Apple Store Mitarbeiter: „Wir erhalten regelmäßig Morddrohungen“

| 7:45 Uhr | 9 Kommentare

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Was sich hinter der glitzernden i-Welt abspielt, hat nun eine britische Zeitung enthüllt. Dazu zählt auch: Die Mitarbeiter britischer Apple Stores würden regelmäßig Morddrohungen durch Kunden erhalten. Dies berichtete Business Insider UK am Wochenende.

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Der Apple-Mitarbeiter, der sich an die Öffentlichkeit gewandt hat, setzt sich damit einem Risiko aus: Denn er hat die Schweigepflicht gebrochen, die Apple allen Angestellten mit Arbeitsbeginn auferlegt. Deshalb sprach er mit Business Insider nur anonym. Von 2011 bis 2015 habe er für den Konzern gearbeitet.

Die ungerechte Welt hinter dem Ladentisch

Der Mitarbeiter spart nicht mit Kritik gegen Apple: Die Store-Mitarbeiter würden pro Arbeitsstunde 11,70 Euro verdienen. Einen Bonus für besondere Verkaufsleistungen erhielten sie nicht. Somit seien die Angestellten häufig nicht in der Lage, sich die Produkte leisten zu können, die sie tagtäglich verkaufen. Damit sind sie aber wohl noch um Einiges besser gestellt als ihre chinesischen Kollegen, die die iPhones herstellen.

Wer als Store-Mitarbeiter zudem einmal als Teilzeitkraft eingestiegen ist, erhalte nie die Gelegenheit, auf Vollzeit umzuschwenken, klagt der Ex-Angestellte. Und Aufstiegschancen für besonders verdiente Mitarbieter gebe es auch nicht.

Und jetzt kommts: Morddrohungen durch die Kundschaft seien an der Tagesordnung. Einzelheiten dazu erfährt man nicht.

Rabatte und Aktien-Vorteile

Aber es gibt auch Vorteile, wenn man als Store-Angesteller bei Apple beschäftigt ist. Zu den Vergünstigungen zählen Rabatte auf Apple-Produkte und ein 15-prozentiger Nachlass auf Aktien. Aber wer sich nicht mal ein iPhone leisten kann, wird wohl auch keine Anteile kaufen. Apple hat sich zu dem Bericht nicht geäußert.

Es ist immer schwer, zu beurteilen, was an Vorwürfen dran ist oder eben nicht, wenn sich Mitarbeiter über ihren ehemaligen Arbeitgeber äußern.

Kategorie: Apple

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9 Kommentare

  • Egon

    11.70 EUR.

    Stundenlohn. Für jemandem, der einem Produkte in der Apple-Preisklasse verkauft, für jemandem, der sich mit Engelsgeduld die teilweise sehr banalen Wohlstandsprobleme der Kunden an der „Genius Bar“ anhört, für jemandem, der den ganzen Tag in Bahnhofshallenatmosphäre und Gedrängel jederzeit freundlich und hilfsbereit zu sein hat …

    Ich habe kürzlich etwa zwei Stunden im Apple-Store Berlin verbracht, und auf einen „Genius Bar“-Termin gewartet. Die Menschen dort waren wie oben beschrieben, hilfsbereit und mit einer Engelsgeduld ausgestattet (mir gegenüber saß an der Genius Bar jemand, dem in aller Breite und Länge erklärt werden musste, wie mit TimeMachine umzugehen ist und daß eine SSD mit 128 GB Kapazität nur eine Kapazität von 128 GB hat und irgendwann voll ist).

    Mein Problem, ein defektes „logic board“ in meinem MBP, wurde schnell diagnostiziert, das Gerät wurde kompetent auf seinen Zustand untersucht (Kratzer, Dellen etc.), und eine recht zügige Reparatur durchgeführt.

    Und jetzt erfahre ich, daß die kompetenten und freundlichen Menschen, die sich da um mich und mein 3000-EUR-Notebook gekümmert haben, dafür tatsächlich einen Stundenlohn von 11.70 EUR verdienen.

    Ich fühle mich jetzt irgendwie ziemlich schmutzig.

    30. Mai 2016 | 9:55 Uhr | Kommentieren
    • OG

      Schmutzig könnte man sich fühlen, wenn man sich den Stundenlohn anschaut, den die Chinesen bekommen, wenn sie dein macbook zusammenschrauben. (oder iPhone)

      Außerdem gehört der gute Umgangston zu ihrem Job einfach dazu. Zusammen mit Apple-wissen und mit Sicherheit einer Schulung ist das der Beruf. Jeder der dort anfängt weiß das (sollte es wissen); und wenn nicht, ist man eben austauschbar. Die Realität ist nunmal so. Es gibt sicher Jobs die schwerer sind, nicht das Prestige haben und trotzdem niedriger Bezahlt sind.

      30. Mai 2016 | 19:13 Uhr | Kommentieren
  • OG

    Also ich verstehe nicht warum man sich über 11,70€ beschwert.

    Man muss ja wohl kaum studieren für so einen Job oder?

    Und das man sich die Produkte die man verkauft nicht leisten kann ist ja das schlechteste Argument ever.

    Das einzige, worüber man sich wirklich beschweren könnte sind die Morddrohungen.

    30. Mai 2016 | 10:56 Uhr | Kommentieren
  • Rudolf Gottfried

    Typisches Bullshit Insider Clickbait.

    30. Mai 2016 | 12:38 Uhr | Kommentieren
  • Lloigorr

    Im Einzelhandel sind die Löhne leider allgemein ziemlich gering. In dem Bereich sind 11,70€ meines Erachtens sogar noch in Ordnung. Nichtsdestotrotz würde ich persönlich mir für die Summe nicht den Stress antun. Und wenn man bei Apple arbeitet, sollte es doch Mitarbeitervergünstigungen oder Rabatte geben, alles andere wäre ziemlich schäbig. Das schafft doch auch jeder Rewe oder Penny, dann erwarte ich das von einem Weltkonzern erst Recht.

    30. Mai 2016 | 15:56 Uhr | Kommentieren
  • Dennis

    Ich versteh die Aufregung auch nicht, schaut euch doch um was andere Branchen verdienen.
    Meine Frau ist Frisörin und hat 8,50 € also sind doch 11,70 € für einen Job in dem man nicht viel Qualifikationen braucht doch in Ordnung. Außerdem unterschreibt doch jeder selbst seinen Arbeitsvertrag und kennt die Bedingungen schon vorher.
    Die Sache mit den Morddrohungen kann ich mir nicht vorstellen, warum sollte man einem Verkäufer so drohen.
    Höchsten in Einzelfällen wenn jemand sehr aggressiv ist oder betrunken.

    30. Mai 2016 | 19:44 Uhr | Kommentieren

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