Apple Watch Test

| 21:19 Uhr | 11 Kommentare

Apple Watch Test. Bereits vor dem Apple Watch Verkaufsstart haben wir immer wieder betont, dass wir uns erst mehrere Wochen und Monate mit der Apple Watch beschäftigen möchten, um uns ein Urteil erlauben zu können. Natürlich hätten wir übereilt nach wenigen Tagen in Gebrauch einen Apple Watch Testbericht runterschreiben können, darauf haben wir aber bewusst verzichtet.

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Während man mittlerweile bei einer neuen iPhone-Generation recht schnell erkennt, welche Verbesserungen Apple vorgenommen hat und in welcher Form diese den Anwender weiter bringen, verhält es sich bei der Apple Watch anders. Apple betritt mit seiner Watch Neuland und so haben wir uns ausreichend Zeit genommen, um die Apple Watch beurteilen zu können.

Test: Apple Watch

Allgemein

Fast ein Jahr ist es mittlerweile her, dass Apple im September 2014 nicht nur das iPhone 6 & iPhone 6 Plus vorgestellt, sondern auch die Apple Watch präsentiert hat. Gerüchte gab es viele und endlich ließ Apple die Katze aus dem Sack. Im Vorfeld wurde intensiv darüber spekuliert, welche Richtung Apple mit dem Gerät einschlagen wird. Rundes Display? Eckiges Display? Wird es eine Smartwatch? Oder setzt Apple auf ein reines Fitness-Armband? Welchen Namen wird Apple dem Gerät geben? Fragen über Fragen, die der Hersteller beantwortet hat.

Smartwatches anderer Hersteller gab es bereits schon einige, doch wie wird Apple auf den Markt treten? Apple hat in unseren Augen vieles besser gemacht als das Android-Lager. Apple Watch ist längst noch kein perfektes Gerät, allerdings kann sich die erste Generation bereits sehen lassen.

Wir vergleichen die Apple Watch gerne mit dem Original iPhone im Jahr 2007. Niemand hat dem iPhone so richtig viel zugetraut und wo das iPhone heute steht, dürfte allen bekannt sein. Apple hat mit der Apple Watch eine in unseren Augen gute Grundlage geschaffen, die in den kommenden Jahren noch deutlich weiter entwickelt wird.

Design / Kollektionen

Apple bietet die Apple Watch in drei Kollektionen an. Apple Watch Sport mit Ion-X Glas und Aluminium-Gehäuse, die Apple Watch mit Saphirglas und Edelstahlgehäuse sowie die Apple Watch Edition mit Saphirglas und mit 18 Karat Gold-Gehäuse. Alle drei Kollektionen sind in 38mm und 42mm sowie mit verschiedenen Armbändern erhältlich.

Als wir die Apple Watch (42mm Modell) erstmals in der Hand hielten, waren wir überrascht wie „klein“ und kompakt das Gerät doch ist. Auf den Werbematerialien und auf der Apple Webseite wirkte die Apple Watch immer größer und klobiger. Zum Glück bestätigte sich dieser Eindruck nicht. Das 42mm Modell ist in unseren Augen die ideale Größe für ein normales Männer-Handgelenk. Wer es etwas kleiner wünscht, greift zum 38mm Modell.

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Man kann über Apple denken was man will, wenn Apple eins versteht, dann von hochwertigen Produkten in ausgezeichneter Verarbeitungsqualität. Für unseren Apple Watch Test dient die Apple Watch (Edelstahl) mit Gliederarmband. Das Modell fühlt sich absolut hochwertig an und man hat an keiner Stelle das Gefühl, dass Apple minderwertige Materialien eingesetzt oder diese schlampig verarbeitet hat. Es passt einfach alles.

Zeitmessung

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Apple bewirbt im wesentlichen drei Kernfunktionen der Apple Watch: Zeitmessung, neue Verbindungsmöglichkeiten sowie Gesundheit & Fitness. Zunächst einmal ist die Apple Watch eine ganz normale Uhr, die die Uhrzeit anzeigt. Nicht mehr und nicht weniger. Sobald ihr den Arm hebt oder eine Taste bzw. auf das Display drückt, schaltet sich der Bildschirm der Uhr ein und ihr könnt die Zeit ablesen. Sobald der Arm wieder gesenkt wird, schaltet sich das Display ab. Apple versucht soviel Akkuverbrauch wie möglich zu sparen und dies ist eine Maßnahme dafür.

