Ring Türklingeln: Mitarbeiter sollen angeblich ungehinderten Zugriff auf Kundenkameras haben

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Ring war bisher für seine intelligenten Türklingeln mit eingebauter Kamera bekannt. Nun erlangt das Tochterunternehmen von Amazon auf eher bedenkliche Art und Weise einen neuen Bekanntheitsgrad. So berichtet The Intercept von einer besorgniserregenden Praxis in dem Unternehmen, bei der Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf die Videodaten der Kunden haben sollen.

Angestellte sollen angeblich Kunden-Streams ansehen

Im Dezember kamen bereits die ersten Hinweise auf, dass bei Ring nicht alles nach dem Datenschutz-Handbuch gehandhabt wird. So hieß es, dass Mitarbeiter einen unnötig großen Zugriff auf die Daten der Nutzer haben, inklusive Videoaufnahmen der intelligenten Türklingeln. The Intercept ist der Sache nun nachgegangen und hat einige zweifelhafte Arbeitsweisen aufgedeckt.

Im Februar 2018 kaufte Amazon das in Santa Monica ansässige Unternehmen, welches mittlerweile weltweit 1300 Angestellte beschäftigt. Hierzu gehört auch ein Entwicklungsteam aus der Ukraine. Das auf Ring Labs getaufte Studio arbeitet unter anderem an der Personen- und Objekterkennung der Türklingeln. Der Bericht behauptet nun, dass die Mitarbeiter für ihre Arbeit einen Zugriff auf die Videostreams und Aufnahmen der Kunden haben. Die Videodaten sollen dabei unverschlüsselt auf Amazons File-Servern liegen.

Im Zuge der Nachforschungen soll auch ein Mitarbeiter zu dem Thema Stellung bezogen haben. So würde Ring auf eine Verschlüsselung der Kunden-Videos verzichten, um Kosten zu sparen. Es soll sogar möglich sein unter Angabe der E-Mail-Adresse der Kunden den Live-Stream einzusehen.

Ring Labs widerspricht Behauptungen

Ein Pressesprecher von Ring Labs erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Mitarbeiter ausschließlich auf öffentlich verfügbare Videos Zugriff haben. Weiterhin würde das Unternehmen nur Videos von Kunden auswerten, die auch ihr Einverständnis dazu gegeben haben.

Dass bei Ring zumindest nicht alles nach dem Datenschutzgedanken vonstattenging, zeigt die Tatsache, dass Amazon im Mai 2018 Sicherheitsmechanismen für die ukrainische Niederlassung implementieren ließ. Dem Bericht zufolge haben sich die Mitarbeiter jedoch nicht beirren lassen und Wege gefunden die Sicherheitsmechanismen auszuhebeln.

Update 14.01.2019

Mittlerweile hat sich Ring an uns gewandt und folgende Äußerungen getätigt

Statement

“We take the privacy and security of our customers’ personal information extremely seriously. In order to improve our service, we view and annotate certain Ring video recordings. These recordings are sourced exclusively from publicly shared Ring videos from the Neighbors app (in accordance with our terms of service), and from a small fraction of Ring users who have provided their explicit written consent to allow us to access and utilize their videos for such purposes. Ring employees do not have access to livestreams from Ring products.

We have strict policies in place for all our team members. We implement systems to restrict and audit access to information. We hold our team members to a high ethical standard and anyone in violation of our policies faces discipline, including termination and potential legal and criminal penalties. In addition, we have zero tolerance for abuse of our systems and if we find bad actors who have engaged in this behavior, we will take swift action against them.”

Ergänzung

„Ring does not provide and never has provided employees with access to livestreams of Ring devices. As mentioned in our statement, Ring employees only have access to recordings that are sourced exclusively from publicly shared Ring videos from the Neighbors app (in accordance with our terms of service), and from a small fraction of Ring users who have provided their explicit written consent to allow us to access and utilize their videos for such purposes. Again, Ring employees do not have access to livestreams.“

Kategorie: Allgemein

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