Sonos Roam im Test: klein, aber oho

| 15:00 Uhr | 2 Kommentare

Test: Sonos Roam. Anfang März kündigte Sonos den Sonos Roam als neues Mitglied der Sonos-Familie an. Kurz zusammengefasst, handelt es sich bei diesem Gerät um einen mobilen Lautsprecher, der sowohl Zuhause im Sonos-System als auch unterwegs per Bluetooth genutzt werden kann. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass Sonos mit dem Sonos Move bereits einen solchen mobilen Lautsprecher anbietet. Allerdings ist der Sonos Roam deutlich kompakter und mobiler, preislich attraktiver und setzt sich auch beim Funktionsumfang leicht vom Sonos Move ab. Wir haben den Sonos Roam seit knapp zwei Wochen im Test und das schöne Wetter der letzten Tage ausgiebig genutzt, um den Lautsprecher sowohl im Freien als auch in den heimischen vier Wänden zu testen.

Sonos Roam im Test

Allgemein

Bevor wir auf die Einrichtung des Gerätes zu sprechen kommen, möchten wir euch kurz und knapp auf die Eckdaten des mobilen Lautsprechers aufmerksam machen. Der Sonos Roam misst 168 x 62 x 60mm (H x B x T) und wiegt dabei 430g. Um euch eine eine kleine Referenz zugeben: Die Höhe des Sonos Roam entspricht in etwa der Höhe des iPhone 12 Pro Max (160,8mm).

Darüberhinaus dienen die Schlagworte: WLAN, Bluetooth, Apple AirPlay 2, Sprachsteuerung, bis zu 10 Stunden Akkulaufzeit, Wasserdicht nach IP67 und Sturzfest als erste Orientierungshilfe zu dem Gerät.

Im Lieferumfang des Sonos Roam befindet sich neben dem mobilen Lautsprecher noch ein USB-C Kabel (USB-A auf USB-C, Länge: 1,2 Meter) eine Kurzanleitung sowie rechtliche und Garantiehinweise. Die Verpackung hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck auf. Auf Kunststoff wurde verzichtet.  Ein Netzteil liegt übrigens nicht bei. Beachtet beim Aufladen des Roam, dass ihr ein Netzteil mit 10W (5V/2.1A) oder stärker verwenden müsst. Falls ihr über ein solches Netzteil (oder eine andere Lademöglichkeit) nicht verfügt, so müsst ihr euch ein entsprechendes Ladegerät zulegen. Anker bietet beispielsweise diverse Netzteile mit überzeugendem Preis-/Leistungsverhältnis an.

Mit dem Sonos Move (hier unser Sonos Move Test) bietet der Lautsprecher-Hersteller bereits ein Gerät an, welches ihr nicht nur im heimischen Sonos-System, sondern auch im Freibad, Garten, im Urlaub oder wo auch immer mobil einsetzen könnt. Von daher drängst sich die Frage auf, ob ein Sonos Roam im Produktportfolio Sinn macht. Wir nehmen die Antwort schon einmal vorweg: Das Sonos Roam ergänzt sinnvoll die Sonos-Familie.

Installation

Wie wir es von allen anderen Sonos-Lautsprechern gewohnt sind, erfolgt auch die Sonos Roam Installation und Einrichtung über die Sonos-App. In diesem Fall handelt es sich um die Sonos S2-App.

Ihr öffnet die Sonos-App -> Einstellungen -> System -> „Produkt hinzufügen“. Anschließend werdet ihr Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt. Normalerweise läuft die Installation eines Sonos-Lautsprechers immer mach dem Schema „FF“. Beim Roam gibt es jedoch eine Neuerung. Sonos setzt auf NFC. Dies ist zwar keine Pflicht, wird euch allerdings bei der Installation als erste Option vorgeschlagen. Der Hintergrund hierfür ist die sichere und vereinfachte Einrichtung des Roam. Sollte es nicht klappen, gibt es eine alternative Möglichkeit Roam einzurichten. Aktuelle iOS und Android Geräte verhalten sich hier identisch.