Auf dem Display wird natürlich nicht nur die Uhrzeit angezeigt. Ihr könnt eure Zifferblätter individuell anpassen und für euch konfigurieren. Diese zusätzlichen kleinen Anzeigemöglichkeiten nennt man Komplikationen. Dieser Begriff kommt aus der Uhrenwelt und bezeichnet auch dort verschiedene Zusatzfunktionen der Uhr (Anzeige des Datums, Mondphase, zweite Zeitzone etc.).

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Genauso ist es auch bei der Apple Watch. Jedes Zifferblatt kann individuell bestückt werden. In unseren Augen dauert es ein paar Tage, bis die optimalen Komplikationen ausgewählt sind. Auch bietet es sich an, unterschiedliche Zifferblätter für unterschiedliche Anlässe oder Kleidungsstile festzulegen und so die Uhr beispielsweise farblich anzupassen.

Es macht Spaß, sich verschiedene Zifferblätter vorzukonfigurieren und diese regelmäßig zu wechseln. So kommt keine Langeweile beim Blick auf die Uhr auf. Es gibt einen Chronographen, bunte Zifferblätter, modular aufgebaute Zifferblätter, „praktische“ Zifferblätter, schlichte Zifferblätter, sich bewegende Zifferblätter, „Solar“-Zifferblätter, Astronomie-Zifferblätter sowie die Mickey Maus als Hintergrund auf dem Zifferblatt. Mickey zeigt beispielsweise mit den Armen die Stunden und Minuten an, während der Fuß im Sekundentakt tippt. Sicherlich ein lustiges Zifferblatt, dieses kam bei uns allerdings noch nicht zum Zuge und richtet sich sicherlich in erster Linie an das jüngere Publikum.

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Neben der eigentlichen Uhr bietet die Apple Watch noch weitere zeitspezifische Apps, so z.B. einen Wecker, eine Weltzeit-App, eine Stoppuhr, sowie eine Countdown-Apps. Diese Apps sind selbsterklärend, so dass wir nicht näher drauf eingehen.

Klingt logisch, dass eine Uhr die Uhrzeit anzeigt. Apple ist es gelungen, dies vernünftig umzusetzen und dem Anwender zahlreiche Wahlmöglichkeiten an die Hand zu geben, um das Zifferblatt zu individualisieren.

Neue Verbindungsmöglichkeiten

Eine weitere Funktion, die Apple bewirbt, sind die neuen Verbindungsmöglichkeiten. Dieser Funktion stehen wir mit gemischten Gefühlen gegenüber. Zum einen bietet die Apple Watch wirklich nützliche Kommunikationsmöglichkeiten, auf der anderen Seite finden wir ein paar dieser Möglichkeiten jedoch verspielt und ein Stück weit überflüssig.

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Das Nutzen von Nachrichten und iMessage auf der Apple Watch ist klasse. Ein paar unserer WhatsApp Gruppen wurden in die Nachrichten-App verlagert, so dass man schnell und einfach vom Handgelenk aus Nachrichten empfangen und viel wichtiger auch schreiben kann. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass man im Zusammenspiel mit der Apple Watch viele Dinge mit seiner Stimme erledigen muss. Hat man sich einmal dran gewöhnt, stellt die Apple Watch eine wirklich gute Option dar. Mal eben schnell eine Nachricht schreiben oder beantworten. Das klappt gut.

Mikrofon-Taste auf dem Display drücken, Nachricht einsprechen und anschließend Text oder eine Audiodatei versenden. Alternativ könnt ihr auch Smileys als kurze Antwort verschicken. Die Apple Watch schlägt euch auch Antworten vor, so dass ihr mit einem Klick mal eben „OK“ oder andere vordefinierte Antworten verschicken könnt.

