HomePod: Apple Lautsprecher im Test

| 10:47 Uhr | 0 Kommentare

Apple HomePod im Test. Als Apple seinen Lautsprecher im Februar dieses Jahres auf den Markt brachte, war dieser zunächst nur in den englisch-sprachigen Ländern USA, Australien und Großbritannien erhältlich. Der Verkaufsstart in Deutschland sollte im Frühjahr 2018 erfolgen. Am 18. Juni war es endlich soweit. Seit wenigen Tagen lässt sich der HomePod über den Apple Online Store, die Apple Retail Stores sowie bei Apple Partnern kaufen. Wir haben den HomePod bzw. zwei HomePods als Stereo-Paar für euch getestet.

Test: HomePod

Allgemein

Beim Apple HomePod handelt es sich um einen von Apple entwickelten Lautsprecher. Dieser ist klein sowie kompakt und misst dabei 17,2mm in der Höhe und 14,2cm im Durchmesser. Das Gewicht wird mit 2,5kg angegeben. Bereits beim ersten Hochheben des Lautsprechers bemerkt man, dass man was kraftvolles in der Hand hält – auch wenn das Gehäuse verhältnismäßig klein ist. Der Lautsprecher ist von einem nahtlosen Netzgewebe umschlossen. Er wirkt zeitlos sowie stilvoll und ist in den Farben Spacegrau und Weiß erhältlich.

Auf der Oberseite des HomePods besitzt dieser einen Touchscreen. Dieser zeigt euch die Siri-Aktivität sowie ein Plus- und Minus-Symbol an, um die Lautstärke zu regeln. Darüberhinaus könnt ihr über die Touch-Oberfläche weitere Kommandos eingeben. Pause / Wiedergabe, Nächster Titel, Vorheriger Titel und das Aktivieren von Siri sind möglich.

Das Netzkabel ist ca. 1,90m lang, ummantelt und hinterlässt einen robusten Eindruck. Aufgrund der Länge des Kabels kann der Lautsprecher flexibel positioniert werden.

Als Apple den HomePod im Februar auf den Markt brachte, fehlten ein paar Funktionen, die Apple bereits vorgestellt, jedoch noch nicht implementiert hatte. Die Rede ist von AirPlay 2, Multiroom und Stereo-Paare. Diese Features hat Apple mit iOS 11.4 mittlerweile nachgereicht, so dass diese zum Deutschland-Start des Gerätes zur Verfügung standen.

Installation

Grundsätzlich ist der HomePod mit iPhone 5s oder neuer, iPad Pro, iPad Air oder neuer, iPad mini 2 oder neuer und iPod touch (6. Generation) mit iOS 11.2.5 oder neuer kompatibel. Stereopaare und die Möglichkeit ein kabelloses Multiroom-Audiosystem mit AirPlay 2 einzurichten, benötigen iOS 11.4.

Die Installation des Gerätes ist kinderleicht und könnte nicht komfortabler sein. Gerne vergleichen wir die Einrichtung des HomePods mit der Einrichtung der AirPods. Ihr müsst lediglich den HomePod mit dem Stromnetz verbinden und anschließend ein entsperrtes iOS-Gerät (in unserem Fall ein iPhone X) mit aktiviertem Bluetooth neben das Gerät halten.

Wenige Augenblicke später seht ihr auf dem Display eures iOS-Gerätes ein kleines Fenster mit einem HomePod-Lautsprecher und einen Klick später beginnt die Installation. Dabei werdet ihr unter anderem gefragt, ob eure Kontodaten (iCloud, iTunes Store) vom iOS-Gerät übernommen werden sollen. Hierbei sind auch zwei unterschiedliche Apple IDs möglich, so dass ihr für iCloud und iTunes unterschiedliche Apple-Konten nutzen könnt. Ihr definiert zudem, in welchem Raum der Lautsprecher platziert ist.

Unter der Überschrift „Persönliche Anfragen“ könnt ihr festlegen, ob ihr Jedermann erlauben möchtet, diesen HomePod zum Senden und Vorlesen von Nachrichten, Erstellen von Erinnerungen und Notizen und mehr mit diesem iPhone zu verwenden, wenn beide sich im selben WLAN befinden. Hierbei sollte sich jeder persönlich Gedanken dazu machen, wer Zugriff auf den HomePod hat. Freunde oder Bekannte könnten sich beispielsweise bei einem Besuch bei euch, eure iMessages vorlesen lassen.

