Apple Pay im Test: eine echte Bereicherung

| 21:02 Uhr | 7 Kommentare

Test: Apple Pay. Seit rund zwei Wochen ist Apples mobiler Bezahldienst Apple Pay auch in Deutschland verfügbar. Vier Jahre nach dem Start von Apple Pay in den USA kann somit auch hierzulande das iPhone als Zahlungsmittel genutzt werden. Apple Pay ist jedoch mehr als „nur mit dem iPhone“ zu bezahlen. Wir haben uns in den letzten Tagen intensiver mit Apple Pay beschäftigt und iPhone, Apple Watch, iPad und den Mac zur Bezahlung mit Apple Pay genutzt.

Apple Pay im Test

Vorraussetzungen

Zunächst einmal gibt es verschiedene Voraussetzungen, die vorliegen müssen, um Apple Pay nutzen zu können. Ihr müsst Kunde der „richtigen“ Bank sein. Apple Pay funktioniert nicht mit allen Banken und Bankkarten. Folgende Partner listet Apple aktuell auf: American Express, Maestro, Mastercard, Visa, Boon, Bunq, Comdirect, Deutsche Bank, Fidor Bank, Hanseatic Bank, HypoVereinsbank, N26, o2 Banking, Ticket Restaurant Edenred und VimPay. Für 2019 hat Apple bereits die Consorsbank, Consors Finanz, Crosscard, DKB, Fleetmoney, ING, Revolut, Sodexo und Viabuy angekündigt.

Nun ist es allerdings so, dass ihr euch nicht die MasterCard oder Visa Card einer x-beliebigen Bank schnappen und für Apple Pay hinterlegen könnt. Vielmehr muss die Karte von einer Apple Pay Partner-Bank ausgegeben worden sein.

Neben der passenden Bankkarte benötigt ihr auch das passende Apple Gerät. Blickt man auf das iPhone, so wird ein iPhone SE bzw. iPhone 6 (Plus) oder neuer benötigt, um Apple Pay in Stores, Apps oder im Internet mit Safari nutzen zu können. Beim iPad heißt es iPad mini 3 / iPad Air 2 oder neuer. Mit dem iPad könnt ihr allerdings nicht vor Ort in Geschäften, sondern in Apps sowie im Internet via Safari per Apple Pay bezahlen. 

Weiter eignen sich alle Apple Watch Modelle zum Bezahlen in Stores und in Apps.

Um mit dem Mac im Internet via Apple Pay bezahlen zu können, benötigt ihr einen Mac mit Touch ID. Alternativ könnt ihr Mac-Modelle, die 2012 oder später eingeführt wurden, mit einem Apple Pay-fähigen iPhone oder einer Apple Pay-fähigen Apple Watch nutzen.



Eine weitere Voraussetzung für den Einsatz von Apple Pay ist ein „kompatibles“ Geschäft bzw. eine App oder ein entsprechender Online Store.

Zudem betont Apple, dass Anwender die neueste Version von iOS, watchOS und macOS installiert haben und eine Apple ID verwenden sollen, die bei iCloud angemeldet ist. Apple Pay klappt jedoch auch, wenn ihr zum Beispiel das jüngste iOS 12.1.1 Update noch nicht auf dem iPhone installiert habt.

Zum guten Schluss müsst ihr die passende Bankkarte in Wallet und somit in eurer digitalen Brieftasche hinterlegen.

So richtet ihr Apple Pay ein

Wir erklären euch anhand des iPhones, wie ihr Apple Pay einrichtet. Grundsätzlich stehen euch hierfür mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Ihr geht über die Wallet-App, ihr nutzt den Weg über Einstellungen -> „Wallet & Apple Pay“ oder über die App einer teilnehmenden Bank.

Wir öffnen die Wallet-App. Dort findet ihr im oberen rechten Bildschirmbereich einen „+“-Button. Sobald ihr diesen Button gedrückt habt, werdet ihr von einem Apple Pay Willkommensbildschirm begrüßt, der euch durch die Installation geleitet. Sobald ihr auf „Fortfahren“ klickt, werden euch die teilnehmenden Banken angeboten. Klickt ihr zum Beispiel auf Comdirect könnt ihr im nächsten Schritt eure Kreditkarte abscannen. Dies klappte bei uns problemlos. Kreditkartennummer und Name wurden direkt erkannt. Natürlich könnt ihr diese Daten auch manuell eingeben. Die sogenannte CVC-Sicherheitsnummer (dreistellige Zahl, meist auf der Rückseite der Karte) müsst ihr ebenso noch eingeben. Wir wurden nun noch gefragt, ob wir die Kreditkarte zur Wallet-App auf dem iPhone und / oder der Apple Watch hinzufügen möchten. Wir haben beide Möglichkeiten ergriffen. Je nachdem kann es sein, dass euch eure Bank zur Authentifizierung noch eine SMS schickt.