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Darüberhinaus könnt ihr an andere Apple Watch Besitzer euren Herzschlag, eine kleine Zeichnung (Scribble) oder ein Tap verschicken. Ihr klickt die seitliche Taste an und könnt dort auf eure favorisierten Kontakte zugreifen. Besitzt euer Favorit eine Apple Watch, so wird euch am unteren Bildrand die Option für Digital Touch angezeigt und ihr könnt den Herzschlag etc. versenden. Während wir das Verschicken eines kurzen Taps oder des Herzschlags noch ganz „interessant“ finden, können wir mit den Scribbles nicht viel anzeigen. Dies mag daran liegen, dass wir künstlerisch nicht gerade begabt sind oder die Funktion einfach nicht brauchen. Am Anfang spielt man zwar mit den Scribbles herum, dauerhaft kommen diese aber bei uns nicht zum Einsatz.

Neben den Nachrichten könnt ihr auch auf Mails zugreifen und eure E-Mails lesen. Ein Antworten von Mail ist erst mit WatchOS 2 möglich, welches für Herbst 2015 angekündigt ist.

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Richtig gut, finden wir auch die Funktion, über die Apple Watch Telefonate führen zu können. Ihr könnt den integrierten Lautsprecher sowie das Mikrofon nutzen, um Anrufe zu initiieren oder Gespräche anzunehmen. Die Qualität ist für ein so kleines und kompaktes Gerät erstaunlich gut. Wie oft kommt es vor, dass man sein iPhone irgendwo liegen hat und in den eigenen vier Wänden oder im Büro unterwegs ist. Kommt ein Anruf, wird dies auf dem Apple Watch Display angezeigt und ihr könnt dieses am Handgelenk entgegennehmen. Möchtet ihr das Gespräch am iPhone fortführen, so braucht ihr dort nur am oberen Rand auf den schmalen grünen Balken zu klicken und schon wird das Gespräch umgelegt.

Gesundheit & Fitness

Ohne wenn und aber gehören die Funktionen rund um die Gesundheit und Fitness zu den Highlights der Apple Watch. Dies kann man in unseren Augen nicht an einer expliziten Funktion festmachen, es bezieht sich auf die Gesamtheit. Zunächst einmal wäre da der Pulsmesser, den Apple integriert hat. Laut Hersteller wird eure Herzfrequenz alle 10 Minuten gemessen, außer ihr seid in Bewegung oder bewegt euren Arm. Eure Herzfrequenzmessungen werden in der Health-App auf dem iPhone gespeichert, da könnt ihr diese einsehen. Sobald ihr ein Workout auf der Apple Watch startet, wird der Puls permanent gemessen und angezeigt.

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Apple selbst liefert zwei Fitness- bzw. Gesundheits-Apps mit. Standardmäßig stehen euch die Workout- und die Aktivitäts-App zur Verfügung. Über die Workout-App erfasst ihr eure sportlichen Aktivitäten. Unter anderem stehen „Laufen outdoor“, „Laufen indoor“, „Rad outdoor“, „Rad indoor“, „Crosstrainer“, „Stepper“ etc. zur Verfügung. Solltet ihr keine passende vordefinierte Sportart finden, so könnt ihr „Sonstige“ nutzen. Zu jeder Sportart stehen euch mehrere Möglichkeiten parat. Ihr könnt die Anzahl der verbrannten Kalorien eingeben, die ihr euch zum Ziel macht, eine definierte Zeit oder Strecke und ihr könnt ein „offenes“ Training starten, bei dem ihr Start und Ende ganz individuell festlegt. Wir nutzen in der Regel das offene Training und nicht etwa eine vorgegebene Zeit oder Strecke.