Sämtliche Einstellungen können natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt über die Home-App geändert werden. Zum Schluss der Installation erhaltet ihr noch Beispiele für Fragen, wie ihr per Siri mit dem HomePod interagieren könnt.

Technik

Wie eingangs erwähnt, spürt man beim ersten Hochheben des Apple Lautsprechers bereits, dass man allerhand Technik in der Hand hält. Der HomePod ist zwar klein und kompakt, beherbergt allerdings zahlreiche Technologien.

Fangen wir mit dem Tieftöner an. Dieser sitzt oben im HomePod unterhalb des Touch Displays und „zeigt durch die Decke“. Dadurch soll eine großer Bandbreite an tiefem, sattem Bass erzeigt werden. Unter dem Bass sind insgesamt sechs Mikrofone ringförmig im Gehäuseinneren platziert. Diese sorgen nicht nur dafür dass euch der Lautsprecher versteht und eure Kommandos ausführen kann, gemeinsam mit dem internen Bass-EQ Mikrofon analysiert der HomePod den Effekt des Raumes und setzt dieses in einen gleichmäßigen Klang um. Soviel sei schon einmal vorab gesagt, dass Hotword „Hey Siri“ verstand der HomePod in unserem Test sehr gut, selbst wenn man am anderen Ende des Raumes stand und verhältnismäßig leise gesprochen hat. 

Im unteren Bereich des Gehäuses findet man einen Ring aus insgesamt sieben Hochtönern mit Beamforming. Jeder Lautsprecher hat seinen eigenen Verstärker. Durch die integrierte Raumerkennung, spürt der HomePod Wände, Tische oder sonstige Gegenstände auf, analysiert die Akustik und passt den Sound auf die Umgebung an. Dabei trennt Apple den direkten Sound vom Umgebungssound. Der direkte Sound (unter anderem der Gesang) wird in die Mitte des Raumes gerichtet, während der Umgebungssound über die linken und rechten Kanäle verteilt und von den Wänden reflektiert wird.

Angetrieben wird der HomePod vom selbst entwickelten A8-Chip. Dieser kam erstmals im iPhone 6 und iPhone 6 Plus zum Einsatz. Der A8 sorgt unter anderem für die Signalverarbeitung und das Zusammenspiel sämtlicher Lautsprecher.

HomePod im Einsatz

Wir haben festgestellt, dass sich der HomePod leicht installieren und bedienen lässt, zudem befindet sich allerhand Technik im Gehäuseinneren. Schlussendlich kommt es jedoch auch darauf an, wie sich der Apple HomePod im Alltag schlägt und wie gut der Sound des Gerätes ist. In den letzen Jahren haben wir uns schon mit allerhand Lautsprechern und Kopfhörern auseinander gesetzt. Wir trauen uns eine gute Einschätzung zur Soundqualität des Gerätes zu, gleichzeitig ist das Hörerlebnis sehr subjektiv. Während es einige Anwender z.B. etwas bass-lastiger mögen, reicht es anderen Nutzern dezenter.

Beim Einsatz des HomePods muss man sicherlich zwischen verschiedenen Disziplinen unterscheiden. Wie ist der Sound? Wie gut lässt sich Siri einsetzen? Mit welchen Audioquellen kann es der HomePod aufnehmen und wie einfach ist die generelle Bedienung? Genau diese Punkte haben wir uns beim HomePod Test gewidmet.

Vorab sei noch gesagt, dass wir zunächst einen HomePod betrieben haben und diesen anschließend mit einem zweiten HomePod zu einem Stereo-Paar verknüpft haben. Erfreulicherweise hat Apple mit dem Update auf iOS 11.4 die Funktionen Stereo-Paare und AirPlay 2 nachgereicht. Diese waren in unseren Augen auch längst überfällig.

