Code-Fund enthüllt: Siri AI lässt sich durch Claude oder ChatGPT ersetzen

| 22:33 Uhr | 1 Kommentar

Der Code-Analyst „pdfu“, der in den letzten Tagen zahlreiche spannende Details im Programmcode von iOS 27 und Co. entdeckt hat, hat nun in privaten Frameworks von iOS 27 und macOS Golden Gate Hinweise entdeckt, die zeigen, wie tief Apple seine neue Siri-Architektur bereits für die Zusammenarbeit mit Drittanbieter-KI-Modellen vorbereitet hat.

Model Delegation: Claude als Siri-Extension

Ein Mechanismus namens „Model Delegation“ erlaubt es, dass Claude genau wie die bereits integrierte ChatGPT-Extension als Siri-Erweiterung erscheint. In einem auf X geteilten Video ruft pdfu auf dem Mac die „Suchen oder Fragen“-Leiste auf und wählt Claude über ein kontextbezogenes „Ask…“-Menü als KI-Modell aus.

Nach Aktivierung der Claude-Extension bittet der Nutzer Siri, „Claude zu fragen“, eine Erinnerung in der Erinnerungen-App zu erstellen. Claude interpretiert die natürlichsprachliche Anfrage, woraufhin Siri die eigentliche Erinnerung anlegt. Das deutet darauf hin: Benötigt eine Anfrage Zugriff auf eine Systemfunktion, gibt Claude die Aufgabe an Siri zurück. In einem weiteren Beispiel erstellt Claude innerhalb eines Siri-App-Gesprächsfensters erfolgreich eine CSV-Datei – eine Aufgabe, die Siri selbst nicht bewältigen kann.

Noch weitreichender: Komplettaustausch des Siri-Modells

Deutlich weiter geht ein zweites, im Video gezeigtes Protokoll. Ein Inferenzanbieter innerhalb der „Model Manager Services“ erlaubt es offenbar, Apples eigenes serverseitiges Siri-Modell vollständig durch ein anderes Modell zu ersetzen – etwa GPT-5.6. In diesem Szenario erhält ChatGPT Apples nativen Siri-Planer-Prompt sowie die zugehörigen Tool-Definitionen, wodurch das Modell Systemaktionen anfragen, die resultierenden persönlichen Daten empfangen und eine Antwort formulieren kann – die Siri anschließend über die eigene Oberfläche und Stimme ausgibt.

Im Demo-Video bittet der Nutzer das ChatGPT-Modell innerhalb der Siri-App, E-Mails zu einem bestimmten Thema zu finden, deren Inhalte und Handlungsschritte zusammenzufassen und anschließend eine Nachricht über die Nachrichten-App an eine Kontaktperson zu senden. Die entsprechende Aktivität lässt sich anschließend im Web-Interface von OpenAIs Plattform nachvollziehen.

Möglicher Zusammenhang mit dem Digital Markets Act

Der Digital Markets Act der Europäischen Union könnte Apples Vorgehen hier mitgeprägt haben: Das Gesetz verpflichtet Apple, Drittanbietern effektiven Zugang zu iOS-Hardware- und Softwarefunktionen zu gewähren, die auch Apples eigenen Diensten zur Verfügung stehen – und die Europäische Kommission hatte ausdrücklich erklärt, dass dieser Grundsatz auch für Siri gilt.

Die „Ask…“-Implementierung ist im macOS-27-Golden-Gate-Release-Candidate – praktisch die finale, heute erscheinende Softwareversion – aktuell ausschließlich auf die ChatGPT-Extension beschränkt; Claude steht dort also noch nicht zur Verfügung. Auch die Model-Delegation-Berechtigung hat Apple bislang nicht für Drittanbieter geöffnet, und sie ist für Nutzer derzeit nicht sichtbar. Dennoch zeigt der Fund eindrücklich, wie umfassend Apple Siri bereits auf künftige Interoperabilität mit externen KI-Modellen vorbereitet hat.

Kategorie: Apple

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1 Kommentare

  • Gast1

    Gilt eigentlich das EU- DMA auch für Palantir ? ich glaube nicht .
    Die EU schießt sich mit dem DMA letztendlich selbst ins Knie , aber
    was will man von der Truppe schon erwarten. Für Deutschland ist es
    blöd gelaufen seit die Crypto AG 2001 endgültig die Überwachung
    der halben Welt eingestellt hat , steht man in der Regierung
    vollständig im Nebel. Was man immer deutlicher spürt im Land.
    Jetzt macht Palantir das was die Crypto für Deutschland gemacht
    hat für die USA.

    15. Sep. 2026 | 3:01 Uhr | Kommentieren

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