Sobald das Training gestartet wurde, stehen euch auf dem Bildschirm zwei Anzeigebereiche zur Verfügung, so dass ihr euch immer zwei Werte gleichzeitig anzeigen lassen könnt. Im unteren Bereich seht ihr die verstrichene Zeit, die Pace, die zurückgelegte Strecke, die verbrannten Kalorien sowie die Herzfrequenz. Mit einer Wischgeste könnt ihr hin- und her-schalten. Im oberen Bereich werden euch die Uhrzeit, die verstrichene Zeit sowie die Strecke pro Kilometer angezeigt (bezieht sich auf Laufen outdoor). Ihr wechselt mit einem Tap zwischen den Anzeigen. So könnt ihr für euch selbst festlegen, was euch angezeigt wird, wenn ihr beim Sport den Arm anhebt und auf die Uhr guckt.

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Doch nicht nur die Apple eigene Workout App könnt ihr zum Sport nutzen, im App Store tummeln sich bereits etliche kompatibel Apps. Wir nutzen z.B. Runkeeper und Runtastic Pro. Sämtliche Daten könnt ihr, wenn ihr wollt, ebenso in der Health-App abspeichern.

An dieser Stelle möchte wir auch kurz über die Tatsache sprechen, dass die Apple Watch über keinen GPS-Chip verfügt. Auch wenn sich der ein oder andere Nutzer darüber beklagt, stellt das für uns kein Problem dar. Wir sagen euch auch wieso.

Für gewöhnlich kommt die Apple Watch zum Einsatz, wenn das iPhone in der Nähe ist. Während dieser Zeit greift die Apple Watch auf den GPS-Chip des iPhone zu. Auch beim Sport haben wir für gewöhnlich das iPhone dabei, so dass die Laufstrecke mit den exakten Wegstrecken abgespeichert werden kann.

Für den Fall, dass wir ohne iPhone Joggen gehen, bietet die Apple Watch ebenso sehr genaue Messergebnisse. Am Anfang muss man ein paar Mal mit der Kombination aus Apple Watch und iPhone joggen gehen, damit sich die Apple Watch kalibrieren und sich an euren Laufstil gewöhnen kann. Anschließend liefert sie genaue Ergebnisse. Wir haben das Ganze mal ausgetestet und sind mit der Apple Watch (ohne iPhone) und gleichzeitig mit der TomTom Runner Cardio (hier unser Test) joggen gegangen. Der Streckenunterschied lag nach 10.000 Metern gerade mal bei 40 Metern. Das kann man in unseren Augen vernachlässigen. Aus Zeit und Strecke berechnet die Apple Watch alle anderen Werte.

Einziger Nachteil ist, dass bei der Verwendung der Apple Watch ohne iPhone die genaue Laufstrecke nicht aufgezeichnet wird und ihr euch diese im Nachgang nicht auf einer Karte anzeigen lassen könnt.

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Sprechen wir noch über die Aktivitäts-App. Diese speichert eure tägliche Aktivität und somit Kalorien, Trainings und Stehen. Training wird dabei nicht zwangsläufig mit einer Sporteinheit definiert, sondern kann auch ein schneller Spaziergang sein. Pro Stunde fordert euch die Apple Watch auf, euch mindestens eine Minute hinzustellen. Ist das Ziel 10 Minuten vor Erreichen der nächsten vollen Stunde nicht erreicht, erhaltet ihr einen kurzen Hinweis auf dem Display, der euch zum Aufstehen auffordert. Für Kalorien, Training und Stehen könnt ihr eigene Ziele definieren.

Darüberhinaus könnt ihr virtuelle Pokale gewinnen, z.B. für das erste Radfahrtraining, höchster Kalorienverbrauch, Bewegungsziel zu 200 Prozent erreicht etc. pp. In unseren Augen stellt die Apple Watch einen guten Motivator dar, sich wieder etwas mehr zu bewegen. Allerdings muss der Antrieb schon von einem selber kommen. Sollte der Entschluss gefast sein, wieder mehr Sport zu treiben, ist die Apple Watch ein guter Begleiter. Auf dem iPhone gibt es ebenso eine Aktivitäts-App. Diese hält noch ein paar weitere Infos zu euren Workouts parat.

Digitale Krone und Force Touch

Nein, die digitale Krone ist keine Revolution, wie sie das Multitouch-Display beispielsweise darstellt. Das Multitouch-Display beim iPhone bietet einfach viel mehr Möglichkeiten zur Steuerung des Gerätes. Gleichwohl müssen wir sagen, dass die Digitale Krone eine gute Möglichkeit darstellt, die Apple Watch zu bedienen.

