Zuliefererbericht 2018: Apple klärt mehr Arbeiter über ihre Rechte auf

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Jedes Jahr veröffentlicht Apple den sogenannten Zuliefererbericht. Dieser gibt über die Zusammenarbeit mit den Zulieferern Auskunft und ermöglicht einen Einblick hinter die Kulissen der Produktion. Natürlich verrät Apple nicht sämtliche Details der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Firmen, allerdings enthält der Report oftmals interessante Erkenntnisse. So erfahren wir dieses Jahr unter anderem, dass man verstärkt die Arbeiter auf ihre Rechte aufmerksam gemacht hat, was gemessen an den gestiegenen Verletzungen der Arbeitsbedingungen auch notwendig war.

Apple baut Kontrollen bei Zulieferern aus

Apple stellt für seine Partner aus der Zulieferkette einen Verhaltenskodex auf, der vor Ort überprüft wird. Ein Punktesystem sorgt dafür, dass Apple schnell Defizite erkennt und auf diese reagieren kann.

Hierbei werden die Lieferanten in „High Performer“ (90 bis 100 Punkte), „Medium Performer“ (60 bis 89 Punkte) und „Low Performer“ (59 oder weniger Punkte) eingeteilt. Laut dem Bericht hatte Apple 756 Lieferantenbewertungen in 30 Ländern durchgeführt, von denen 197 im vergangenen Jahr erstmals besucht wurden.

Mit dem Ausbau der Prüfungsaktivitäten von 705 Standorten im Jahr 2016 auf 756 im vergangenen Jahr, stieg der Anteil der „High Performer“ von 47 Prozent auf 59 Prozent. „Medium Performer“ sind auf 40 Prozent zurückgegangen, während die „Low Performer“ von 3 Prozent im Jahr 2016 auf 1 Prozent im Jahr 2017 gesunken sind. Im Jahr 2014 schnitten übrigens noch 14 Prozent der Zulieferer besonders schlecht ab.

Verletzungen der Arbeitsbedingungen

Unerfreulich ist, dass im letzten Jahr 44 Verletzungen der Arbeitsbedingungen festgestellt wurden, dies ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Hierzu zählten drei Fälle schuldhafter Zwangsarbeit, 38 Verstöße gegen die Arbeitszeitverfälschung, ein Verstoß gegen Zugangsbeschränkungen und zwei Verstöße gegen minderjährige Arbeit.

Apple erklärt, dass die schuldhaft verbundenen Fälle der Lieferanten angeklagt wurden, darunter ein Fall, in dem über eine private Arbeitsvermittlungsagentur mehr als 700 Arbeitnehmer von den Philippinen rekrutiert wurden, was zu einer Strafe von über einer Million US-Dollar führte. Bei den zwei Verstößen gegen minderjährige Arbeit nutzten die betroffenen Personen gefälschte Ausweispapiere. Als sie entdeckt wurden, schickte man die Personen nach Hause und ließ sie in einer Schule nach ihrer Wahl einschreiben. Die Lohnzahlungen wurden jedoch weiterhin gezahlt. Zusätzlich wurde ihnen eine Arbeitsstelle zugesagt, wenn sie das gesetzliche Mindestalter erreicht haben.

Aufklärungsarbeit

Damit Verstöße schneller bemerkt werden, setzt Apple auch auf Aufklärungsarbeit bei den Arbeitern. Alleine im vergangenen Jahr wurden 3 Millionen Menschen in Fortbildungen auf ihre Rechte aufmerksam gemacht. Dabei wurden sie auch geschult, wie sie bei einem Verstoß eine Unterstützung erhalten können.

Den gesamten Zuliefererbericht mit weiteren interessanten Einblicken könnt ihr auf Apples Sonderseite einsehen.

Kategorie: Apple

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