine Gebühr von 12 bis 27 Prozent ein, was Gonzalez Rogers als Missachtung des Gerichts wertete. Sie untersagte dem Unternehmen im April 2025 jede Gebühr auf solche Links, seither verdient Apple an Käufen auf verlinkten Webseiten nichts.

Kategorie: App Store

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4 Kommentare

  • Gast1

    Eigentlich ist es doch ein Geben und Nehmen: Apple stellt mit dem App Store einen der größten und bedeutendsten digitalen Shoppingmärkte der Welt zur Verfügung. Dafür verlangt Apple eine Provision – was aus meiner Sicht grundsätzlich völlig legitim ist.

    Was meiner Meinung nach überhaupt nicht geht, ist, Apples Shop und seine gesamte Infrastruktur, Reichweite und Vorteile zu nutzen und gleichzeitig Kunden über einen Link darauf aufmerksam zu machen, dass sie das gleiche Produkt außerhalb des App Stores ohne Provision günstiger kaufen können.

    Das wäre ungefähr so, als würde Aldi seine Verkaufsfläche, Infrastruktur und Kundenfrequenz nutzen und anschließend bei Rewe Schilder aufstellen: „Bei uns bekommst du das gleiche Produkt günstiger.“

    Wer Apples Plattform nutzt, sollte meiner Meinung nach auch akzeptieren, dass Apple an den dort erzielten Umsätzen beteiligt wird. Schließlich ist genau diese Plattform der Grund dafür, dass man überhaupt eine riesige Reichweite und einen etablierten Marktplatz vorfindet.

    15. Aug. 2026 | 10:48 Uhr | Kommentieren
    • Gast1

      Und wenn Apple jetzt 15% für Verkäufe außerhalb des App-Stores haben will , auch ok!

      15. Aug. 2026 | 10:52 Uhr | Kommentieren
    • Hans Maulwurf

      Deine Probleme mit dem Denken hast du ja bereits mit deinen Kommentaren in anderen Artikeln reichlich zur Schau gestellt. Aber ich helfe dir gerne: Was du beschreibst gleicht eher dem Fall, dass Google im AppStore Werbung macht, dass es bei ihnen günstiger zu haben wäre. Passender wäre, wenn Milka im Laden ein Schild aufstellt „bei uns kannst du im Fabrikverkauf oder auf der Webseite günstiger bestellen“. Bitte, gerne geschehen…

      16. Aug. 2026 | 22:25 Uhr | Kommentieren
  • Gast1

    Sozusagen eine Patentgebühr ( wie wir wissen gibt es sowas auf so gut 95% aller techn. Bauteile ) auf Apple Produkte.

    15. Aug. 2026 | 10:57 Uhr | Kommentieren

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