Apple stellt iOS 12 vor: Mehr Leistung, geteilte AR-Erlebnisse und neue Wege zu kommunizieren

| 21:12 Uhr | 2 Kommentare

Apple eröffnete heute die WWDC 2018 im San Jose McEnery Convention Center. Wie zu erwarten war konzentrierte sich das Unternehmen auf seine Software. Mit einer großen Qualitätsoffensive sollen Bugs, wie sie sich letztes Jahr in iOS und macOS eingeschlichen hatten, der Vergangenheit angehören. Doch Apple hat sich nicht nur auf die Stabilität und Sicherheit konzentriert, was man gleich zu Beginn mit iOS 12 zur Keynote bewiesen hat.

Mehr Leistung

Nachdem Apple zunächst einige Zahlen zu iOS 11 präsentiert hatte, erklärte Craig Federighi, dass iOS 12 auf allen iOS-Geräten läuft, auf denen auch iOS 11 erhältlich war. Somit starten wir mit dem iPhone 5s. Dabei werden alle Geräte von einer optimierten Performance profitieren, die sich besonders unter Last bemerkbar machen soll. Weiterhin sollen Apps schneller starten und sich schneller beenden lassen. Die Kamera startet bis zu 70 Prozent schneller, die Tastatur erscheint bis zu 50 Prozent schneller und das Tippen ist responsiver.

Indem das Software-Team mit dem CPU-Team intensiv zusammengearbeitet hatte, konnten einige clevere Lösungen in iOS 12 integriert werden, die es ermöglichen, dass die CPU-Leistung schneller abgefragt werden kann. Trotz dieser gesteigerten Leistung, soll die Effizienz nicht leiden. So wird iOS 12 auch im Leistungsverbrauch optimiert. Ein Zitat von Craig Federighi fasst die Verbesserungen treffend zusammen:

„Apple verdoppelt die Leistung. Es geht darum, Geräte schneller und reaktionsschneller zu machen.“

Augmented Reality

iOS 12 wird jedoch nicht nur „mehr Performance“ bieten. Besonders Augmented Reality (AR) Anwendungen hat Apple heute viel Bühnenzeit gewidmet. iOS 12 soll AR stärker im ganzen System verankern.

Komplett neu ist AR-Quicklook, mit dem schnell in eine AR-Ansicht gewechselt werden kann. Auch neu wird ein spezielles Dateiformat (USDZ) sein, dass Apple in Kooperation mit Pixar entwickelt hat, um neue AR-Erlebnisse zu ermöglichen. Einer der ersten großen Entwickler, die dieses Format unterstützen wird Adobe sein. So erklärte Abhay Parasnis auf der Bühne, dass Adobe USDZ  in die Creative Cloud-Suite einbinden wird. Für Entwickler bedeutet das, dass sie alles aus der Creative Cloud in eine AR-Umgebung bringen können.

Im weiteren Verlauf hat Craig Federighi die Genauigkeit von dem ARKit 2.0 verdeutlicht. Apple wird sogar eine eigene App veröffentlichen, mit der man das iPhone sehr effektiv als Metermaßband nutzen kann. Eine Demo der App zeigte, dass die Funktion durchaus brauchbar sein könnte. Mit Demos ging es dann auch weiter, bei denen besonders die gezeigten Spiele überzeugen konnten. Unter anderem war ein Lego-Gebäude zu sehen, was sich auf der Bühne aufbaute. Zudem kann die App auch Lego-Modelle erkennen und baut diese dann auf, was jeden Lego-Fan das Herz schneller schlagen lassen dürfte. Als Bonus kann man sogar mit den Lego-Objekten „spielen“.

Das Highlight war jedoch, dass mehrere iOS-Geräte gemeinsam das gleiche AR-Bild darstellen können. So lassen sich eindrucksvolle Mehrspieler-Erfahrungen umsetzen. Die Geräte kennen gegenseitig ihre Position und synchronisieren sich untereinander. Bis zu vier gleichzeitige Spieler sind möglich.

