Apple verklagt NSO Group, um den Missbrauch durch staatlich geförderte Spionagesoftware einzuschränken

| 19:20 Uhr | 1 Kommentar

Apple hat vor wenigen Augenblicken bekannt gegeben, dass das Unternehmen am heutigen Tag eine Klage gegen die NSO Group und ihrer Muttergesellschaft eingereicht hat, um sie für die Überwachung von und den gezielten Angriff auf Apple Nutzern zur Verantwortung zu ziehen. Darüberhinaus hat Apple bekannt gegeben, dass man Forscher und Verfechter im Bereich Cyberüberwachung mit zehn Millionen US-Dollar unterstützen wird.

Apple verklagt NSO Group

Apple hat Klage gegen die NSO Group eingereicht. Ihr erinnert euch? Journalisten, Anwälte, Menschenrechtsaktivisten etc. auf der ganzen Welt wurden von autoritären Regierungen mit Smartphone-Malware der israelischen Überwachungsfirma NSO Group ins Visier genommen. Auch iPhone-Nutzer blieben nicht unverschont. Stichwort: Pegasus.

Die eingereichte Klage enthält neue Informationen darüber, wie die NSO Group die Geräte der Opfer mit ihrer Spionagesoftware Pegasus infiziert hat. Um weiteren Missbrauch und Schaden für Anwender zu verhindern, beantragt Apple außerdem eine dauerhafte Verfügung, die der NSO Group die Nutzung jeglicher Software, Services oder Geräte von Apple untersagt.

Im belegenden Beitrag im Apple Newsroom geht Apple neuer auf die Klage und die Materie ein. Dort heißt es unter anderem

Die NSO Group entwickelt eine ausgeklügelte, staatlich geförderte Überwachungstechnologie, mit der ihre hochgradig zielgerichtete Spionagesoftware ihre Opfer überwachen kann. Diese Angriffe zielen nur auf eine sehr geringe Anzahl von Nutzer:innen ab und betreffen Personen mehrerer Plattformen, einschließlich iOS und Android. Forscher:innen und Journalist:innen haben öffentlich dokumentiert, dass diese Spionagesoftware in der Vergangenheit missbraucht worden ist, um Journalist:innen, Aktivist:innen, Dissident:innen, Akademiker:innen und Regierungsbeamt:innen zu überwachen.

[…]

Die Klage von Apple enthält neue Informationen über den FORCEDENTRY der NSO Group, ein Exploit für eine inzwischen geschlossene Sicherheitslücke. Diese ist zuvor genutzt geworden, um in das Apple-Gerät eines Opfers einzudringen und die neueste Version von Pegasus, der Spionagesoftware der NSO Group, zu installieren. Die Schwachstelle ist ursprünglich vom Citizen Lab, einer Forschungsgruppe an der Universität Toronto, entdeckt worden.

Die Spionagesoftware ist verwendet worden, um eine geringe Anzahl von Apple Nutzer:innen weltweit mit gefährlicher Malware und Spionagesoftware anzugreifen. Die Klage von Apple zielt darauf ab, weiteren Schaden von Personen abzuwenden und der NSO Group die Nutzung von Produkten und Services von Apple zu untersagen. Mit der Klage wird auch Wiedergutmachung für die eklatanten Verstöße der NSO Group gegen geltendes US-amerikanisches Bundes- und Landesrecht gefordert, die durch die Aktivitäten, Apple und seine Nutzer:innen gezielt anzugreifen, aufgetreten sind.

Die NSO Group und ihre Kund:innen verwenden die immensen Ressourcen und das Potenzial von Nationalstaaten, um Cyberangriffe sehr gezielt durchzuführen, die ihnen Zugriff auf das Mikrofon, die Kamera und andere sensible Daten auf Apple- und Android-Geräten ermöglichen. Um FORCEDENTRY auf Apple-Geräte zu übertragen, haben die Angreifer Apple-IDs erstellt, um bösartige Daten an das Gerät des Opfers zu senden. So konnten die NSO Group oder ihre Kund:innen die Pegasus Spionagesoftware ohne das Wissen des Opfers übertragen und installieren. Obwohl Apple-Server bei der Übertragung von FORCEDENTRY missbraucht worden sind, sind diese bei den Angriffen nicht gehackt oder kompromittiert worden.

Darüberhinaus betont Apple in der Meldung, dass iOS 15 eine Reihe neuer Sicherheitsvorkehrungen, darunter erhebliche Verbesserungen des BlastDoor-Sicherheitsmechanismus enthält. Obwohl sich die Spionagesoftware der NSO Group ständig weiterentwickelt, hat Apple keine Beweise für erfolgreiche Remoteangriffe auf Geräte mit iOS 15 und neueren Versionen festgestellt. Apple fordert alle Nutzer auf, sein iPhone zu aktualisieren und immer die neueste Software zu verwenden.

Laut Apple stellt das Unternehmen die sichersten Mobilgeräte auf dem Markt her und investiert kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzes und der Privatsphäre seiner Anwender. Sicherheitsforscher haben herausgefunden, dass andere mobile Plattformen 15-mal mehr Malware-Infektionen aufweisen als das iPhone und eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass weniger als zwei Prozent der mobilen Malware auf iOS-Geräte abzielt.

Kategorie: Apple

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1 Kommentare

  • Sabrina

    Da geht es der israelischen Firma endlich mal an den Kragen , sehr geil

    23. Nov 2021 | 23:44 Uhr | Kommentieren

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