iPad Pro Test

| 19:45 Uhr | 2 Kommentare

iPad Pro im Test. Erstmals hatte Apple im September 2015 einen Ausblick auf das iPad Pro gegeben. Bis das Gerät allerdings auf den Markt kam, dauert es bis Anfang November. Mit im Gepäck waren Apple Pencil, das Smart Keyboard für iPad Pro sowie weiteres Zubehör. Wir haben uns in den vergangenen Wochen intensiv mit dem iPad Pro und dem Apple Pencil beschäfigt. In diesem iPad Pro Test möchten wir unsere Gedanken zum 12,9 Zoll mit euch teilen. Dabei gehen wir in erster Linie auf die Unterschiede und Vorzüge des iPad Pro im Vergleich zum iPad Air 2 sowie iPad mini 4 ein.

ipad_pro_test_1

Test iPad Pro

Bevor wir das iPad Pro das erste Mal zu Gesicht bekommen haben, haben wir uns natürlich Gedanken darüber gemacht, wie groß das Display auf uns wirken, welche Vorteile das Gerät haben, ob wir das Smart Keyboard benötigen und ob Apple Pencil ein Vorteil im Alltag darstellen wird.

Der erste Gedanke, der uns beim ersten Anblick des iPad Pro kam, war „das Teil ist verdammt groß und gleichzeitig sehr mobil“. Mittlerweile liegen drei Wochen mit dem neuen iPad Pro hinter uns. Das neue 12,9 Zoll iPad bietet zahlreiche Vorteile und Annehmlichkeiten.

Design

Los geht es mit dem Design. Auf den ersten Blick wirkt das iPad Pro wie der große Bruder des iPad Air 2. Das Gerät ist von Anfang an vertraut. Auf den zweiten Blick fallen neben dem größeren Bildschirm weitere Unterschiede auf. Das iPad Pro misst 305,7mm x 220,6mm x 6,9mm (HxBxT). Dabei wiegt das iPad Pro WiFi 713g, das iPad Pro WiFi + Mobilfunk bringt 723g auf die Waage. Damit ist das Gerät 65,7mm länger, 51,1mm breiter und 0,8mm dicker. Zudem ist das iPad Pro WiFi 276g schwerer als das iPad Air 2. Klar, die größeren Abmessungen fallen direkt in Auge, aber auch beim Gewicht spürt, man, dass das iPad Pro schwerer ist, auch wenn es nur 276g mehr sind. Trotz seiner Größe und trotz des Gewichts wirkt das iPad Pro nach wie vor sehr mobil.

Welche Veränderungen gibt es sonst bei der Optik? Beim genaueren Hinsehen fallen einem die insgesamt vier Aussparungen für die Lautsprecher auf. An allen vier Ecken hat Apple Lautsprecher platziert, die eindeutig für einen satteren Sound sorgen (dazu später mehr). Zudem hat Apple einen neuen Smart Connector entwickelt, der zum Anschluss von Zubehör, z.B. das Smart Keyboard, gedacht ist.

Display

Apple verbaut beim iPad Pro ein 12,9 Zoll (32,78cm) Multitouch-Display mit einer Auflösung von 2732 x 2048 Pixel (Pixeldichte von 264ppi). Damit ist das Display 78 Prozent größer als beim iPad Air 2. Das 12,9 Zoll Display bietet 5,6 Millionen Pixel und somit deutlich mehr Pixel als das 15 Zoll Retina MacBook Pro. Um die Vielzahl der Pixel optimal darstellen zu können, setzt Apple auf verschiedene Technologien. Der Timing Controller (TCON) steuert das Display und sagt jedem Pixel, was er zu tun hat. Gleichzeitig setzt Apple auf eine variable Aktualisierungsrate. Das Display erkennt, wenn statische Inhalte angezeigt werden und sich das Bild nicht bewegt. Dann reduziert Apple die Bildwiederholungsrate von 60 auf 30 Mal pro Sekunde. Dies sorgt für einen geringeren Stromverbrauch. Alles in allem setzt Apple auf ähnliche Technologie wie beim iMac mit Retina 5K Display.

ipad_pro_test_6

Wir haben das Display in den letzten Wochen in verschiedenen Szenarien ausprobiert. Beim Spielen, beim normalen Surfen, beim Video gucken, beim Zeichnen etc. In allen Lebenslagen hinterlässt das Display einen sehr guten Eindruck. Das Display wirkt farbecht und kontrastreich. Das größere 12,9 Zoll Display bietet dem iPad Pro in unseren Augen neue Möglichkeiten. Insbesondere Spiele und Videos kommen deutlich besser zur Geltung. Einen Film auf dem iPad Pro angucken, macht gleich doppelt soviel Spaß. Aber auch beim Surfen spielt das Display seine Vorteile aus.