Ein weiterer Weg führt über Einstellungen -> „Wallet & Apple Pay“. Dort findet ihr einen Menüpunkt „Karte hinzufügen“, der euch zum oben genannten Prozess führt und euch ebenso die Möglichkeit offeriert, eine Karte für Apple Pay zu hinterlegen. Unter „Wallet & Apple Pay“ habt ihr zudem verschiedene Einstellmöglichkeiten. Ihr könnt konfigurieren, ob durch Doppelklicken der Seitentaste die Karten bereitgehalten werden sollen, und ob Zahlungen auf dem Mac durch Apple Pay auf dem iPhone in der Nähe freigegeben werden dürfen. Zudem legt ihr verschiedene Transaktionsstandardwerte fest.

Die letzte Möglichkeit, um Apple Pay einzurichten, erfolgt über die App eurer Bank, so z.B. über die N26 App. Ruft ihr die App auf, so erhaltet ihr einen Hinweis auf Apple Pay und werdet gefragt, ob ihr eure Bankkarte hinterlegen möchtet.

Das Einrichten von Apple Pay klappte bei uns absolut problemlos und war innerhalb weniger Sekunden erledigt

Bezahlen mit Apple Pay

Grundsätzlich könnt ihr mit Apple Pay vor Ort in Geschäften, in Apps und im Internet über Safari mit Apple Pay bezahlen. Wir haben uns bei unserem Test in erster Linie mit der Bezahlung vor Ort in Geschäften sowohl mit dem iPhone als auch der Apple Watch konzentriert. Die Bezahlung per Apple Watch ist dabei in unseren Augen die unkomplizierteste Option.

Apple listet auf der deutsche Apple Pay Webseite zahlreiche Händler und Partner auf, bei denen die Zahlung mittels Pay möglich ist. Die Liste ist jedoch alles andere als abschließend. Grundsätzlich sind Apple Pay Bezahlungen dort möglich, wo ihr das Apple Pay Logo bzw. das Logo für kontaktloses Bezahlen entdeckt. Grundsätzlich heißt jedoch, dass es auch Ausnahmen gibt.

Genau diese Ausnahmen sind uns in den ersten Tagen mit Apple Pay auch über den Weg gelaufen. So bietet ein örtlicher Supermarkt zwar kontaktloses Bezahlen an, er akzeptiert jedoch keine Kreditkartenzahlungen. Gleiches gilt für ein Lotto-Geschäft. Dort kann zwar kontaktloses Bezahlen mittels Girocard, Maestro oder V-Pay genutzt werden, die Kombination aus Apple Pay und einer hinterlegten Kreditkarte schlug bei uns jedoch fehl.

Bis auf die wenigen Ausnahmen haben wir in den letzten Tagen allerdings zahlreiche Apple Pay Akzeptanzstellen entdeckt. Man achtet seit dem Start von Apple Pay einfach deutlich sensibler auf die Bezahlmöglichkeiten in den Stores. Neben den von Apple gelisteten Partnern, akzeptieren auch noch viele weitere namhafte Partner Apple Pay Zahlungen. So sind Apple Pay Zahlungen z.B. auch bei REWE, Penny und IKEA möglich. Dies sind jedoch nur ein paar wenige Beispiele.

Liegen alle Voraussetzungen für Apple Pay vor, so ist diese Art der Bezahlung eine absolute Bereicherung. Unsere Erfahrungen im Alltag sind durchweg positiv. Um Apple Pay mit dem iPhone XS Max zu nutzen, klickt der Nutzer doppelt auf die Seitentaste. Nun wird die Wallet-App geöffnet und die Standard-Kreditkarte gezückt. Möchtet ihr eine anderen Bankkarte nutzen, so müsst ihr an dieser Stelle in der Wallet App einfach die Karte wechseln und euch per Face ID legitimieren. Nun haltet ihr das iPhone an das Bezahlgerät und einen Wimpernschlag später ist die Bezahlung getätigt. Meist ist die Push-Nachricht der Bank schneller auf dem iPhone zugestellt, als dass das Kartenterminal die Bezahlung bestätigt hat.