Ihr könnt Mithilfe von NFC einen Passcode erhalten. Die Sonos App benötigt für das Setup einen Passcodes eures Produkts. Es wird die Near Field Communication (NFC) genutzt, um diese Informationen zu erhalten. Euer Mobilgerät dient als „Lesegerät“. Wenn ihr es an einen bestimmten Punkt an den Sonos Roam haltet, empfängt die Sonos-App einen für das Setup erforderlichen Passcode eures Produkts. Bei diesem Austausch werden keine anderen Informationen übermittelt. Eine kleine Grafik zeigt euch, wie ihr das iPhone an den Sonos Roam haltet müsst. Warum auch immer waren in unserem Test zwei Versuche notwendig. Beim ersten Testlauf klappte der Austausch des Passcodes nicht. Beim zweiten Versuch lief es hingegen rund und die Konfiguration wurde fortgesetzt. Im weiteren Verlauf wurde Sonos Roam mit dem WLAN-Netzwerk verbunden und ins Sonos System integriert. Nach einem Firmware-Update stand dieser als ganz normaler Sonos-Lautsprecher zur Verfügung. Um Das Gerät unterwegs als klassischen Bluetooth-Lautsprecher zu nutzen, müsst ihr den Roam einmalig mit euerm iPhone etc. per Bluetooth koppeln (so wie bei allen anderen Bluetooth-Geräten auch).

‎Sonos
‎Sonos
Entwickler: Sonos, Inc.
Preis: Kostenlos

Technik

Zu Tief möchten wir an dieser Stelle nicht auf die verbaute Technik eingehen. Sonos setzt beim Roam auf zwei digitale Verstärker der Klasse H. Diese sind nach Angaben des Herstellers perfekt auf die einzigartige akustische Architektur der Treiber und des Speakers abgestimmt.  Zum Einsatz kommen darüberhinaus ein Hochtöner, der für eine klare Wiedergabe der hohen Frequenzen sorgt und ein Mitteltöner zur optimalen Wiedergabe der mittleren und unteren Frequenzen.

Fernfeld-Mikrofone ermöglichen eine präzise Positionsbestimmung von Audioquellen und eine entsprechende Mehrkanal-Echounterdrückung, sodass euer Sprachassistent und das automatische Trueplay Tuning ganz einfach aktiviert werden können.

Outdoor-Fähigkeiten

Der Sonos Roam ist nach IP67 Zertifiziert. Diese bedeutet, dass er 30 Minuten bis zu einem Meter Wassertiefe wasserdicht ist. Zudem ist er sturzsicher und unempfindlich gegen Staub.

Mit diesen Werten dürfte Sonos Roam für den normalen Outdoor-Einsatz gewappnet sein. Fällt euch der Lautsprecher beim Wandern beispielsweise in einen Bachlauf, kommt er in den Regen oder ist er Spritzwasser aus dem Pool ausgesetzt, dann braucht ihr keine Sorge haben, dass das Gerät direkt einen Defekt erleidet. Auch aus normaler Höhe kann der Lautsprecher problemlos zu Boden fallen. Bewusst herunterschleudern würden wir ihn allerdings nicht. Dafür haben wir dem Sonos Roam allerdings ein kleines Bad in einer Wasserschüssel spendiert und anschließend ein paar rockige Töne (AC/DC) abspielen lassen. Dies war kein Problem für den Roam und man konnte sogar die Schallwellen im Wasser und Wasserspritzer erkennen.

Im Vergleich zum Sonos Roam setzt der Sonos Move „nur“ auf IP56 und ist damit etwas schlechter gegen Wasser geschützt.

Sonos Roam lässt sich hinlegen und hinstellen. Die obere und untere Standfläche besitzt eine Gummierung und sorgt so für einen zusätzlichen Schutz.

Sonos Roam im Einsatz

Sonos Roam ist ein „Zwitter“, den ihr als tragbaren Lautsprecher unterwegs, aber auch zu Hause in den heimischen vier Wänden stationär verwenden könnt. Wir hatten ihn während des Tests zentral im Büro positioniert. Dort konnten wir ihn tagsüber als Lautsprecher im Sonos-System nutzen und gleichzeitig war er griffbereit, wenn wir das Büro verließen. Im Büro war er übrigens mit einem USB-C Netzteil verbunden, so dass wir ihn dauerhaft nutzen konnten, ohne auf den Akkustand zu blicken. Natürlich könnt ihr den Roam auch im Esszimmer, der Küche oder an einem sonstigen zentralen Ort positionieren. Sobald wir ihn abgestöpselt hatten, konnten wir ihn unterwegs nutzen und hatten die vollen rund 10 Stunden Akkulaufzeit zur Verfügung. In unserem Test erreichten wir 9 Stunden 51 Minuten. Die maximale Akkulaufzeit hängt dabei natürlich stark von eurer gewählten Lautstärke ab.

