Apple entschied sich für einen offenen Workflow bei der Entwicklung der AirPods Pro

| 16:55 Uhr | 0 Kommentare

Apple legt großen Wert auf die Geheimhaltung, wenn es um zukünftige Produkte geht. Das bekommen auch die Mitarbeiter zu spüren, die bei ihrer Arbeit einige Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Intern wird dies immer mal wieder bei Apple diskutiert, so beispielsweise auch bei den AirPods Pro. Als die AirPods Pro in den Jahren vor ihrer Markteinführung entwickelt wurden, drängte ein kleines Team von Personalmanagern Apple dazu, eine transparentere und weniger geheimnisvolle Arbeitsatmosphäre für die Mitarbeiter zu schaffen – eine Abkehr von der extrem geheimnisvollen und abgeschotteten Arbeitskultur, was zu einem großen Erfolg führte.

Weniger Geheimhaltung bei der Zusammenarbeit

Dank eines Gastbeitrags auf Fast Company erhalten wir heute einen der seltenen Einblicke in Apples geheimen Arbeitsprozess. Chris Deaver, ein ehemaliger Apple-Personalmanager, der von 2015 bis 2019 im Unternehmen tätig war, erklärt in dem Bericht, wie wichtig bei Apple die Produktgeheimhaltung war und welche Einschränkungen dies für die Mitarbeiter bedeuten konnte.

Mitarbeiter, die bei Apple an neuen Produkten arbeiten, haben keinen Einblick in das, was andere Teams tun. Mitunter werden sogar Teams innerhalb des gleichen Projektes eingeschränkt. Das hat laut Deaver bei einigen Mitarbeitern ein Gefühl der Ausgrenzung erzeugt.

Diese Kultur der Geheimhaltung und Informationsbeschränkung brachte Mitarbeiter, die an verschiedenen Produkten und Fachbereichen arbeiteten, oft in ein unangenehmes Spannungsfeld, da sie nicht wussten, mit wem sie sprechen konnten und vor wem sie Geheimnisse geheim halten mussten, weil sie rechtliche oder arbeitsbezogene Strafen fürchteten.

„Die Teams tüftelten monatelang in getrennten Abteilungen, um sich schließlich in der letzten Stunde vor der Markteinführung zusammenzufinden, was zu fünf- oder sechsstündigen täglichen Meetings führte, die enorme Spannungen und Burnout hervorriefen. Die Mitarbeiter waren frustriert“, erklärt Deaver.

Als Deaver für das AirPods Pro Team mitverantwortlich war, machte er sich über die Problematik intensiv Gedanken und gründete eine Arbeitsgruppe. Das Brainstorming dieses Teams führte schließlich dazu, dass Apple eine transparentere und kooperativere Arbeitskultur für die AirPods Pro einführte. Statt getrennter Gruppen, die in getrennten Räumen an denselben Produkten arbeiteten, aber nicht miteinander kommunizieren oder zusammenarbeiten konnten, entschied sich Apple für einen offenen, frei fließenden Workflow für die AirPods Pro.

Das Resultat war ein großer Erfolg, wie sich Deaver erinnert:

„Die Teams konvergierten und die Führungskräfte wurden offener, vernetzter und trieben die Zusammenarbeit auf ein höheres Niveau als je zuvor. Wir verbrachten viel Zeit damit, wichtige Führungskräfte und Ingenieure zu coachen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und sie bei der Entwicklung der AirPods zu beeinflussen. Das Ergebnis war ein Brain-Trust mit regelmäßigen Sitzungen, Offenheit und Verbundenheit, der die wahnsinnig tollen AirPods Pro mit Geräuschunterdrückung zum Leben erweckte. Es war ein Zeugnis für Innovation, aber auch für die Kraft des Teilens. Ja, das Teilen konnte im Kontext der Geheimhaltung erfolgen.“

Die neue Unternehmenskultur wurde intern als „Different Together“ bezeichnet, eine Anspielung auf Apples ikonische „Think Different“-Kampagne. Ein Teil von Apples Priorität bei der Wahrung der Geheimhaltung ist die Verhinderung von Leaks und Gerüchten darüber, woran das Unternehmen arbeitet. Wie Deaver erfolgreich beweisen konnte, kann Apple gleichzeitig geheimnisvoll und kollaborativ sein, wie die Entwicklung der AirPods Pro zeigt.

Kategorie: Apple

Tags: ,

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.