Siri

Weiter geht es mit Siri: Zuerst gibt es eine Funktion namens Shortcuts, bei der jede Anwendung Verknüpfungen für Siri erstellen kann.

In der Tile-App kann man zum Beispiel sagen: „Hey Siri, ich habe meine Schlüssel verloren“, was dann den Tracker an einem Schlüssel läuten lassen würde. Der Trick von den Shortcuts ist, dass Benutzer eigene Verknüpfungen erstellen können. Mit dieser Methode wird Siris KI ungemein viel Arbeit abgenommen, da man sich sozusagen die eigene KI erzieht.

Siri geht jedoch mit der neuen Funktion nicht in den Urlaubs-Modus, sondern versucht stets eine Aktion zum richtigen Zeitpunkt vorzuschlagen – sei es, um morgens einen Kaffee zu bestellen oder ein Training am Nachmittag zu beginnen. Für Entwickler ist es einfach, die Vorteile dieser neuen Funktion mit Hilfe von Shortcut-APIs zu nutzen.

Fotos

Weiter ging es mit Neuigkeiten zur Fotos-App. Es gibt nun eine verbesserte Suche mit Suchvorschlägen. Die App erkennt Bilder und katalogisiert sie nach Begriffen, dabei kann man auch mehrere Suchbegriffe kombinieren. Auch die Ortserkennung wurde verbessert, so lässt sich ein Ort anhand des Namens suchen. Beeindrucken war hierbei, dass die iOS 12 Fotos-App auch Ereignisse, wie Sport-Events, erkennt.

Suchvorschläge zeigen die wichtigsten Ereignisse, Personen, Orte, Gruppen, Kategorien und die letzten Suchbegriffe an. Neue Suchfunktionen ermöglichen es den Benutzern, mehrere Suchbegriffe zu kombinieren, um genau die richtigen Fotos zu finden.

Ansonsten wird die Fotos-App wieder ein wenig persönlicher. iOS 12 schlägt uns besondere Momente vor, lässt uns in Erinnerungen schwelgen und fasst alles in einer „Für dich“-Kategorie zusammen. Diese Kategorie ist auch das neue Zuhause für Sharing-Vorschläge. Hier finden sich Empfehlungen, mit wem man Dinge teilen kann. Das hängt unter anderem davon ab, wer auf den Bildern erscheint, was Sinn macht.

Gruppen-FaceTime

Wenn wir schon gerade beim Teilen sind, können wir uns auch gemeinsam mit der Gruppen-FaceTime-Funktion mitteilen. Teilnehmer können jederzeit hinzugefügt werden, später beitreten wenn das Gespräch noch aktiv ist und sich für Video oder Audio von einem iPhone, iPad oder Mac entscheiden. Sogar die Apple Watch darf mit FaceTime Audio teilnehmen.

Memoji und lustige Kameraeffekte

Für eine kurze oder witzige Nachricht bieten sich auch die Memoji an. Diese sind personalisierte Animoji, die im Gegensatz zu den Versuchen der Konkurrenz sogar normal und nicht angsteinflößend aussehen. Dabei können die digitalen Abbilder mit allerhand Eigenschaften und Accessoires ausgestattet werden.

Das bestehende Set von Animoji erweitert sich zudem um Geist, Koala, Tiger und T-Rex. Alle Animoji und Memoji verfügen jetzt über Zwinker- und Zungenerkennung, um noch mehr Ausdrücke zu erfassen.

Neue Kameraeffekte bringen Animoji, Filter, Text und Sticker in Nachrichten und FaceTime. Filter wie Comic und Aquarell verleihen Fotos und Videos Persönlichkeit, neue Label und Formen ermöglichen das Hinzufügen von Beschriftungen und Titeln, um Teile eines Bildes hervorzuheben und Sticker können aus iMessage-Stickerpaketen platziert werden.

