Öffentlicher Brief von Apple „Werden dem FBI beim Knacken eines iPhones nicht helfen“

| 11:55 Uhr | 6 Kommentare

Seit vielen Jahren macht Apple darauf aufmerksam, dass dem Unternehmen die Privatsphäre und der Datenschutz seiner Kunden besonders am Herzen liegt. Dabei weist Apple unter anderem darauf hin, dass keinerlei Schlüssel bei Apple gespeichert werden, so dass ein Gerät geknackt oder Kommunikation abgefangen werden kann. Dies ist den Strafverfolgungsbehörden naürlich ein Dorn im Auge, da ihnen die Hände gebunden sind und sie an die Daten auf den iOS-Geräte nicht herankommen.

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Gericht entscheidet: Apple muss FBI beim Knacken eines iPhones helfen

Wie NBC-News berichtet, hat ein US-Gericht dahingehend entschieden, dass Apple dem FBI helfen müsse, ein iPhone in einem Ermittlungsverfahren zu knacken. Es geht um einen terroristischen Anschlag, der im letzten Dezember in San Bernardino stattgefunden hat. Im Mittelpunkt steht ein iPhone 5C.

FBI Director James Comey gab an, dass seine Behörde es in den vergangenen zwei Monaten nicht geschafft habe, das iPhone zu knacken. Apple selbst hat jedoch auch keine Möglickkeiten, das Gerät zu knacken, da man keine Schlüsel speichere. Das FBI verlangt in diesem Fall nicht zwangsläufig eine Hintertür, als Option spricht die Behörde an, dass die Autolösch-Funktion bei einer bestimmten Anzahl von Fehlversuchen bei der Eingabe des Codes erhöht oder entfernt werden könne.

Öffentlicher Brief von Apple

In einem öffentlichen Brief äußert sich nun Apple in Form von Tim Cook zu dem Gerichtsbeschluss. Dabei spricht Cook die enorme Wichtigkeit an, Daten auf einem Smartphone zu verschlüsseln. Smartphones seinen zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden. Nutzer würden persönliche Informationen, wie z.B. Kommunikation, Fotos, Musik, Notizen, Kalender, Kontkte, Kreditkarteninformationen etc., auf den Geräten speichern und diese müssten vor Hackern und Kriminellen geschützt werden, so Cook.

Kunden erwartet von Apple, dass das Unternehmen alles unternimmt, um dieser Erwartung gerecht zu werden. Die Daten auf den Geräten seien verschlüsselt und selbst Apple habe keinen Zugriff auf diese.

While we believe the FBI’s intentions are good, it would be wrong for the government to force us to build a backdoor into our products. And ultimately, we fear that this demand would undermine the very freedoms and liberty our government is meant to protect.

Nach dem terroristischen Anschlag habe Apple eng mit dem FBI zusammengearbeitet und Daten herausgegeben, die im Besitz von Apple waren. Nun habe das FBI jedoch die Bitte an Apple herangetragen, eine Hintertür im iPhone zu installieren. Man solle eine neue iOS-Version entwickeln, die die bisherigen Sicherheitsfunktionen außer Kraft setzen und die man im Rahmen eines Ermittlungsverfahren auf das betroffene iPhone installieren könne. So eine Software – die nicht existiert – würde ein enormes Risiko darstellen. Es kann sein, so Cook, dass das FBI das Ganze nicht als Hintetür bezeichnet, für ihn ist diese Form der Software jedoch ohne wenn und aber eine Hintretür.

Kategorie: Apple

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6 Kommentare

  • Andre

    Gut so! Schön das Apple die Machenschaften der verschiedenen Behörden nicht unterstützt und damit den Nutzern eine gewisse Sicherheit gibt.

    17. Feb 2016 | 12:33 Uhr | Kommentieren
  • Zen

    Der Staat will die totale Kontrolle über alles und ich kann die Gründe von Tim nachvollziehen. Was ich aber an seiner Stelle machen würde, wäre folgendes: Software nur für dieses iPhone entwickeln. FBI zu sich einladen. Zusammen sämtliche Daten von diesem EINEN iPhone dann an das FBI übergeben und danach die Software und das iPhone vernichten. Die Kosten, trägt dann der Staat/FBI und gut ist. Dann haben die ihre Daten und fertig. Aber ich habe so das Gefühl, damit wird der Staat nicht zufrieden sein, denn sonst hätte man diese Lösung sicherlich schon längst vorgezogen.

    17. Feb 2016 | 15:24 Uhr | Kommentieren
    • Pascal

      Was stellst Du Dir denn vor, wie so etwas funktioniert? Die Möglichkeit besteht überhaupt nicht, speziell für dieses iPhone eine Software zu entwickeln. Selbst Apple hat nicht die Möglichkeit das iPhone zu entsperren.
      Und selbst wenn es möglich wäre – die Logik ginge doch vollkommen verloren, ansonsten fordert das FBI jedes Mal eine spezielle Softtware zu installieren und das hat nun mal dasselbe Ergebnis wie eine Backdoor….

      17. Feb 2016 | 15:40 Uhr | Kommentieren
    • Eddi

      Die Daten von den iPhones werden automatisch verschlüsselt, Verschlüsselte Daten sind so lange Müll bis man genau das richtige Passwort hat und die einzige Möglichkeit das herauszubekommen ist ausprobieren oder die Person die es kennt zu fragen. Wenn ausprobieren nicht klappt (wie es sicher das FBI versucht hat), dann kommt kein Mensch der Welt an die Verschlüsselung ran, dafür ist sie schließlich da. Da kannst du Software entwickeln wie du willst, im Nachhinein kommt man da nicht ran, Apple müsste von vornherein die Schlüssel speichern, aber das tun sie nicht, deswegen bringt es auch nichts irgendwas von Apple zu verlangen.

      17. Feb 2016 | 23:43 Uhr | Kommentieren
  • N.

    Ehrlich gesagt kann ich es mir kaum vorstellen, dass das FBI da nicht rankommt. Kann man nicht einzelne Teile ausbauen oder sowas? Es gibt doch immer eine tiefere Ebene auf der man etwas knacken kann.
    Kann es auch sein, dass sie es knacken können und durch die öffentliche Diskussion suggerieren, dass sie es nicht geknackt haben? Das würde doch alle hübsch motivieren, dass iPhone als sicher zu betrachten und das FBI könnte still und heimlich doch alles auslesen…?

    18. Feb 2016 | 8:08 Uhr | Kommentieren
    • Eddi

      Der Verschlüsselungsalgorithmus dürfte AES sein, der gilt bislang als unknackbar. Die unterste Ebene ist der Speicher und da steht statt 00001010010 nach dem verschlüsseln 10111000110, keine Möglichkeit da ranzukommen, das ist schließlich der einzige Zweck von AES.

      Wär AES knackbar, dann würde es wohl kaum die US Regierung für ihre geheimen Dokumente verwenden, es würde nicht mehr für WLAN, IP Telefonie oder sonstige Dinge verwendet werden. Außerdem würde sich das schnell rumsprechen sobald ein Fall bekannt wird in dem es geknackt wurde.

      18. Feb 2016 | 11:20 Uhr | Kommentieren

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