In unseren Augen muss man sich erstmal an die Digitale Krone gewöhnen. Jahrelang haben wir jetzt Displays bei mobilen Endgeräten durch Berühren bedient. Dies führte sich bei der Apple Watch fort. Wenn man sich jedoch bewusst dazu „zwingt“ die Digitale Krone zu nutzen, merkt man den Mehrwert. Bedient man das Apple Watch Display mit den Fingern um zu scrollen, so wird ein Großteil des Displays verdeckt und dieses lässt sich nicht so gut ablesen. Genau an dieser Stelle setzt die Digitale Krone an. Dreht man an dem kleinen Rädchen so kann man ohne Einschränkung des Display scrollen. Ein weiterer Vorteil ist der, dass man schneller scrollen kann. Möchte man beispielsweise in der Musik-App einen bestimmten Interpreten in einer langen Interpreten-Liste suchen und durchscrollen, so geht das mit der Digitalen Krone deutlich schneller. Ein Klick auf die digitale Krone bringt euch von der Ansicht des Zifferblattes zur App-Übersicht. In der App-Übersicht führt der Klick dazu, dass die Ansicht zentriert wird.

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Force Touch ist ohne wenn und aber ein Highlight der Apple Watch. Es ist das erste Gerät, bei der Apple diese Technik verbaut hat. Auch beim MacBook und beim Retina MacBook Pro kommt Force Touch (hier unser Force Touch Test beim Retina MacBook Pro) mittlerweile zum Einsatz. Das Force Touch Display ist druckempfindlich und erkennt, wie stark ihr auf das Display drück. Dies bietet bei der Apple Watch eine weitere Menüebene. Das Apple Watch Display ist relativ klein und bietet nur begrenzt Platz für Buttons. Ein Force Touch Klick bringt weitere Buttons und Optionen zum Vorschein. In der Wetter-App könnt ihr so weitere Anzeigen einblenden, in der Musik-App könnt ihr per Force Touch die Quelle wechseln oder die zufällige Wiedergabe aktivieren und mit einem Force Touch Klick auf die Uhr könnt ihr das Zifferblatt ändern.

Wir können euch nur den Tipp geben, in den verschiedenen Apps einfach mal einen Force Touch Klick auszuprobieren, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Nicht nur die Apple eigenen Apps unterstützen Force Touch, auch bei den Drittanbieter-Apps funktioniert das Ganze.

Apps

Laut Apple stehen über 8.500 Apple Watch Apps im App Store zum Download bereit. Eine beachtliche Anzahl an Apps, zumindest wenn man diese mit der Handvoll Apps vergleicht, die für andere Smartwatches bereit stehen.

Schon jetzt gibt es viele Apple Watch Apps, die eine Bereicherung darstellen, so dass das iPhone nicht mehr aus der Hose gezückt werden muss. iMessages schreiben, Nachrichten lesen, Wetter abrufen, Fußball Live-Ticker verfolgen, Banking-Daten abfragen, Philips Hue steuern, einen Taschenrechner nutzen, Running-Apps starten und vieles mehr.

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Bisher und unter watchOS 1.x werden die Apps noch nicht nativ direkt auf der Uhr ausgeführt. Stattdessen sind diese der verlängerter Arm der zugehörigen iPhone-App. Zum jetzigen Zeitpunkt muss man ganz klar feststellen, dass Apps auf der Apple Watch noch nicht wie gewünscht laufen. Damit meinen wir nicht etwas den Funktionsumfang der einzelnen Apps, sondern die Leistungsfähigkeit als solche. Je nach App wirken diese ein wenig Träge und es können eins bis zwei Sekunden verstreichen, bis diese geladen sind.

