Streit um das Passwort – Witwe erwirkt bei Apple eine Ausnahme

| 8:10 Uhr | 1 Kommentar

Eine Witwe aus dem kanadischen Victoria wollte gern das Apple-ID-Passwort ihres verstorbenen Ehemanns erhalten, um dessen Mac weiter nutzen zu können. Doch Apple weigerte sich zunächst gegen die Herausgabe – aus Datenschutzgründen, heißt es auf Go Public. Erst der Gang an die Öffentlichkeit brachte der Frau Genugtuung.

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„Das ist doch lächerlich“, sagt die 72-jährige Peggy Bush, nachdem sie erfahren hatte, was Apple für das Passwort verlangt: eine höchst-richterliche Entscheidung. Die Frau argumentiert: Es wäre eine Leichtigkeit gewesen, nach dem Tod des Mannes an ihre Pensionszahlung und sämtliche staatlichen Leistungen zu gelangen. Aber das Passwort zum Computer, das erhalte sie nicht.

Ein allgemeines Problem

Experten warnen schon seit längerem vor diesem Problem. Die Menschen hinterließen zunehmend immer mehr wichtige persönliche Informationen auf ihren Geräten. Bei einem plötzlichen Tod sind diese Daten für die Angehörigen gesperrt, die Konzerne behalten die Infos für sich und verstecken sich hinter gesetzlichen Regeln und Nutzungsbestimmungen.

Der Mann von Peggy Bush war im letzten Herbst an Krebs gestorben. Beide hatten sie ein iPad und einen Mac in Verwendung. Die Frau kannte den iPad-Zugang, doch das Passwort für den Rechner hatte nur der Mann. Mit ihm ist auch der Zugang zu den eigenen Daten verschwunden, klagt die Witwe wohl zu Recht.

Kampf mit dem Kundendienst

Dabei hatte sie alles Erdenkliche versucht: hatte sich monatelang mit dem Kundendienst herumgeschlagen, hatte diverse Dokumente eingereicht wie Gerätenummer, das Testament des Ehegatten, aus dem klar hervor ging, dass ihr alle Rechte zukämen, darüber hinaus auch die Todesurkunde. Danach schrieb die Tochter von Peggy Bush sogar noch einen Brief an den Apple-Chef Tim Cook. Doch all das führte nicht zum erhofften Erfolg. Der Konzern ließ mitteilen, es bedürfe einer richterlichen Entscheidung.

Witwe hat Glück

Das war den Hinterbliebenen offenbar zu viel. Sie wandten sich an die Presse und siehe da, der Konzern lenkte ein. Apple entschuldigte sich bei der Betroffenen. Alles sei ein „Missverständnis“ gewesen und Peggy Bush werde ihren Zugang bald erhalten.

Doch das grundlegende Problem ist damit freilich alles andere als gelöst. Zukünftig werden wir wohl des öfteren mit solchen Problematiken konfrontiert sein. Auch wenn man es ungern macht, sollte man sich schon zu Lebzeiten Gedanken zu seinem digitalen Nachlass machen.

Kategorie: Allgemein

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1 Kommentare

  • xyxyzabc

    Es handelt sich wohl um das Passwort für die Apple ID (wie am Anfang steht) und nicht um das Passwort für den Computer (wie es im Rest des Artikels steht)? Das Passwort eines Macs lässt sich im Normalfall ja ohne Probleme zurücksetzen ohne die Daten zu löschen. Alternativ könnte man die Festplatte ausbauen, die Daten kopieren und dann das System neu aufspielen. Zugegeben dazu muss man sich ein bisschen auskennen 😉

    19. Jan 2016 | 16:07 Uhr | Kommentieren

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