An dieser Stelle möchten wir thematisch passend noch über auf zwei weitere Punkte zu sprechen kommen. Multitasking und die Display-Tastatur. Mit iOS 9 hat Apple neue Multitasing-Features für das iPad eingeführt. Mit Slide Over, Split View und Bild-in-Bild habt ihr auf eurem iPad neue Multitasking-Möglichkeiten. Die neuen Multitasking-Funktionen funktionieren auch z.B. auf dem iPad mini 4 und iPad Air 2, so richtig zur Geltung kommen sie unseres Erachtens allerdings erst auf dem iPad Pro und dem 12,9 Zoll Display. Glücklicherweise unterstützen immer mehr Apps die neuen Multitasking-Features und so kann man beispielsweise das Display halbieren und links Safari nutzen und rechts Mail, Notizen, die Karten-App, eine Wetter-App oder Pages, Numbers etc.

Auch für die Display-Tastatur bietet das deutlich größere Display neue Möglichkeiten. Apple „verbaut“ ein Full-Size-Keyboard und ihr könnt neben den Buchstaben auch die Zahlen direkt erreichen. Muss man sich am Anfang erstmal dran gewöhnen, anschließend gewöhnt man sich jedoch recht schnell an die Vorteile.

Leistung

Apple verbaut beim iPad Pro den A9X, einen Chip der dritten Generation mit 64-Bit Desktoparchitektur. Die reinen Zahlen sind beeindruckend. Der A9X bietet die 1,8-fache CPU-Leistung des iPad Air 2 sowie die 22-fache Leistung des Original iPad. Bei der Grafikleistung bietet der A9X-Chip die doppelte Leistung des iPad Air 2 sowie die 360-fache Leistung des Original iPad. Bereits beim ersten Gebrauch des iPad Pro merkt man, dass Apple dem Gerät reichlich Power spendiert hat. Beim Öffnen von Apps, Surfen im Internet, Fotografie, Video-Export, Spielen, Fotobearbeitung etc. spürt man, dass die Grenze der CPU- und GPU-Leistung noch nicht erreicht ist. Ein Geekbench 3 Test zeigt, dass es die CPU mit dem MacBook, MacBook Air und MacBook Pro aufnehmen kann.

ipad_pro_test_9

Auch in Sachen Speicher hat Apple nachgelegt und einen neuen, überarbeiteten Speichercontroller verbaut, der es mit Desktopcomputer aufnehmen kann. So wird die Lese- und Schreibgeschwindigkeit erhöht. Dies spürt man in erster Linie beim Foto-Import oder Video-Export.

In den letzten Wochen haben wir das iPad Pro in verschiedenen Testszenarien ausprobiert. Das Gerät ist schnell, verdammt schnell. Wir hatten zu keinen Zeit das Gefühl, dass der A9X des iPad Pro an seine Grenzen gestoßen ist.

Lautsprecher

Anders als beim iPad mini 4 und iPad Air 2 spendiert Apple dem iPad Pro vier anstatt zwei Lautsprecher. Apple hat in jeder Ecke des Gerätes einen Lautsprecher platziert. Sowohl beim Spielen, bei Actionflimen, beim normalen Musikhören oder wo auch immer, merkt man direkt, dass aus dem iPad Pro mehr „Bumms“ rauskommt, als bei den anderen iPad-Modellen. Apple selbst spricht von 61 Prozent Rückvolumen und dreimal mehr Soundleistung als bei bisherigen Modellen. Da wir weder ein absolutes Gehör noch entsprechende Messinstrumente besitzen, können wir die Zahlen weder bestätigen noch widerlegen. Fest steht: Das iPad Pro bietet einen deutlich besseren Sound als die bisherigen iPads.

ipad_pro_test_2

Übrigens: Die Hifi-Lautsprecher beim iPad Pro erkennen, ob ihr das iPad Pro im Quer oder Hochformat haltet. Je nach Ausrichtung passt das Gerät den Sound an. Alle vier Lautsprecher sorgen dabei für den Bass, während die beiden oberen Lautsprecher für die Hochtöne verantwortlich zeichnen.

