Interview: So entstand der Kinomodus des iPhone 13 (Pro)

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Eine der größten Neuerungen der iPhone 13 Reihe ist der Kinomodus. Jetzt erklären Apple VP Kaiann Drance und Human Interface Team Designer Johnnie Manzari, wie Apple den Kinomodus für das iPhone 13 entwickelt hat und woher die Idee stammt.

Fotocredit: Apple

Filmreife Aufnahmen mit dem iPhone 13 (Pro)

Der Kinomodus auf dem iPhone 13 und iPhone 13 Pro basiert auf umfangreichen Studien zur Schärfenverlagerung – für Videoaufnahmen mit einem beeindruckenden Tiefeneffekt und automatischen Fokusänderungen. Der Modus kann den Fokus bei Videoaufnahmen nahtlos von einem Motiv zu einem anderen verschieben. Die Schärfe wird auf dem Motiv gehalten, während der Hintergrund unscharf wird. Der Fokus kann automatisch geändert werden, wenn ein neues Motiv die Szene betritt. Unschärfe und Fokus können auch nach der Videoaufnahme über die Fotos-App angepasst werden.

In einem Interview mit TechCrunch erklären sowohl Drance als auch Manzari, dass der A15 Bionic und die Neural Engine des iPhone 13 im Kinomodus stark genutzt werden und sie etwas schaffen wollten, das mit Dolby Vision HDR kodiert wird, ohne auf die Live-Vorschau zu verzichten:

„Wir wussten, dass es [im Vergleich zum Porträtmodus] um ein Vielfaches schwieriger sein würde, eine hochwertige Tiefenschärfe für Videos zu erzielen“, sagt Drance. „Im Gegensatz zu Fotos sind Videos so konzipiert, dass sie sich mit der filmenden Person bewegen, einschließlich des Verwackelns der Hand. Das bedeutet, dass wir noch hochwertigere Tiefendaten benötigen, damit der Kinomodus bei allen Motiven, Personen, Haustieren und Objekten funktionieren kann, und wir brauchen diese Tiefendaten kontinuierlich, um mit jedem Bild Schritt zu halten. Das Rendern dieser Autofokus-Änderungen in Echtzeit ist eine große Rechenleistung.“

Manzari erklärt, dass das Konzept des Kinomodus nicht mit der Funktion selbst begann:

„Wir hatten keine Vorstellung [von dem Kinomodus]. Wir waren einfach neugierig – was ist es, das beim Filmemachen zeitlos ist? Das hat uns auf eine interessante Spur geführt, und dann haben wir angefangen, mehr zu lernen und mehr zu reden … mit Leuten aus dem ganzen Unternehmen, die uns helfen können, diese Probleme zu lösen.“

„Wenn man sich den Designprozess ansieht“, sagt Manzari, „beginnen wir mit einer tiefen Ehrfurcht und einem großen Respekt vor dem Bild und dem Filmemachen in der Geschichte. Wir sind fasziniert von Fragen wie: Welche Prinzipien des Bildes und des Filmemachens sind zeitlos? Welches Handwerk hat sich kulturell bewährt und warum?“

Als Apple zum Beispiel mit der Entwicklung der Porträtlichtfunktion begann, die ab dem iPhone X und iPhone 8 Plus verfügbar ist, hat sich das Designteam von Apple mit klassischen Porträtkünstlern auseinandergesetzt. In vielen Fällen besuchten sie die Originale und untersuchten die Charakteristika im Labor. Bei der Entwicklung des Kinomodus wurde ein ähnlicher Ansatz verfolgt, weswegen das Team viel mit den besten Kameraleuten der Welt gesprochen hat.

„Dabei kristallisieren sich bestimmte Trends heraus“, erinnert sich Manzari. „Es war offensichtlich, dass der Fokus und Fokuswechsel grundlegende Storytelling-Instrumente sind, und dass wir als funktionsübergreifendes Team genau verstehen mussten, wie und wann sie eingesetzt werden.“

Eines der Hauptziele des Kinomodus ist es, etwas, was nur erfahrene Profis machen können, für alle einfach zu machen. Manzari erklärt:

„Wir haben das Gefühl, dass dies die Art von Dingen ist, die Apple am besten beherrscht. Etwas zu nehmen, das schwierig und auf herkömmliche Weise schwer zu erlernen ist, und es dann in etwas zu verwandeln, das man automatisieren kann und einfach zu bedienen ist.“

In dem Interview erklären Drance und Manzari auch, wie die Hardware des iPhone 13 und maschinelles Lernen es erst ermöglichen, dass der Kinomodus so gut funktioniert. Dabei spielen CPU, GPU und Apples Neural Engine, Beschleunigungssensoren und das verbesserte Weitwinkelobjektiv eine wichtige Rolle. Das komplette Interview gibt es bei TechCrunch.

Kategorie: iPhone

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