Amazons Preiskampf weitet sich auf Walt Disney aus

| 7:44 Uhr | 3 Kommentare

Seit Monaten befindet sich Amazon im Streit mit dem Buchanbieter Hachette und verlangt von diesem eine Preisreduktion für Ebooks. Mit dem selben Schema geht der Branchenriese jetzt auch gegen Walt Disney vor und nimmt keine Vorbestellungen für Filmdatenträger mehr entgegen.

amazon_lager

Wer sich bei Amazon DVD- oder Blu-Ray-Filme von Walt Disney vor dem Erscheinungsdatum reservieren möchte, wird gegenwärtig enttäuscht und muss auf andere Anbieter ausweichen. Denn Amazon verlangt von Disney eine Preisbegrenzung auf maximal zehn Euro.

Ob Walt Disney sich diesem Boykott langfristig widersetzen kann, ist fraglich, denn die Einzelhandelskette Amazon diktiert mittlerweile die Wettbewerbsbedingungen für den gesamten Markt.

Was motiviert Amazon zu dieser aggressiven Preispolitik? Diskutiert wurden hier die schlechten Konzernumsätze in den zurückliegenden Monaten. Amazon hat im letzten Quartal Verluste eingefahren – ein Trend, der sich im laufenden Quartal noch zu steigern droht.

Im zweiten Quartal 2014 lag das Minus bei 126 Millionen Dollar, für das dritte geht Amazon von 810 Millionen Dollar Verlust aus. Vor diesem Hintergrund ist es arg wahrscheinlich, dass die Anleger von der Konzernführung eine Umkehr aus dieser Abwärtsbewegung erwarten und so das Handelshaus zur Aggressivität antreiben.

Die Aktionen gegen Walt Disney und Hachette sind nicht die einzigen gewesen. Auch der Filmanbieter Warner Bros. wurde 2014 mit einer Aussetzung der Vorbestellungen konfrontiert – bis sich Warner schließlich mit Amazon geeinigt hat.

Für die Anbieter von Büchern und anderen Medien ist es schwer, sich in diesem Streit zu behaupten. Amazon ist für zu viele Kunden die zentrale Anlaufstelle geworden. Wer sich umgekehrt als Medienanbieter am Markt behaupten will, kann auf Amazon als Handelsplattform schwerlich verzichten, ohne gravierende Umsatzeinbußen in Kauf zu nehmen.

Kurz- und mittelfristig versuchen andere Handelshäuser, aus solchen Streitfällen Profit zu schlagen. Auch Apple hat sich im Juni auf die Seite von Hachette geschlagen. (via)

Kategorie: Apple

Tags: , , ,

3 Kommentare

  • Spuckie

    Es ist an der Zeit, das wir, die Verbraucher, unser Geld nicht mehr Amazon in den Rachen werfen.
    Sicher, es ist bequem, ich brauche was und suche – bei Amazon und einen Klick weiter ist es auf dem Postweg. Aber, Amazon wird unter dem Strich dafür sorgen, dass Disney & Co. nur noch Müll auf den Markt werfen, weil einfach kein Geld mehr da ist, um ein klasse Drehbuch (die Autoren sind von Amazon ja schon verarmt worden) geschweige denn einen gutes Set zu errichten. Auch Animationen müssen bezahlt werden.
    Jetzt sehe ich schon wieder die Ausrufe nach günstigem Konsum – ja, verstehe ich auch, aber wenn ich Qualität haben will, muss ich auch bereit sein, ein gewisses Salär zu bezahlen – das ist bei Lebensmitteln nicht anders als bei Büchern. Wer glaubt denn allen Ernstes, dass z.B. Steven King noch einen Roman verfassen wird, wenn er sich unterbezahlt fühlt?
    Weiterhin baut Amazon zur Zeit auch in Richtung uns Kunden stark ab. Die Lieferzeiten nehmen gewaltig zu. D.h. einen Artikel, den wir vor einem Jahr innerhalb zweier Tage im Standard-Versand in Händen hielten, kommen heute weite Strecken aus der Welt und mit ungeahnten Lieferzeiten.
    Amazon will unter allen Umständen den Markt beherrschen und hat sich scheinbar übernommen – die Rechnung bekommen wir jetzt serviert.
    Weniger Geld für den Erzeuger = schlechtere Qualität / längere Lieferzeiten für den Verbraucher = Laden um´s Eck wird wieder interessanter.
    Gruß
    G.

    12. Aug 2014 | 8:00 Uhr | Kommentieren
  • MikeG

    Finde auch, dass sich Amazon inzwischen nach der Jagd auf „Herrschaft“ übernommen hat und dafür langsam die Rechnung bekommt. Das wird sich m. E. bald auch auf den Aktienkurs ausüben. Wer hier investiert ist und sich jetzt nicht entsprechend absichert, riskiert enorme Verluste. Aber ich kann mich auch irren… soll hier auch keine Beratung sein!

    12. Aug 2014 | 9:38 Uhr | Kommentieren
  • Ray

    Tja, woher die Verluste wohl unter Anderem kommen… ein Kindle Fire HD unter Produktionskosten verramscht. Ein sauteures Smartphone, das keiner will… und nun sollen es andere ausbaden? Unverschämtheit!

    12. Aug 2014 | 12:54 Uhr | Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.