Zubehör

Apple bietet für das neue iPad Pro verschiedene Zubehörartikel an. Besonders interessant sind der Apple Pencil sowie das Smart Keyboard. Beides hat Apple speziell für das iPad Pro entwickelt, während das Smart Cover und das Silikon Case zwei alte Bekannte sind.

ipad_pro_test_7

Apple Pencil ist cool, verdammt cool, zumindest wenn man den passenden Anwendungsbereich hat. Wir haben den Apple Stift in den letzten Tagen immer mal wieder eingesetzt. Natürlich kann man ihn als Eingabegerät nutzen, um beispielsweise ein App-Icon auf dem Homescreen anzutippen oder die Display-Tastatur zu nutzen. Hierfür ist der Apple Pencil allerdings nicht gedacht. Die Vorzüge spielt das Hilfsmittel beim Zeichnen, Skizzieren etc. aus. Wir sind fest davon überzeugt, dass der Apple Pencil das perfekte Zubehör für Designer, Künstler etc. darstellt. Der Stift bietet euch neue kreative Möglichkeiten. Dabei reagiert er auf Druck und Neigung, genau wie ein normaler Zeichenstift. Drückt ihr fester, so wird der gezeichnete Strich breiter. Neigt ihr Apple Pencil, macht sich dies in einer Art Schattierung sichtbar, so wie man es beispielsweise von einem Bleistift erwartet.

Das iPad Pro erkennt, ob ihr mit dem Finger oder Apple Pencil auf das Display tippt. Kommt der Stift zum Einsatz, so wird das Signal 240 Mal pro Sekunde gescannt. Dies führt zu einer Umsetzung in Echtzeit auf dem Display. Am Ende des Pencils befindet sich ein Lightning-Stecker. Diesen könnt ihr nutzen, um den Stift direkt am iPad Pro aufzuladen. 15 Sekunden Ladezeit ermöglichen 30 Minuten Akkulaufzeit. 2 Stunden Ladezeit bietet 12 Stunden Akkulaufzeit. Apple liefert den Pencil zusätzlich mit einem kleinen Adapter aus, so dass ihr diesen auch direkt an einem USB-Netzteil mit Lightning auf USB Kabel aufladen könnt.

apple_pencil_kopplung

Die Ersteinrichtung des Apple Pencil ist übrigens kinderleicht und erfolgt in 5 Sekunden. Einfach Apple Pencil ins iPad Pro stecken und wenigen Augenblicke später erhaltet ihr auf dem iPad Pro Display eine Rückmeldung, dass der Stift erkannt und per Bluetooth verbunden wurde. Anschließend ist Apple Pencil einsatzbereit.

Smart Keyboard: Das Apple Smart Keyboard haben wir bis dato nur wenige Minuten ausprobiert. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist dieses in verschiedenen Situationen hilfreich. Insbesondere das Tippen längerer Texte geht mit dem Keyboard sehr gut von der Hand. Auch die Kurzbefehle, die das Keyboard ermöglicht, sind zeitsparend und hilfreich.

ipad_pro_test_10

Das Keyboard wirkt robust, ist wasser- und staubgeschützt und wird über den neu entwickelten Smart Connector verbunden. Diesen findet ihr an der Seite des neuen iPad Pro. Der Smart Connector ist eine neue Schnittstelle, die iPad Pro und Smart Keyboard direkt verbindet. Strom und Daten fließen über den Smart Connector in beide Richtungen. Das Smart Keyboard selbst bezieht seinen Strom vom iPad Pro Akku.

ipad_pro_test_5

Bis dato bietet Apple das Smart Keyboard nur mit dem Tastatourlayout für Englisch (USA) an. Das ist das einzige Manko, was wir bisher an Smart Keyboard erkennen können. Es kann doch nicht so schwer sein, dass Keyboard zum Marktstart auch mit deutschen Layout in die Verkaufsregale zu stellen. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis Apple dieses nachliefert.