Unterwegs haben wir den Lautsprecher bei der Realisierung eines Gartenprojekts, bei einer Fahrrad-Tour und beim Spielen mit den Kids im Garten genutzt. Natürlich sind auch diverse andere Einsatzgebiete möglich. Hier denken wir zum Beispiel an einen Ausflug ins Freibad, ein Picknick im Park, einer Wanderung oder was auch immer.

Sobald sich der Sonos Roam in der Reichweite eures Sonos Systems befindet, agiert er als entsprechender Lautsprecher innerhalb eures Sonos Systems. Hier verwendet ihr eure Sonos-App zur Steuerung. Außerhalb de vier Wände fungiert der Lautsprecher als Bluetooth-Lautsprecher und wird von eurem iPhone, iPad oder sonstigem Gerät entsprechend erkannt und genutzt.

Ein bedeutsamer Aspekt eines Lautsprechers ist zweifelsfrei der Sound. Dies ist allerdings ein sehr subjektiver Eindruck. Während einige Nutzer einen bestimmtem Lautsprecher loben, klingt dieser für andere einfach nur schlecht. Nachdem wir in den letzten Jahren verschiedene Kopfhörer und Lautsprecher von diversen Herstellern getestet haben, maßen wir uns zumindest an, dass wir ein Gefühl dafür entwickelt haben, ob ein Lautsprecher gut oder eher schlecht klingt.

Wir nehmen es direkt vorweg. Erwartet vom Sonos Roam keinen High-End-Lautsprecher-Sound. Mal ehrlich wo soll dieser auch herkommen. Der Sonos Ram ersetzt weder einen Sonos One, geschweige denn einen Sonos Five. Dies ist sicherlich auch nicht der Anspruch, den Sonos hat. Nichtsdestotrotz stellte sich beim allerersten „Anhören“ ein „Wow-Effekt“ bei uns ein und wir fragten uns, ob der Sound tatsächlich aus so einem kleinen Gerät stammt.

Für den Test haben wir sowohl Pop-Musik, Klassik, ruhige Töne und auch rockige Musik abgespielt. Der Gesamteindruck erfüllte unsere Erwartungshaltung. Die hohen Töne klangen präzise und klar und auch der Bass war gut zu erkennen, wenn es etwas rockiger wurde. Trotz seiner verhältnismäßig kleinen Größe hinterließ der Sound einen guten Eindruck.

Wie bereits erwähnt, solltet ihr vom Sonos Roam nicht erwarten, dass dieser ganze Kinosäle beschallen kann.

Sonos Roam unterstützt automatisches Trueplay. Trueplay ist bei Sonos nicht neu. Trueplay misst, wie der Sound von den Wänden, Möbeln und anderen Oberflächen in einem Raum zurückgeworfen wird, und stimmt euren Sonos Speaker so ab, dass ihr überall großartigen Sound genießen könnt. Bei den bisherigen Sonos-Lautsprecher erfolgte das Trueplay Tuning über die Sonos-App. Während das Trueplay Speaker Tuning läuft, werdet ihr aufgefordert, Sonos die Erlaubnis zu erteilen, auf das Mikrofon in eurem iOS Gerät zuzugreifen. Sonos nutzt des Mikrofons eures Geräts ausschließlich beim Trueplay Speaker Tuning.

Beim Sonos Roam erfolgt Trueplay komplett automatisch. Der Roam passt sich dabei automatisch an eure Umgebung und die wiedergegebenen Inhalte an und liefert so den besten Sound. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Trueplay-Funktion bei den bisherigen Lautsprechern den Sound sicherlich optimiert. Allerdings stellt der Unterschied (mit und ohne Trueplay) keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht dar. Die meisten Nutzer dürften den Unterschied nicht einmal registrieren. Rein technisch gesehen, wird der Sound jedoch durch Trueplay optimiert. Automatisches Trueplay könnt ihr in den Einstellungen ein- und ausschalten.

Der Sonos Roam besitzt eine Funktion namens „Sound Swap“. Dieses ist ziemlich spannend. Haltet beim WLAN-Streaming die Play-/Pause-Taste auf der Oberseite eures Roams gedrückt und schickt den Sound an den nächstgelegenen Speaker in eurem System. Dies klappte bei unserem Sonos Roam Test einwandfrei. Roam im Wohnzimmer in die Nähe von Sonos Arc gehalten,  Play-/Pause-Taste gedrückt gehalten und schon wechselte die Wiedergabe zu Arc. Das Ganze funktioniert übrigens auch andersherum. Ein Sonos Lautsprecher spielt Musik ab ihr stellt ihr euch mit dem Sonos Roam neben den anderen Lautsprecher, haltet die Play-/Pause-Taste gedrückt und schon holt ihr euch die Wiedergabe auf den Sonos Roam.