Zunächst einmal haben wir verschiedene Musik-Genres per Apple Music über den HomePod gestreamt. Es wurde rockig, poppig, klassisch, lauter und leise. Bereits beim ersten Song (es war Highway to Hell von AC/DC) zeigte sich das riesige Audiopotential des HomePods. Der Sound war präzise, die Höhen klangen klar und der Bass saß. Wenn überhaupt könnte man meinen, dass der Bass minimal zu satt war. Aber das ist sicherlich subjektiv. Insbesondere bei den klassischen Tönen wurde klar, wie gut sich der HomePod schlägt.

Wie heißt es so schön? Auf einem Bein kann man nicht stehen? Oder: Doppelt hält besser. Wie dem auch sei. Wir haben einen zweiten HomePod mit dem ersten HomePod verknüpft und so ein Stereo-Paar erstellt. Bei der Installation des zweiten HomePods werdet ihr bereits gefragt, ob ihr ein Stereo-Paar erstellen möchtet. Nun müsst ihr noch noch auswählen, ob dieser zwei Lautsprecher der linke oder rechte Lautsprecher sein soll. Fertig.

Den HomePod-Test haben wir in einem Raum mit rund 35qm durchgeführt. Der eine HomePod hat diesen schon ordentlich mit Klang gefüllt, mit dem zweiten HomePod (Stereo-Paar) wird das Klangvolumen noch einmal deutlich nach oben geschraubt. Beide Lautsprecher laufen absolut synchron und die Stereo-Effekte sitzen.

Natürlich muss man hier bedenken, dass man in dieser Konstellation nicht nur 349 Euro ausgegeben (halten wir für den HomePod für einen fairen Preis), sondern knapp 700 Euro auf die Ladentheke gelegt hat.

Dank AirPlay 2 kann man die beiden HomePods auch in unterschiedlichen Räumen nutzen und die selbe Musik oder unterschiedliche Musik in den Räumlichkeiten abspielen. Im Büro laufen beispielsweise die Charts über Apple Music und in der Küche läuft euer Lieblingsradiosender, den ihr beispielsweise per iPhone auf den HomePod streamt.

Natürlich könnt ihr den HomePod auch mit anderen AirPlay 2 fähigen Lautsprechern kombinieren. Sonos hat das AirPlay 2 Update beispielsweise für Juli angekündigt. Ab dann könnt ihr zum Beispiel einen Apple Music Song im Büro (HomePod) und gleichzeitig im Wohnzimmer (Sonos Beam) abspielen.

Ein weiteres Beispiel ist die Kombination aus AppleTV und HomePod. Möchtet ihr einen Film über AppleTV angucken und den Klang aufwerten? So könnt ihr in den AppleTV Einstellungen festlegen, dass der Sound über den HomePod angespielt werden soll. Hier bringt ein Stereo-Paar natürlich auch den gewünschten Effekt.

Auch ein Telefonat, welches ihr mit dem iPhone führt, könnt ihr auf den HomePod legen.

Ihr habt mehrere Möglichkeiten den HomePod zu steuern. Zunächst einmal könnt ihr Siri verwenden. Dann bietet der HomePod eine Touch-Oberfläche und zudem könnt ihr euer iPhone etc. nutzen, um mit dem HomePod zu interagieren. Auf der Touch-Oberfläche werden zwar nur die Lauter- und Leiser-Taste dargestellt. Das eingebundene Video demonstriert euch allerdings, dass diese noch mehr Optionen zulässt.

Die Steuerung per iPhone bedarf sicherlich auch keiner großartigen Erklärung. Ihr spielt am iPhone eine Audioquelle ab und leitet diese dann per AirPlay 2 auf die HomePods um. Auch über das Kontrollzentrum habt ihr entsprechende Zugriffsmöglichkeiten.

Apple hat Siri direkt in den HomePod integriert, so dass auch eine Steuerung per Sprachbefehl möglich ist. Zunächst einmal sei gesagt, dass uns Siri gut verstanden hat, nicht nur wenn wir neben dem Gerät standen und es mucksmäuschenstill war. Auch bei der Soundwiedergabe oder am anderen Ende des Raumes könnte uns Siri gut aufnehmen. Die Befehle, die Siri grundsätzlich verarbeiten kann, werden folgerichtig über den HomePod ausgeführt. Ihr könnt Musik starten, HomeKit Elemente steuern, Nachrichten verschicken, einen Wecker stellen, das Wetter anrufen etc. pp.