Es ist sicherlich eine Grundsatzfrage, ob man am iPad Pro eine Tastatur, das Smart Keyboard dient gleichzeitig als Schutzhülle, nutzt oder eben nicht. Je mehr ihr mit dem Gerät produktiv arbeitet und je mehr Schreibarbeit ihr mit dem Gerät erledigt, desto hilfreicher ist eine Tastatur.

Sonstiges

Was gibt es sonst noch zum iPad Pro zu sagen? Vieles ist sicherlich vom iPad Air 2 bzw. iPad mini 4 bekannt. Apple setzt auf eine 8MP Kamera mit verschiedenen Features (Panoramabild, Serienbildmodus, Geotagging, Selbstauslöser, 1080p Videos, Zeitlupenvideos etc. pp). Zudem kommt eine FaceTime HD Kamera zum Einsatz. Zwei Mikrofone, WiFi (LTE je nach Modell), Bluetooth 4.2, GPS, GLONASS, Touch ID, Gyro, Barometer und weitere Komponenten sind ebenso an Bord. Über diese möchten wir hier nicht in epischer Breite berichten, da diese Funktionen von den bisherigen iPad-Modellen hinreichend bekannt sein dürften.

Bei der Akkulaufzeit setzt Apple ebenso auf die 10 Stunden, auf die das Unternehmen auch z.B. beim iPad Air 2 setzt. Wir haben jetzt nicht mit der Stoppuhr neben dem iPad Pro gesessen, allerdings sagt uns unser Bauchgefühl, dass die iPad Pro Akkulaufzeit in der Tat auf dem Niveau der bisherigen Modell liegt.

Fazit

Das iPad Pro ist ein richtig klasse Gerät und ohne wenn und aber das leistungsfähigste iOS-Gerät, welches Apple jemals auf den Markt gebracht hat. Es macht Spaß mit dem Gerät zu arbeiten und es für die tägliche Arbeit einzusetzen. Apple bewirbt das iPad Pro als vollständigen PC-Ersatz. Dies können wir nicht zu 100 Prozent unterschreiben. Allerdings kommt Apple diesem Vorhaben einen großen Schritt näher. Die Kombination aus iPad Pro + Apple Pencil + Smart Keyboard macht das Gerät für den Unternehmensbereich in unseren Augen besonders attraktiv und insbesondere Designer, Kreative und Künstler profitieren davon.

Steht bei euch euch der Kauf eines neuen iPads an, weil ihr vielleicht noch ein iPad 3 oder iPad mini 1 besitzt, dann solltet ihr euch das neue iPad Pro auf jeden Fall in eure Überlegungen mit einbeziehen. Hilfreich ist es, sich das Gerät vor Ort in einem Apple Store oder Apple Reseller anzugucken und anzutesten.

Preis & Verfügbarkeit

Anders als beim iPad Air 2 und iPad mini 4 setzt Apple beim iPad Pro auf drei Modelle. Ihr wählt zwischen dem iPad Pro WiFi 32GB, iPad Pro WiFi 128GB und iPad Pro 128GB WiFi+LTE. Darüberhinaus stehen auch die Farben Silber, Gold und Spacegrau zur Verfügung. Preislich liegt das iPad Pro bei 899 Euro, 1079 Euro und 1229 Euro. Alls Modelle sind innerhalb von 3 bis 5 Geschäftstagen verfügbar.

Kategorie: iPad

Tags:

2 Kommentare

  • Krusty

    Dass ihr dem A9X-Chip „Desktoparchitektur“ zuschreibt ist sehr irreführend: der A9X basiert wie alle Apple-Chips auf ARM-Architektur. Desktop-CPUs haben in der Regel Intel-basierte x86-Architektur.

    06. Dez 2015 | 20:33 Uhr | Kommentieren
    • Apfel Cidre

      @Krusty
      Meinst Du das echt im Ernst?
      Dann schaue mal bitte auf der Apple Homepage unter Ipad Pro.
      Dort steht nämlich auch 64 Bit Desktoparchitektur der dritten Generation.
      Und Apple muss es ja nun wirklich wissen.
      Nix für ungut.

      18. Jan 2016 | 0:45 Uhr | Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.