Mit watchOS 2, welches für Herbst 2015 angekündigt ist, wird sich dies massiv verbessern, da Apps unter watchOS 2 nativ auf der Apple Watch laufen werden. Dies wird einen enormen Schub bringen und eine Bereicherung darstellen. Darüberhinaus bietet Apple mit watchOS 2 neue Programmierschnittstellen an, auf die Entwickler zugreifen können. So können Entwickler bei ihren Apps auf weitere Sensoren der Apple Watch zugreifen. Dies ermöglicht neuartige Apps auf die wir uns freuen.

Akku

Wenn man über die Apple Watch spricht, muss man auch zwangsläufig über die Akkulaufzeit und den Akku der Uhr sprechen. Was wurde im Vorfeld des Apple Watch Verkaufsstarts nicht über die Akkulaufzeit diskutiert und gelästert. Apple selbst spricht von 18 Stunden Akkulaufzeit und genau an dieser Zahl haben sich viele „gestoßen“.

Mehrere Monate später lässt sich festhalten, dass die Akkulaufzeit voll und ganz ausreicht, um locker über den Tag zu kommen. Die 18 Stunden, die Apple angibt, basieren auf folgendem Gebrauch: 90 Display-Aktivierungen durch Armheben, 90 Benachrichtigungen, 45 Minuten App-Nutzung und 30 Minuten Training mit Musik von der Apple Watch über Bluetooth im Verlauf von 18 Stunden.

Nutzt man die Apple Watch zum Telefonieren, so hält der Akku bis zu 3 Stunden, bei der Audiowiedergabe bis zu 6,5 Stunden, beim Training bis zu 6,5 Stunden, beim reinen Ablesen der Uhr bis zu 48 Stunden und im Modus der Gangreserve bis zu 72 Stunden.

Die Ladezeit gibt Apple mit 2,5 Stunden an. Bereits nach 1,5 Stunden ist der Akku zu 80 Prozent geladen. Alle Leistungsangaben gelten übrigens für die 38mm Apple Watch. Das 42mm Modell hat generell eine längere Batterielaufzeit.

Nach mehreren Monaten im Einsatz können wir festhalten, dass für unseren täglichen Gebrauch die Akkulaufzeit voll ausreicht. Abends haben wir in der Regel bei normalen Gebrauch noch um die 40 Prozent Akku. Dies variiert natürlich je nach Gebrauch. Geht man über eine längere Zeit beispielsweise Joggen oder führt ein anderes Training durch, so ist der Akkustand abends natürlich etwas niedriger.

Auch wenn unsere Apple Watch abends noch ausreichend Akku hat, laden wir sie über Nacht regelmäßig auf. So laufen wir nicht Gefahr, dass der Akku am Folgetag tagsüber leer wird. Abends in die Ladestation und morgens wieder rausnehmen.

Was lässt sich festhalten? Man kann die Apple Watch nicht drei Tage am Stück betreiben, ohne diese aufladen zu müssen. Gleichzeitig müsst ihr jedoch überhaupt keine Angst haben, dass der Akku der Apple Watch bei normalem Gebrach nach 10 Stunden leer ist.

Preis & Verfügbarkeit

Apple hat die Apple Watch in den ersten Monaten nur über den Apple Online Store angeboten. Zwischen Ende April und Ende Juni konnte die Watch nur online bestellt werden. Seit Mitte Juni lässt sich die Apple Watch auch über die örtlichen Apple Retail Stores kaufen. Alle Apple Watch Sport und Apple Watch Modelle können über den Apple Online Store sofort geliefert werden. Versand kosten fallen keine an.

Preislich geht es bei der Apple Watch bei 399 Euro los. Hierfür erhaltet ihr die Apple Watch Sport 38mm. Für das 42mm Modell zahlt ihr 449 Euro. Die Apple Watch (Edelstahl) startet bei 649 Euro und kostet als 42mm Modell in Space Black  mit Gliederarmband 1249 Euro. Für Apple Watch Edition 18 Karat Gold verlangt Apple zwischen 11.000 Euro und 18.000 Euro.

