WSJ-Profil widmet sich den Einkaufspraktiken von Apple

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Apple ist für seine komplexe Lieferkette bekannt – ein Profil des Wall Street Journals widmet sich nun Tony Blevins, dem Mann, der hinter der Organisation dieser vielseitigen Geschäftsbeziehungen steckt. Blevins ist Apples Vice President of Procurement. Seine Aufgabe ist es, eng mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten – oder „die Lieferanten zu bedrängen, um die Kosten zu senken“, wie der Bericht beschreibt.

Beschaffungsmanager mit eiserner Faust

Tim Cook stellte Blevins im Jahr 2000 für Apple ein, nachdem die beiden in den 1990er Jahren bei IBM zusammengearbeitet hatten. Blevins begann recht bescheiden mit der Beschaffung von „so gewöhnlichen Produkten wie Toilettenpapier“, schnell steigerte er sich jedoch und war für die „Überwachung von Einkäufen für iPod-Komponenten“ mitverantwortlich. Einen Namen im Unternehmen machte sich Blevins schließlich, indem er einen lukrativen Fünf-Jahres-Vertrag mit einem Speicherchip-Lieferanten sicherte. Mittlerweile verhandelt er mit Lieferanten auf der ganzen Welt, setzt die Fertigungsdetails durch und verwaltet die Halbleiterlieferanten.

Auch in Krisensituation zeigte sich Blevins stets verhandlungssicher. Er war zum Beispiel die treibende Kraft, die Apple-Zulieferer dazu ermutigte, Qualcomm während des anhaltenden Streits die Zahlung von Lizenzgebühren zu verweigern. Blevins Verhandlungsgeschick reicht sogar so weit, dass Cook ihn für die Leitung der Verhandlungen für das Apple Park Hauptgebäude eingesetzt hat. Als Blevins Angebote für das gebogene Glas des Bauwerks erhielt, lud er Glashersteller nach Hongkong ein, setzte sie in separate Konferenzräume und ging von Raum zu Raum, um den niedrigsten Preis zu erzielen, was Apple letztlich Hunderte von Millionen Dollar erspart haben soll.

Apples Vice President of Procurement ist auch der richtige Ansprechpartner, um sicherzustellen, dass die Lieferanten sich an die Geheimhaltungsvereinbarungen halten. Im Jahr 2017 gab Japan Display beispielsweise bekannt, dass man Aufträge für Flüssigkristallbildschirme erhalten hatte. Das Wall Street Journal bestätigte daraufhin, dass Apple zu den Smartphone-Herstellern gehörte, die Interesse an LCDs bekundet hatten. Einen Anruf von Blevins später, dürfte Japan Display fortan vorsichtiger über neue Kunden berichten. So forderte Apple von Japan Display 5 Millionen Dollar für die Verletzung der Geheimhaltungsvereinbarung. Japan Display zahlte nicht, versprach aber, in Zukunft vor Pressekonferenzen die Materialien an Apple zu übermitteln, damit das Unternehmen diese überprüfen kann.

Kategorie: Apple

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