Interview: Apple spricht über die Entwicklung und Einsatzmöglichkeiten von Bedienungs­hilfen

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Apple ist es wichtig, dass alle Menschen die Produkte des Unternehmens bedienen können – unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten. Deswegen verbessert Apple seine Software regelmäßig mit neuen Bedienungs­hilfen für die Barrierefreiheit. In einem neuen Interview spricht Sarah Herrlinger, Apples globale Leiterin für Barrierefreiheit, über die Bedeutsamkeit von Bedienungs­hilfen und erklärt, warum die hilfreichen Funktionen vielseitig einsetzbar sind.

Lebensqualität dank Barrierefreiheit

Im Bereich der Barrierefreiheit gehört Apple zu den Pionieren. Herrlinger erklärt gegenüber Evening Standard, dass Apples zentrales Ziel darin besteht, die Voraussetzungen für jeden Menschen zu verbessern und jedem die Möglichkeit zu geben, produktive Mitglieder der Gesellschaft zu sein.

„Wir alle wollen produktive Mitglieder der Gesellschaft sein und gute Dinge tun und zeigen, wer wir sind. Es ist wirklich wichtig, eine Technologie zu entwickeln, die das Spielfeld angleicht und alle zum Leuchten bringt.“

In Bezug auf die Entwicklung neuer barrierefreier Funktionen stellt Herrlinger fest, dass die E-Mails von Kunden zu den wichtigsten Informationsquellen für Apple zählen. So kann Apple direkt mit dem Nutzer kommunizieren und erhält dabei eine neue Perspektive auf ein Problem.

„Wir bekommen jeden Tag eine Vielzahl von E-Mails von Kunden, die uns schreiben, um Fragen zu stellen oder Feedback zu geben. Das gibt uns eine andere Perspektive. Sie melden Fehler, alle möglichen Dinge. Eine Person kann das Problem aus ihrer Perspektive erklären – dann kommt der Aha-Moment – und natürlich sollten wir das dann umsetzen.“

Schon früh setzte das Unternehmen Hilfestellungen wie „VoiceOver“ oder die Integration von Hörgeräten auf Systemebene ein. Wie Herrlinger erklärt, gehört die Funktion zu Apples größten Leistungen im Bereich der Barrierefreiheit.

„VoiceOver ist so konzipiert, dass es überall im Betriebssystem verfügbar ist. Wenn du versuchst, ein Foto zu machen, wird mitgeteilt, wie viele Köpfe auf dem Bildschirm sind, wo sie zentriert sind, ob du die Kamera leicht neigen musst und wo du sie hinbewegen musst, damit du ein besseres Foto erhältst.“

Vielseitig einsetzbar

Ein ebenfalls bemerkenswertes Feature ist die im Jahr 2014 eingeführte „Live Mithören“-Funktion. „Live Mithören“ nutzt das iPhone als Mikrofon und verbindet sich mit Apple-zertifizierten Hörgeräten oder den AirPods. Herrlinger merkt in dem Zusammenhang an, dass eine Funktion oft einen völlig anderen Nutzen oder Anwendung für eine andere Personengruppe haben kann, als ursprünglich geplant. Die „Live Mithören“-Funktion wird beispielsweise nicht nur von hörgeschädigten Personen genutzt.

„Dinge in der Hilfstechnologie sind für ein breiteres Publikum anwendbar, also macht es immer Spaß, wenn wir neue Sachen finden, die ursprünglich für eine bestimmte Gemeinschaft gebaut wurden, die dann auch für so viele so gut anwendbar sind.“

Dass auch Funktionen, die nicht in erster Linie für die Barrierefreiheit konzipiert sind, Menschen mit einer Behinderung helfen können, zeigte vor kurzem die „Geräusche“-App der Apple Watch, die den durchschnittlichen Geräuschpegel erfasst, um den Nutzer zu warnen, wenn ein Hörschaden droht. So berichtete ein texanischer Vater, wie die „Geräusche“-App seinem autistischen Sohn geholfen hat, seine eigene Stimme zu regulieren.

Apple bietet noch viele weitere Bedienhilfen für iOS, macOS, watchOS und tvOS an, die auf einer Sonderseite beschrieben werden. Das Unternehmen bietet außerdem regelmäßige Workshops in seinen Stores, mit denen die Bedienung der Geräte erleichtert werden soll.

Kategorie: Apple

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