Fazit

In unseren Augen hat Apple mit der Apple Watch einen guten Start hingelegt. Zweifelsfrei ist die Apple Watch noch nicht ausgereift und bietet noch jede Menge Möglichkeiten für die kommenden Jahre. Die Basis, die Apple mit der ersten Apple Watch Generation liefert, ist gut. Wir vergleichen das Ganze gerne mit dem iPhone im Jahr 2007. Zum damaligen Zeitpunkt wurde das iPhone von vielen belächelt, mittlerweile hat sich das Gerät zum beliebtesten Smartphone entwickelt.

Ähnlich ist es mit der Apple Watch. Der Grundstein ist gelegt und in den kommenden Jahren werden viele Verbesserungen einfließen. Die aktuelle Generation hält bereits viele kleine und vor allem hilfreiche Features bereit. In erster Linie gefallen uns die Fitness- und Gesundheitsmöglichkeiten der Apple Watch. Eine Motivation für jeden, der Sport treibt oder damit anfangen möchte.

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Früher haben wir tagsüber hunderte Mal das iPhone aus der Tasche gezückt. Das hat sich mit der Apple Watch stark geändert. Push-Nachrichten werden auf der Apple Watch angezeigt und dort lässt man sich von vielen Apps informieren. In den ersten Tagen mit der Apple Watch muss ein Anwender erstmal für sich herausfinden, welche Nachrichten auf der Apple Watch angezeigt werden sollen. Dies könnt ihr über die Apple Watch App auf dem iPhone konfigurieren.

Gelungen finden wir zudem die verschiedenen Möglichkeiten beim Zifferblatt. Je nach Geschmack und je nach Anlass könnt ihr euch das passende Zifferblatt konfigurieren. Die verschiedenen Armbänder, die Apple zur Apple Watch anbietet, runden die Individualität ab. Das Gliederarmband beispielsweise im Alltag und zu festlichen Anlässen sowie das Sportarmband beim Workout.

Worum geht es sonst noch? In unseren Augen stehen kurze Interaktionen im Vordergrund. Auf der Apple Watch werdet ihr keine ellenlangen Dialoge vorfinden. Apps zeigen euch immer nur kurze Stichpunkte oder Stichworte an, die ihr innerhalb kurzer Zeit verarbeiten könnt. Oft werden auch nur wenige Buttons angeboten, die ihr drücken könnt. Kurz den Arm heben, interagieren, fertig.

Bei der Benutzung der Apple Watch hat Apple viele kleine nützliche Funktionen untergebracht. Hier nur ein paar Beispiele, nichts weltbewegendes, aber im Alltag nützlich. Ihr könnt beispielsweise das iPhone per Apple Watch auf „nicht stören“ schalten, ihr könnt das iPhone „anpingen“, so dass ihr es wiederfindet, wenn ihr es mal verlegt habt (Glances -> iPhone anpingen), ihr könnt auch den Blitz der iPhone-Kamera aufblinken lassen (Glances -> „iPhone anpingen“ drücken und gedrückt halten), ihr könnt die Apple Watch stummschalten, indem ihr eure Hand nach dem Eingang einer Nachricht oder Meldung für zwei Sekunden auf das Display legt, bis es kurz vibriert und ihr könnt z.B. das Apple Watch Display „ausschalten“, indem ihr bei aktiver Anzeige ebenso eure Hand kurz aufs Display legt und dieses verdeckt.

Apple hat bereits „Verbesserungsmöglichkeiten“ bei der Apple Watch erkannt. Die Arbeiten an watchOS 2 und somit am ersten großen Software-Update für die Apple Watch laufen. Mit dem Update wird bringt Apple unter anderem native Apps auf die Apple Watch. Dies sollte zu einer spürbaren Leistungssteigerung führen. Wir freuen uns auf in jedem Fall auf watchOS 2.

Kategorie: Apple

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11 Kommentare

  • Rolf

    Bitte denkt euch ein Synonym für „… in unseren Augen …“ aus. Ansonsten ein sehr praxisnaher Bericht – danke!

    25. Aug 2015 | 7:38 Uhr | Kommentieren
  • Sven77

    Hi, finde den Artikel auch ziemlich gelungen. Ich besitze die Apple Watch Sport und euer Bericht spiegelt meine Gedanken zur Apple Watch ziemlich gut wieder.

