Kinomodus des iPhone 13 (Pro) könnte die Filmarbeit revolutionieren

| 15:47 Uhr | 3 Kommentare

Apples Keynote zeigte eine beeindruckende Vorführung des neuen iPhone 13 Kinomodus. Die Funktion kann den Fokus bei Videoaufnahmen nahtlos von einem Motiv zu einem anderen verschieben. Die Schärfe wird hierbei auf dem gewünschten Motiv gehalten, während der Hintergrund unscharf wird. Die Kamera-Profis von DPReview haben sich den Kinomodus genauer angeschaut und attestieren der Funktion ein großes Potenzial und vermuten, dass die Umsetzung die Filmarbeit revolutionieren könnte.

Fotocredit: Apple

Der neuer Kinomodus des iPhone 13

Apples Demo auf der virtuellen Bühne zeigte fünf verschiedene Möglichkeiten des Kinomodus, die alle auf einer Videoversion des Porträtmodus basieren, um dem Hintergrund eine künstliche Unschärfe hinzuzufügen.

Erstens: Tippt man auf einen Teil des Bildes, kann man auswählen, was (oder wen) man scharf stellen möchte. Dies ist im Wesentlichen die gleiche Art und Weise, wie man normalerweise fokussiert, aber mit einer künstlichen Unschärfe, die auf den Rest des Bildes angewendet wird.

Zweitens: Hier schaltet das iPhone den Fokus automatisch je nach Inhalt um. Wenn sich wie im gezeigten Beispiel ein Mann umdreht, um eine Frau im Hintergrund zu betrachten, wechselt das iPhone automatisch den Fokus zu ihr und dann wieder zu ihm, wenn er sich zurückdreht.

Drittens: Hier führt das System eine Fokusverfolgung einer bestimmten Person im Bild durch. Durch Antippen wird die Person fokussiert, durch erneutes Antippen wird sie verfolgt.

Viertens: Die Ultraweitwinkel-Kamera erkennt, dass sich eine Person in das Bild der Hauptkamera bewegt, und stellt automatisch scharf, wenn sie erscheint.

Und schließlich kann der Fokus bzw. Tiefenschärfe-Effekt in einem Video auch nach der Aufnahme bearbeitet werden. Das war übrigens das Hauptmerkmal der unglückseligen Lichtfeldkameras des Startups Lytro, bevor das Unternehmen in Konkurs ging.

Eine beeindruckende Umsetzung der Technik

Die Fotobibel DPReview hat den Kinomodus bereits analysiert. Die Profis erkennen das große Potenzial und würdigen die Umsetzung von Apple, wenn auch noch kleinere Schwächen zu erkennen sind, wie z. B. ein wenig Nachziehen des Fokus. DPReview schreibt:

„Wir haben schon früher Andeutungen dieser Art von Technologie gesehen, aber was beeindruckend ist, ist die Umsetzung und der Fokus von Apple auf das Gesamterlebnis. Durch die Untersuchung der kreativen Entscheidungen von Kameraleuten, um die Autofokus-Algorithmen zu trainieren, beginnt man mit Aufnahmen, die aller Wahrscheinlichkeit nach bereits gut aussehen – viel besser als Videos, die sich auf einfachere Algorithmen wie den Autofokus mit Mittelpriorität oder nächstgelegener Priorität (mit eingestreuter Gesichtserkennung) verlassen. Intuitive Steuerungsmöglichkeiten – Tippen und doppeltes Tippen – sorgen dafür, dass Sie automatische Entscheidungen, mit denen Sie nicht einverstanden sind, vermeiden können.

Die Möglichkeit, kreative Entscheidungen in Bezug auf Schärfe und Schärfentiefe im Nachhinein zu treffen, könnte nicht nur die mobile Kinematographie, sondern die Kinematographie im Allgemeinen revolutionieren und es Kameraleuten und Regisseuren ermöglichen, sich auf andere kreative Entscheidungen oder auf die Handlung und den Moment während der Dreharbeiten zu konzentrieren.“

Kategorie: iPhone

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3 Kommentare

  • Markus Worsch

    wird der Kinomodus auch auf dem iPhone 12 Pro mi dem nächsten iOS möglich sein?

    19. Sep 2021 | 12:25 Uhr | Kommentieren
    • livetofail

      Nein natürlich nicht 😀

      19. Sep 2021 | 15:56 Uhr | Kommentieren
  • Marco

    Revolutionieren aber frühestens dann, wenn Auflösungen jenseits der für das heutige Kino „lächerlichen“ 1080p möglich sind… ich frage mich ehrlich gesagt, wo eigentlich das Limit liegt – wenn Prozessoren und Kamera tatsächlich so brillant sind

    19. Sep 2021 | 23:08 Uhr | Kommentieren

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