Differential Privacy in iOS 10: Anwender müssen zustimmen

| 20:03 Uhr | 0 Kommentare

Auf der WWDC hat Apple sich nicht nur den neuen Betriebssystemen gewidmet, auch die Erfassung von persönlichen Daten und die Notwendigkeit für einen verantwortungsvollen Datenschutz wurde angesprochen. Wie kann ein Unternehmen die wichtigen Nutzerdaten erheben, ohne die Privatsphäre zu kompromittieren? Apples Antwort liegt in der “Differential Privacy“ (zu deutsch: differentieller Datenschutz), mit der die empfindlichen Informationen des Nutzers geschützt werden sollen.

differencial_pricavy

Der Schutz von Nutzerdaten

Unternehmen sind auf die Nutzerdaten ihrer Kunden angewiesen. Mit iOS plant Apple neue Informationen seiner Kunden zu erfassen um das iPhone-Erlebnis zu verbessern. So soll Siri in Zukunft unter anderem besser einschätzten was der Nutzer als nächstes benötigt.

Datenschutz ist zu Recht ein sensibles Thema. Damit Apple dieses angemessen behandeln kann, setzt man auf Differential Privacy. Dies sind Mechanismen, die verhindern, dass Angreifer unterscheiden können, ob eine bestimmte Person in einer Datenbank enthalten ist oder nicht. Dabei werden allgemeine, statistische Informationen erfasst, aber die Privatsphäre einzelner Teilnehmer nicht eingeschränkt.

Differential Privacy ist keine Erfindung von Apple, vielmehr wird die Technik schon viele Jahre erfolgreich eingesetzt. So stellen Krankenkassen für die Forschung Daten zur Verfügung, ohne die Identität der Patienten offenzulegen. Diese Daten müssen für diesen Zweck bearbeitet werden. Im Idealfall werden sie bei der Erfassung bereits ohne Bezug gesammelt.

Datenerhebung ist freiwillig

Da während der WWDC nur wenig Details zu Apples Datenschutz-Plänen präsentiert wurden, hat nun Recode nachgehakt und weitere Erkenntnisse erlangt, die sie nun mit uns teilen.

Wie bereits angekündigt, wird das neue System mit iOS 10 eingeführt. Die Daten werden auf dem Gerät per hashing, subsampling, und noise injection randomisiert, bevor diese an Apple gesendet werden. Eine Zuordnung soll später nicht mehr möglich sein.

Weiterhin ist die Teilnahme an der Datenerhebung freiwillig, wer keine Daten teilen möchte, muss dies weiterhin nicht. Für die Bilderkennung, die ab iOS 10 Einzug findet, werden keine iOS-Nutzerdaten gesammelt. Der Dienst beruht auf einen Erkennungs-Algorithms, der jedoch von Apple nicht näher erläutert wurde.

Apple spricht von vier spezifischen Fällen der Datenerfassung: Neue Wörter die in das Wörterbuch eingetragen werden, verwendete Emojis (für die Wort zu Emojis Wandlung), Link aus Apps und Such-Hinweise aus der Notizen-App.

Datenschutz bei Apple

Apple sieht die Wichtigkeit in der Erhebung der Daten, will aber die Gratwanderung zwischen Datenschutz und Nutzen meistern. Ein Vorhaben das viele Unternehmen nicht immer verfolgen. Das angestrebte Konzept scheint ein Kompromiss zu sein, den Apple bereit ist einzugehen, um das Benutzererlebnis zu verbessern. Alternativ bleibt dem Nutzer die Möglichkeit, auf die Datenerhebung komplett zu verzichten.

Kategorie: Apple

Tags:

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.