EU könnte die Apple/Google-API zur Ermittlung von Kontaktpersonen übernehmen (COVID-19)

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Letzte Woche kündigten Apple und Google eine gemeinsame Initiative zur Einführung eines einheitlichen Systems zur Kontaktmessung an, das sowohl mit iOS als auch mit Android funktioniert. Die Entwicklung ist die jüngste in einem fortlaufenden Bemühen, die Verbreitung von COVID-19 einzuschränken. Während der Einsatz in den USA bereits feststeht, berichtet nun Reuters, dass alle 27 Mitglieder der Europäischen Union womöglich die Apple/Google API zur COVID-19 Kontaktmessung einsetzen werden.

COVID-19 Kontaktmessung

Weltweit arbeiten Regierungen und Gesundheitsbehörden zusammen, um Lösungen für die COVID-19-Pandemie zu finden. Ziel ist es, Menschen zu schützen und den Alltag allmählich zu normalisieren. Eine wichtige Methode, um die Verbreitung zu verstehen und einzuschränken, ist die Kontaktmessung. Gesundheitsbehörden, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen arbeiten mit Hochdruck an Apps, mit denen Nutzer auf freiwilliger Basis Nachverfolgungsdaten teilen. Apple und Google unterstützen die Bemühungen mit der Bereitstellung gemeinsamer Programmierschnittstellen (APIs), die es ermöglichen anonym eine Kontaktmessung durchzuführen.

Zunächst sollen im Mai APIs veröffentlicht werden, die eine Interoperabilität zwischen iOS- und Android-Geräten unter Verwendung von Apps der Gesundheitsbehörden ermöglichen. Weiter geht es dann mit einer Bluetooth-basierten Plattform, die die Nachverfolgung von Kontakten ermöglichen soll, wobei die Funktionalität direkt in die zugrundeliegenden Plattformen integriert wird. Der Standort wird hierbei nie verwendet, sondern nur die unmittelbare Nähe durch Bluetooth-Signale ermittelt. Die einzigen relevanten Daten sind, dass ein Benutzer mit jemandem in Kontakt war, der später positiv auf COVID-19 getestet wurde.

Bisher sah es so aus, dass die EU einen eigenen Ansatz entwickeln könnte. So gab die Europäische Kommission letzte Woche an, dass alle EU-Länder die gleiche App oder zumindest einen gemeinsamen Standard annehmen sollten, der als Pan-European Privacy Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT) bekannt ist. Nun gibt es jedoch erste Hinweise, dass stattdessen die Apple/Google-API eingesetzt werden könnte. So erklärte Chris Boos, der sich für die Technologieplattform PEPP-PT engagiert, dass die neue Apple/Google-API dazu beitragen kann, den Weg zur Einführung zu verkürzen.

„Wir müssen uns weniger Sorgen um die Stabilität des Betriebssystems und die Kalibrierung der Geräte machen.“

Die Entscheidung ist noch nicht final. So erklärte Boos auch, dass er Vorteile in einem sogenannten zentralisierten Modell sehe, bei dem alle Daten auf einem Server gehalten werden. Die Apple/Google-API ist ganz bewusst ein dezentralisierter Ansatz, bei dem die Daten nur auf dem Smartphone selbst gespeichert werden, es sei denn, der Eigentümer wird positiv auf COVID-19 getestet und gibt die Erlaubnis, dass seine Bluetooth-Kontaktcodes hochgeladen werden.

Experten sind derweil der Meinung, dass der Einsatz der Apple/Google-API vorzuziehen sei, nicht zuletzt, weil diese den höchsten Datenschutzstandard bietet. Da es wichtig ist, so viele Menschen wie möglich von der Nutzung der Apps zu überzeugen, wird es von entscheidender Bedeutung sein, sie hinsichtlich des Datenschutzes nicht zu verunsichern.

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