    25. Aug 2015 | 7:47 Uhr | Kommentieren
  • Matthias

    Super Apple Watch Testbericht. Ich habe die Apple Watch Sport seit April in Gebrauch und bin bis jetzt zufrieden. Für die erste Generation schlägt sich das Teil ziemlich gut. Habe neulich mal eine Samsung Smartwatch ausprobiert, die war eine Katastrophe. Freue mich schon auf watchOS 2.

    25. Aug 2015 | 8:00 Uhr | Kommentieren
  • Mark

    Netter Bericht, allerdings fehlen mir die Infos zur Wasserfestigkeit der Uhr. Das nochmal genau zu testen wäre interessant. Ich hätte momentan bedenken mit der Uhr zu duschen bzw. zu schwimmen.

    25. Aug 2015 | 8:14 Uhr | Kommentieren
    • Manuel

      Also Duschen un Schwimmen sind gar kein Problem.
      Ich war jetzt 2 Wochen im Urlaub und hatte die Uhr immer an wenn ich geduscht habe oder im Pool war.
      Auch Schnorcheln mit bis zu einer Tauchtiefe von 5-6m im Salzwasser hat die Uhr alles ausgehalten.

      Also ich bin sehr zufrieden mit der Wasserfestigkeit meiner Apple Watch Sport.

      25. Aug 2015 | 9:31 Uhr | Kommentieren
  • nihil

    Schöner Bericht!
    Was ist beim Akku gemeint mit “ bereits nach 1,5 Stunden zu 1,5 Stunden geladen“…?

    25. Aug 2015 | 8:39 Uhr | Kommentieren
  • Stev

    Du kannst ruhig mit ihr duschen. Nach dem Sport hab ich sie immer an beim duschen an.

    25. Aug 2015 | 9:09 Uhr | Kommentieren
  • Phil

    Habe die Sport watch seit Juni und bin ebenfalls sehr zufrieden. Der Testbericht deckt sich im Wesentlichen mit meinen Erfahrungen. Was zu sagen ist, dass die watch wunderbar unauffällig agiert, sehr edel aussieht (auch in der Sport Variante) und vor Allem das häufige Starren auf das iPhone überflüssig macht. Die Alltagsintegration ist sehr gut. Man gewöhnt sich sehr schnell an die Uhr. Sie ist nicht protzig und sicherlich ein guter Kauf. Mal schaun, wenn irgendwann etwas geld übrig ist, gönn ich mir vlt. mal die Edelstahlvariante….

    25. Aug 2015 | 9:35 Uhr | Kommentieren
  • dvdv

    Mich hat tatsächlich die Laufzeit des Akku positiv überrascht. Grade, wenn man die Uhr auf Reisen nutzt (was z.B. mit der Lufthansa App sehr komfortable ist), hatte ich die Befürchtung, dass es schwer wird, wenn man durch die Zeitverschiebung z.B. einen 35 Stunden Tag hat. Da man die Uhr im Flieger sehr wenig nutzt, war sie bei jedem Mal umsteigen verlässlich und hatte auch nach 35 Stunden noch 20% Akkuleistung zur Verfügung.

    25. Aug 2015 | 10:35 Uhr | Kommentieren
  • Axel

    Wollte zur wasserfestigkeit einen persönlichen Bericht abgeben.
    Habe die Applewatch wochenlang bei dem schönen Wetter zum Schwimmen getragen…
    Alles war super, bis ich einmal telefonieren wollte. Es kam kein Ton mehr :(…keine Sorge habe mir zu Hause den Föhn geschnappt und die zwei Schlitze gut ausgeföhnt. Nach einer Minute kam Wasser aus den Schlitzen und es ging wieder :).

    Habe es vorher nur nie bemerkt, weil ich den Ton der watch immer aus habe.

    25. Aug 2015 | 10:46 Uhr | Kommentieren
  • Martin

    Wenn hier von schwimmen, Schnorcheln und duschen die Rede ist: wäre es tatsächlich möglich kraulend seine 15 Bahnen mit einer Fitness App zu tracken?

    25. Aug 2015 | 13:56 Uhr | Kommentieren

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