Nicht Stören, Mitteilungen und Screen Time

Neue Modi in „Nicht stören“ enden automatisch basierend auf einer bestimmten Zeit, einem bestimmten Ort oder einer bestimmten Aktion und „Nicht stören“ während der Schlafenszeit hilft Menschen, einen besseren Schlaf zu finden, indem das Display gedimmt und alle Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm bis zur Aufforderung am Morgen ausgeblendet werden.

Um Unterbrechungen zu reduzieren, bietet iOS 12 dem Anwender mehr Möglichkeiten, die Zustellung von Benachrichtigungen zu steuern. Man kann Benachrichtigungen sofort verwalten, diese leise zustellen lassen oder komplett abschalten. Gruppierte Benachrichtigungen erleichtern die gleichzeitige Anzeige und Verwaltung mehrerer Benachrichtigungen.

Screen Time bietet Benutzern detaillierte Informationen und Tools, die ihnen helfen, die Zeit, die sie mit Anwendungen und Webseiten verbringen, besser zu verstehen und zu kontrollieren. Tägliche und wöchentliche Aktivitätsberichte zeigen die Gesamtzeit, die in einzelnen Apps verbracht wird. Screen Time gibt Eltern auch Zugriff auf den Aktivitätsbericht ihres Kindes direkt von ihren eigenen iOS-Geräten mit Family Sharing in iCloud und ermöglicht es Zeiten zu planen, in denen die Verwendung des iOS-Geräts eines Kindes eingeschränkt werden kann.

Privatsphäre und Sicherheit

Wie bei allen Apple Software-Updates steht auch bei iOS 12 die Verbesserung von Datenschutz und Sicherheit an erster Stelle. In Safari hilft die erweiterte Intelligent Tracking Prevention, Social Media-Buttons wie „Gefällt mir“ oder „Teilen“ zu blockieren und Widgets zu melden, die Benutzer ohne Erlaubnis verfolgen.

Safari präsentiert nun auch vereinfachte Systeminformationen, wenn Benutzer im Internet surfen, so dass sie nicht mehr anhand ihrer Systemkonfiguration verfolgt werden können. Weiterhin wurde die Erstellung von Passwörtern verbessert.

Weitere App Funktionen

  • CarPlay fügt Unterstützung für Navigationsanwendungen von Drittanbietern hinzu, die direkt auf dem Armaturenbrett des Fahrzeugs angezeigt werden
  • Apple Books wurde neu gestaltet, um das Entdecken und Genießen von Büchern und Hörbüchern zu vereinfachen
  • Apple News wurde überarbeitet, um es einfacher zu machen, neue Kanäle und Themen zu entdecken
  • Sprachmemos ist jetzt auch auf dem iPad verfügbar
  • Aktien kommt auf das iPad
  • Siri Übersetzung bietet jetzt mehr als 40 Sprachpaare und liefert mehr Wissen über Sport, Berühmtheiten, Essen und Ernährung
  • Wallet auf iPhone und Apple Watch bietet eine Unterstützung für Studentenausweise

Verfügbarkeit

Die Entwickler-Vorschau von iOS 12 ist ab heute auf der Entwickler-Webseite für Mitglieder des Apple Developer Program verfügbar. Eine öffentliche Beta wird noch in diesem Monat verfügbar sein. iOS 12 wird diesen Herbst als kostenloses Software-Update für iPhone 5s und neuer, alle iPad Air und iPad Pro Modelle, iPad 5. Generation Generation, iPad 6. Generation, iPad mini 2 und neuer und iPod touch 6. Generation verfügbar sein.

Kategorie: iPhone

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2 Kommentare

  • Brokoli1

    Schade…kein echter Dark Mode…dafür aber in Mojave. Komisches Durcheinander schon wieder

    04. Jun 2018 | 21:53 Uhr | Kommentieren
  • Ballroom

    Schade das es die News App nicht in Deutschland gibt!

    05. Jun 2018 | 7:30 Uhr | Kommentieren

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