Nichtsdestotrotz hat Siri in unseren Augen noch Luft nach oben. Manchmal haben wir das Gefühl, dass man Siri recht präzise mit Sprachbefehlen füttern muss. Hier würden wir uns wünschen, dass Anwender flexibler in ihrer Wortwahl werden können und Siri auch etwas komplexere Anfragen ausführen kann. Das ist allerdings eine Angelegenheit, die Siri nicht nur auf dem HomePod betrifft, sondern generell.

Von Haus aus spielt der HomePod folgende Audioquellen ab

  • Apple Music
  • iTunes Musikeinkäufe
  • iCloud Musikmediathek mit einem Apple Music oder iTunes Match Abonnement
  • Beats 1 Live Radio
  • Beats 1 Live‑Folgen On‑Demand
  • Apple Podcasts

Alle anderen Audioinhalte könnt ihr via AirPlay zum HomePod von iPhone, iPad, iPod touch, Apple TV und Mac übertragen. So könnt ihr beispielsweise Inhalte von iBooks, Spotify, Audible oder was auch immer zum HomePod streamen. Wünschenswert wäre es natürlich, dass Apple noch andere Streaming-Dienste direkt in den HomePod integriert. Wir können jedoch nachvollziehen, dass man dort die eigenen Services in den Fokus rücken will. 

Stichwort Datenschutz

Auf ein weiteres Thema möchten wir in diesem Zusammenhang noch aufmerksam machen. Es geht um den Datenschutz und die Privatsphäre. Immer mal wieder hat Apple in den letzten Jahren auf diese Themen aufmerksam gemacht und dies setzt sich beim HomePod fort. Der Hersteller aus Cupertino ist der Meinung, dass Datenschutz ein grundlegendes Menschenrecht ist. Dies betrifft auch den Umgang mit dem HomePod.

So gibt der Hersteller beispielsweise an, dass er eure persönlichen Daten bei Siri-Anfragen nicht erfasst, um diese an Werbetreibende oder andere Unternehmen zu verkaufen.

Unter anderem setzt Apple auf Technologien wie Differential Privacy, um euer Benutzererlebnis zu verbessern und gleichzeitig eure Daten zu schützen, die ihr mit Apple teilt. Differential Privacy – oder differentielle Privatheit – fügt deinen Daten zufällige Informationen hinzu, bevor sie von Apple analysiert werden. Erst kürzlich hat Apple seine Webseite zum Thema Datenschutz überarbeite.

Fazit

Alles in allem hinterlässt der HomePod auf uns einen überzeugenden Eindruck. Insbesondere die Kombination zweier HomePods zum Stereo-Paar kann sich wirklich sehen lassen und bereichert das Hörerlebnis. Die Installation ist kinderleicht und geht innerhalb einer Minute von der Hand. Auch die Erweiterung auf das Stereo-Paar funktioniert einwandfrei und komfortabel. Das Klangerlebnis in dieser Preisklasse begeistert. Steuerung und Bedienung sind intuitiv.

Erfreulicherweise hat Apple mit iOS 11.4 AirPlay 2 und Stereo-Paare eingeführt. Ohne diese beiden Features hat dem HomePod schlichtweg etwas gefehlt. Siri bietet noch Luft nach oben und wir wünschen uns, dass Apple die Möglichkeiten rund um den Sprachassistenten erweitert. Zudem hat Apple bereits abgekündigt, dass man den Support für Kalender in Deutschland noch in diesem Jahr freischalten wird.

In unseren Augen hat Apple einen guten Lautsprecher auf den Markt gebracht. Die musikalische Basis stimmt in jedem Fall. Jetzt gilt es, den HomePod bzw. die Möglichkeiten rund um das Gerät zu verfeinern und zu erweitern.

Übrigens: Schon jetzt dient der HomePod als HomeKit-Hub, so dass ihr eure HomeKit-Produkte nicht nur per AppleTV oder iPad von unterwegs ansprechen könnt, sondern auch per HomePod. Dies ging in der bisherigen Berichterstattung rund um das Gerät ein wenig unter.

Preis & Verfügbarkeit

Der HomePod ist zum Preis von 349 Euro in den Farben Spacegrau und Weiß. Beide Modelle sind im Apple Online Store auf Lager und werden kostenfrei verschickt.

Kategorie: Apple

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