Apple hat seit dieser Woche einen neuen CEO. John Ternus folgt auf Tim Cook, der als Executive Chair im Unternehmen bleibt. Nur wenige Tage nach der Übergabe hat die Financial Times ein Porträt veröffentlicht, das einige Details über den Mann liefert, der Apple nun in eine neue Produktära führen soll. In dem Porträt geht es um sein Ansehen im Unternehmen, um Stimmen von Geschäftspartnern und um eine Party im Apple Park.

Fotocredit: Apple
„Hochtalentiert und bodenständig“
Innerhalb von Apple gilt Ternus laut der Financial Times als äußerst kompetent, aber wenig auf Außenwirkung bedacht. Ein ähnliches Bild zeichnet Wendell Weeks, CEO des Glasherstellers Corning, der seit vielen Jahren zu Apples wichtigsten Zulieferern gehört. Weeks arbeitet seit der Entwicklung des ersten iPad vor fast zwei Jahrzehnten mit Ternus zusammen. Von Beginn an war für ihn klar, dass Ternus außerordentlich viel Talent mitbringt, sagte er der Zeitung.
Weeks nennt ihn einen bescheidenen „guten Kerl“, verweist aber auf ein Hobby, das eine andere Seite seines Charakters zeigt. Ternus fährt Autorennen. Laut Weeks setzt sich kaum jemand ohne Leidenschaft in einen Rennwagen, gleichzeitig verlangt der Sport aber extreme Ruhe und einen hohen Anspruch an sich selbst. Beides trifft aus seiner Sicht auf Ternus zu.
Nicht alle Stimmen fallen so uneingeschränkt positiv aus. Ein ehemaliger Apple-Manager beschreibt Ternus gegenüber der Financial Times als außerhalb der Hardware-Sparte vergleichsweise unauffällig. Ternus ist aber im vergangenen Jahr intern deutlich sichtbarer geworden, was die Einschätzung relativieren könnte.
Der Wechsel an der Spitze von Apple fällt in eine Phase, in der das Unternehmen neue Produktkategorien erschließt und bei Consumer-KI konkurrenzfähig werden will. Apples neuer CEO könnte hier eine neue Dynamik etablieren, die vielleicht auch etwas mehr an die Ära von Steve Jobs erinnert. Laut einem vorangegangenen Bericht hat Apple Ternus unter anderem genau deshalb ausgewählt. Man traut ihm zu, das Produktportfolio neu aufzustellen und den Fokus auf einzelne Geräte zu schärfen. Das MacBook Neo gilt intern als erstes sichtbares Zeichen dieses Kurses. Ternus soll innerhalb des Unternehmens auf die Entwicklung des Geräts gedrängt haben.
Tim Cook hatte betont, den Übergang so gut wie möglich gestalten zu wollen. Eine Anekdote aus dem Porträt spricht dafür, dass das gelungen ist. Am Dienstag feierte Apple den neuen Chef mit einer Party im Apple Park, bei der Zane Lowe, Creative Director von Apple Music, als DJ auflegte. Nicht alle Mitarbeiter fanden die Feier nötig. Einer erklärte gegenüber der Financial Times, er habe sich innerlich längst auf den neuen Chef eingestellt und benötige deswegen keine Einführungsparty. Deutlicher lässt sich eine gelungene Übergabe kaum beschreiben.
Über sein Privatleben hält sich Ternus weitgehend bedeckt. Dem Porträt zufolge ist er verheiratet, hat Kinder und ist in Kalifornien geboren und aufgewachsen.
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