Natürlich könnt ihr das iPhone auch in de Hosentasche lassen (es sei denn ihr müsst es eh zücken, um zum Beispiel eine digitale Kundenkarte für den Händler XYZ herauszuholen), und mit der Apple Watch bezahlen. Auch hier gilt: Doppelklick auf die seitliche Taste und die Uhr vor das Bezahlterminal halten. Hier müsst ihr euch nicht noch einmal separat legitimieren. Sobald die Uhr am Handgelenk ist und ihr diese entsperrt habt, könnt ihr die Watch für Apple Pay nutzen. Das geht noch einmal schneller, als erst das iPhone zu zücken.

Sonstiges

Was ist uns sonst so in den ersten Tagen mit Apple Pay aufgefallen. Zum Teil waren die Reaktionen der Kassierer bzw. Kassiererinnen recht interessant. So konnte garnicht nachvollzogen werden, dass man einfach seine Uhr vor das Terminal hält und damit den Einkauf bezahlt. Einige Mitarbeiter waren geschult, andere waren nicht explizit auf Apple Pay vorbereitet. In jedem Fall konnten wir feststellen, dass das Personal einen interessierten und neugierigen Eindruck hinterließ und dem kontaklosen Bezahlverfahren gegenüber offen eingestellt war.

Eure Apple Pay Transaktionen könnt ihr über die Wallet-App einsehen. Kreditkarte auswählen, anschließend mit „…“ das Menü aufrufen und dort den Reiter Transaktionen anklicken. Die Transaktionen die per iPhone und Apple Watch getätigt werden, werden in der Regel getrennt voneinander aufgeführt. Um die mittels Apple Watch getätigten Apple Pay Transaktionen zu betrachten, ruft ihr auf dem iPhone -> Watch-App -> Meine Uhr -> Wallet & Apple Pay -> Kreditkarte -> Transaktionen auf.

Wie funktioniert eigentlich die Rückgabe von Artikeln, die mit Apple Pay bezahlt wurden? Der Kassierer kann den Einkauf anhand eurer Geräteaccountnummer ermitteln. Um diese zu ermitteln ruft ihr auf dem iPhone -> Einstellungen -> Wallet & Apple Pay auf und tippet auf die Bankkarte. Sinngemäß erfolgt dies für die Apple Watch über die Watch-App am iPhone.

Sollte der Kassierer zur Bearbeitung der Rückgabe eure Kartendaten benötigen, müsst ihr wie beim Bezahlvorgang vorgehen. Wählt die Karte aus, mit der ihr die Zahlung getätigt habt, autorisiert die Rückgabe mit Face ID, Touch ID oder eurem Code und haltet das iPhone an das kontaktlose Lesegerät. Analog verhält es sich mit der Apple Watch. 

Fazit

Wir sind von Apple Pay begeistert und sind davon überzeugt, dass diese Art der Bezahlung die Zukunft darstellt. Ob nun Apple Pay oder eine ähnliche Lösung, zukünftig werden immer mehr Menschen mit ihrem Smartphone bezahlen.

Bei Apple haben wir das Gefühl, dass Apple Pay nicht nur komfortabel und schnell, sondern zugleich auch sicher ist. Eure Kartennummer sowie Informationen zu eurer Identität werden nicht an den Händler weitergegeben, und eure tatsächlichen Kartennummern werden weder auf eurem Gerät noch auf Apple-Servern gespeichert. Nach der Autorisierung eurer Zahlung sendet das Secure Element eure Geräteaccountnummer, einen transaktionsspezifischen, dynamischen Sicherheitscode sowie zusätzliche Informationen, die für den Abschluss der Transaktion benötigt werden, an das Kassenterminal des Geschäfts. Auch hier senden weder Apple noch euer Gerät die tatsächliche Nummer eurer Zahlungskarte. Vor der Genehmigung der Zahlung kann eure Bank, euer Kartenaussteller oder euer Zahlungsnetzwerk eure Zahlungsdaten überprüfen. Dabei wird der dynamische Sicherheitscode geprüft, um sicherzustellen, dass dieser einzigartig und mit eurem Gerät verknüpft ist.

Viel Licht etwas Schatten. Wie bereits erwähnt, stellt Apple Pay da, wo es akzeptiert wird, eine echte und willkommene Bereicherung dar. Wir würden uns wünschen, wenn noch mehr Geschäfte und Apps diese Art der Bezahlung akzeptieren. Gleichwohl können wir jedoch zum aktuellen Zeitpunkt durchaus nachvollziehen, dass z.B. eine Bäckerei auf dem Land keine Kartenzahlungen akzeptiert. Stichwort: Gebühren. Aus Kundensicht wäre es jedoch wünschenswert. Auch eine Erweiterung von Apple Pay Cash (bisher nur in den USA verfügbar) und somit die Möglichkeit Person-zu-Person Überweisungen zu tägigen, würden wir begrüßen.

