Herzstillstand: App informiert im Notfall Ersthelfer in der Nähe

| 13:11 Uhr | 1 Kommentar

Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde. Die Zeit zwischen dem Eintreten des lebensbedrohlichen Notfalls bis zum Eintreffen von Ersthelfern sollte daher so kurz wie möglich sein. Hier hilft eine neue App aus Dänemark, die Ersthelfer im Notfall alarmiert. Laut der Washington Post hat diese App dazu beigetragen, die Überlebensrate bei einem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses deutlich zu erhöhen.

App alarmiert Ersthelfer

Defibrillatoren erforderten früher eine umfangreiche medizinische Ausbildung, aber die Entwicklung von automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) konnte diese Hürde deutlich herabsetzen. AEDs sind mittlerweile an vielen Orten wie öffentlichen Verkehrsstationen, Einkaufszentren und Bürogebäuden verfügbar, so dass sie für Ersthelfer schnell zur Verfügung stehen.

Auch wenn die Handhabung deutlich vereinfacht wurde, muss immer noch sichergestellt sein, dass ein geschulter Freiwilliger zur Verfügung steht, um AEDs im Bedarfsfall zu benutzen. Die Washington Post berichtet, dass Dänemark dieses Problem mit einer App für Ersthelfer gelöst hat. So heißt es in dem Artikel:

„In Dänemark hat sich die Überlebensrate bei Herzinfarkten erheblich erhöht, nachdem das Land damit begonnen hat, Freiwillige zu engagieren und einige von ihnen mit Smartphone-Technologie auszustatten, die sie auf Herznotfälle in der Nähe aufmerksam macht und ihnen hilft, automatische externe Defibrillatoren (AEDs) zu finden. Die Freiwilligen werden dann gebeten, Wohnungen zu betreten und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen, bis ein Krankenwagen eintrifft […]

In Dänemark ist die Überlebensrate bei einem außerklinischen Herzstillstand in den letzten 20 Jahren von 4 Prozent auf 16 Prozent gestiegen.“

Die App leitet die Helfer zunächst zum nächsten AED und dann zum Betroffenen. Bis zu 20 Freiwillige werden entsandt, was bedeutet, dass Hilfe wahrscheinlich schnell eintrifft. Andere Freiwillige können helfen, indem sie den Weg für die Sanitäter freimachen, den Krankenwagen ankündigen und vieles mehr – alles Schritte, die eine Erstbehandlung sowie den Weg zum Krankenhaus beschleunigen und die Überlebensrate weiter erhöhen.

Vergleichbare Apps werden bereits in mehreren Ländern getestet. In den USA wird beispielsweise die App PulsePoint genutzt. Doch haben Sicherheitsbedenken den Einsatz der App eingeschränkt. So ereignen sich viele Herzstillstände in Wohnhäusern. Hier hat man Bedenken, dass gegebenenfalls die freiwilligen Helfer zu den Wohnungen der Patienten gelotst werden. Wie jedoch die ersten Testläufe gezeigt haben, wurde das Ersthelfer-Programm zumindest von den Pilot-Gemeinden sehr gut angenommen.

Kategorie: Allgemein

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1 Kommentare

  • Pascal

    In Berlin mit der KATRETTER App schon lange Standard

    11. Mai 2021 | 16:45 Uhr | Kommentieren

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