Life360: Tile-Käufer verkauft Ortungsdaten seiner Nutzer

| 15:27 Uhr | 0 Kommentare

Vor kurzem haben wir berichtet, dass der Tracker-Anbieter Tile von dem Unternehmen Life360 übernommen wird. Life360 ist eine Plattform, die sich auf das Tracking von Familienangehörigen konzentriert. Bei so einem Verkauf ist es immer für die Kunden interessant zu wissen, was zukünftig mit ihren Nutzungsdaten geschieht. Im Falle von Tile ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zumindest die Ortungsdaten an weitere Firmen verkauft werden. So berichtet The Markup, dass der Verkauf von Daten bei Life360 zum Geschäftsmodell gehört.

Fotocredit: Tile

Das Geschäft mit den Daten

In der heutigen Welt ist es keine große Überraschung, wenn wir hören, dass einige Unternehmen die Daten ihrer Nutzer verkaufen. Das passiert ständig, und viele Unternehmen machen damit einen Riesengewinn. Bei einem Unternehmen, das eine „Sicherheitsplattform für Familien“ anbietet, wirkt ein solches Geschäftsmodell jedoch noch fragwürdiger.

Wie The Markup berichtet, stellt sich heraus, dass Life360 schon seit einiger Zeit Daten verkauft. Und zwar nicht nur irgendwelche Daten. Sondern präzise Standortdaten seiner Millionen von Nutzern. Die Software wird von über 33 Millionen Menschen auf der ganzen Welt genutzt.

Dem Bericht zufolge verkauft Life360 genaue Standortdaten von seinen Nutzern an „Dutzende“ von Datenmaklern. Daten von Kindern unter 13 Jahren werden angeblich nicht verkauft. Die Makler verkaufen diese Daten dann an interessierte Parteien weiter. In dem Bericht werden die Aussagen von zwei ehemaligen Life360-Mitarbeitern wiedergegeben, die beide sagen, dass das Unternehmen eine der größten Quellen für individuelle Nutzerdaten in der Branche ist.

Offenbar fehlt es generell an Sicherheitsvorkehrungen, um zu überprüfen, wie die Daten verwendet werden, insbesondere nachdem sie an Dritte weitergegeben wurden. Laut Chris Hulls, dem CEO von Life360, sind Daten ein „wichtiger Teil“ des Geschäftsmodells von Life360. Der Grund für den Verkauf von Daten ist, dass die Kernfunktionen von Life360 für die Nutzer kostenlos bleiben können. Die uralte Geschichte: Verkauf von Nutzerdaten, um Funktionen kostenlos zu machen.

Der Bericht fährt fort und spricht mit einem ehemaligen Mitarbeiter von X-Mode, einem Anbieter von Standortdaten. Dieser Mitarbeiter sagte, dass die rohen Standortdaten von Life360 eines der wertvollsten Angebote sind. Und warum? Wegen der „schieren Menge und Präzision der Daten“. In dem Bericht heißt es, dass Life360 Daten an verschiedene Makler verkauft hat, darunter X-Mode, Safegraph, Arity und viele andere.

Tile ist in gewisser Weise in der Mitte von all dem gefangen. Das Unternehmen ist gerade dabei, von Life360 übernommen zu werden, ein Deal, der über 200 Millionen Dollar wert ist. Mit diesem Kauf wird Life360 Zugang zu einer noch breiteren Plattform haben, was nach den Enthüllungen in diesem Bericht natürlich Anlass zur Sorge gibt.

Kategorie: Apple

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