Zudem hoffen wir, dass noch weitere Banken auf den Apple Pay Zug aufspringen. Die ersten Banken sind an Bord und für 2019 sind bereits weitere Banken (u.a DKB, ING und Consorsbank) angekündigt. An dieser Stelle möchte wir keine Diskussion zur Sparkasse oder den Volksbanken anstoßen. Wir würde es allerdings begrüßen, wenn Apple mit der Sparkasse und den Volksbanken eine Einigung erzielt und darüber das kontaktlose Bezahlen weiter vorangetrieben wird.

Diejenigen, die bereits Kunde einer Apple Pay Bank sind, haben Glück und können direkt loslegen. Alle anderen Nutzer haben die Qual der Wahl. Wechsel ich zu einer Apple Pay Bank? Warte ich und hoffe ich darauf, dass meine Bank in Kürze ankündigt, Apple Pay zu unterstützen? Ohne Risiko könnt ihr euch zumindest ein kostenloses Girokonto eröffnen, um diese für Apple Pay zu nutzen. N26 und Comdirect sind zwei Kandidaten.

Kategorie: Apple

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7 Kommentare

  • T. Göcke

    Apple Pay über hinterlegte Debit Card wäre aus meiner Sicht wünschenswert.
    – so sieht man alle Buchungen auf seinem Giro-Konto einzeln und zeitnah (für Online Banking / Auswertesoftware hilfreich, die z.T. Kreditkartenkonten stiefmütterlich behandelt – finanzcheck und CC Konten der Hypovereinsbank oder Miles & More Card)
    – und bekommt nicht einmal im Monat eine große Abbuchung vom Giro- auf das Kreditkartenkonto

    27. Dez 2018 | 9:20 Uhr | Kommentieren
    • Carlo

      Debit Kreditkarten funktionieren. Bei der N26 habe ich die Bestätigung der Buchung per Benachrichtigung schneller auf dem iPhone und der Apple Watch als der Kassierer eine Bestätigung der Zahlung hat! Ist schon erstaunlich wie schnell das geht.

      27. Dez 2018 | 13:53 Uhr | Kommentieren
      • Yiu

        Gibt sogar Maestro Karten, die funktionieren und wo man instant die benachrichtigung hat – ich sag nur bunq 😀

        31. Dez 2018 | 16:55 Uhr | Kommentieren
  • Marcel

    Sehe ich genau so und so ist es sowohl bei der N26- als auch bei der Deutschen Bank ;). Bei beiden Bank werden die respektiven Debitkarten hinterlegt und die Buchung wird in Echtzeit auf den Konto durchgeführt.

    Viele Grüße 🙂

    27. Dez 2018 | 10:11 Uhr | Kommentieren
    • Marcel

      Ich meinte natürlich: „… auf dem Konto…“

      27. Dez 2018 | 10:12 Uhr | Kommentieren
  • Seppl74

    Seit dem Start von Apple Pay in Deutschland habe ich bereits etliche Male meine Watch sowie das iPhone zum zahlen genutzt. Nur einmal hat es nicht geklappt, nämlich bei einem örtlichen Edeka, da dieser keine Kreditkartenzahlungen akzeptiert. Ansonsten „top“. Ich nutze übrigens eine N26 Karte und überlege, ob ich mir noch ein Comdirect Konto anlege.

    27. Dez 2018 | 16:12 Uhr | Kommentieren
  • S1

    Hab mir boon. mit 100€ automatischer Aufzahlung eingerichtet, wenn 100€ unterschritten sind. So kann man eigentlich immer alles kleine und mittelgroße bezahlen! Mal für 50€ tanken, mal für 90€ was bestellen. Mit ApplePay kann ich so 90% meiner Ausgaben tätigen. Der ganze Spaß kostet 1,49€ im Monat. Ist okay. Die einzigen Abbuchungen von meinem Konto sind jetzt noch Miete, Handyvertrag und Boon. selbst. 😀 Der ganze kleine Mist ist auf mein „Boonkonto“ umgestellt. Merkt man eigentlich gar nicht, dass die ING DiBa noch nicht bei ApplePay mitmacht! Vllt bleibe ich als ING Kunde auch bei Boon. Mal sehen. Hab jetzt im Monat dreimal was über 20€ gekauft, gab’s von boon. 5€ Cashback! Besser geht’s gar nicht! Boon. forever! Außerdem sieht die ING jetzt nicht mehr, für was ich so mein Geld ausgebe! 😛

    27. Dez 2018 | 19:21 Uhr | Kommentieren

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