Sonos Roam mit einem Sprachassistenten nutzen

Dank verbauter Mikrofone könnt ihr den Sonos Roam auch mit Amazon Alexa und Google Assistant nutzen. Das Ganze ist optional und wird über die Sonos-App aktiviert. Habt ihr einen Sprachassistenten aktiviert, so könnt ihr – wenn ihr euch im WLAN befindet – mit eurer Stimme Musik abspielen, eine Frage stellen oder ein Smart Home Gerät steuern.

Fazit

In unseren Augen hinterlässt der Sonos Ram einen überzeugenden Eindruck. Er ist mehr als der „nur“ der kleine Bruder des Sonos Move und eine sinnvolle Ergänzung des Sonos Portfolios.

Der Vorteil liegt eindeutig in der Mobilität. Der Sonos Roam ist klein sowie handlich und bietet für seine Größe einen guten Sound. Der Lautsprecher kann sowohl stehend als auch liegend verwendet werden. Trueplay sorgt in jeder Umgebung für einen optimierten Sound und die 10 Stunden Akkulaufzeit, die Sonos angibt, konnten wir in unseren Test bis auf ein paar wenige Minuten erreichen.

Da der Sonos Roam unter anderem für den mobilen Einsatz entwickelt wurde, ist es gut zu wissen, dass dieser IP67 zertifiziert und somit vor Wasser und Staub geschützt ist. So kann er unterwegs auch mal nass werden, ohne dass ihr Sorge haben müsst, dass dieser durch den Outdoor-Einsatz leidet.

Dem Sonos Roam liegt ein USB-C Kabel bei. Ein Netzteil befindet sich nicht im Lieferumfang. Bitte beachtet, dass ihr beim Aufladen des Roam ein Netzteil mit 10W (5V/2.1A) oder stärker verwenden musst. Optional bietet euch Sonos ein kabelloses Ladegerät für den Roam an. Allerdings könnt ihr den Roam auch mit jedem Qi-zertifizierten Ladegerät aufladen. Das Zubehörteil von Sonos hat den Vorteil, dass es magnetisch ist und sich so etwas besser mit dem Lautsprecher verbindet.

Der Sound des Sonos Roam ist gut. Wie bereits erwähnt, könnt ihr nicht den Klang eines High-End-Lautsprechers erwarten. Diesen Anspruch hat Sonos auch nicht. Sollte euch ein Roam nicht überzeugen, so könnt ihr im Bedarfsfall auch zwei Roam-Lautsprecher zu einem Stereo-Paar verbinden.

Insbesondere für Anwender, die bereits über einen oder mehrere Sonos-Lautsprecher verfügen, und die nach einem mobilen Lautsprecher Ausschau halten, dürfte der Sonos Roam ideal sein. Wird er nicht mobil eingesetzt, kann er daheim innerhalb des Sonos-Systems genutzt werden. So liegt er zu Hause nicht ungenutzt im Schrank rum. Wir können uns gut vorstellen, dass Mitbewerber (JBL, Bose und Co.) durchaus merken, dass Sonos einen neuen mobilen Lautsprecher auf den Markt bringt.

Preis & Verfügbarkeit

Der Preis des Sonos Roam liegt bei 179 Euro. In Kombination mit dem kabellosen Ladegerät zahlt ihr 228 Euro. Vorbestellungen nimmt nicht nur Sonos selbst, sondern auch viele Händler (u.a. Saturn und Media Markt) entgegen. Offizieller Verkaufsstart ist der 20. April.

Kategorie: Apple

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2 Kommentare

  • Roger

    Das Ladekabel besteht leider aus USB-A auf USB-C Stecker!! Beim Zübehör , Ladepuck , ebenso , inkl. Wandladegerät !

    06. Apr 2021 | 21:43 Uhr | Kommentieren
  • Joachim

    Hallo,

    ich suche solch einen Lautsprecher den ich in verschiedene Winterdienstfahrzeugen mitnehmen kann. Die eingebauten Radios bieten nur undifferenzierten scheppernden Sound. Gespielt wird Metal aller Art.

    Würde sich dieser dazu eignen? (In den Fahrzeugen ist es nicht gerade leise.)

    07. Apr 2021 | 20:34 Uhr | Kommentieren

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