Gericht: Netflix darf Preise für laufende Abos nicht beliebig erhöhen

| 16:31 Uhr | 1 Kommentar

In den letzten Jahren haben wir leider allzu oft über steigende Preise bei Netflix berichten müssen. Langjährige Streaming-Fans sind mit der Preispolitik von Netflix mittlerweile schon vertraut. Üblicherweise bemerkt der Streaming-Anbieter alle zwei Jahre, dass die gebotenen Inhalte eine Preiserhöhung verlangen, das gilt für neue Kunden als auch für Bestandskunden. Nun stellte ein Gericht fest, dass eine Erhöhung in seiner jetzigen Form in Deutschland nicht rechtens ist.

Netflix darf Preise nicht ohne triftigen Grund erhöhen

Netflix darf seine Preise in Deutschland nicht beliebig erhöhen, zumindest nicht in der Art und Weise, wie es der Streaming-Anbieter praktiziert. Zu diesem Schluss kamen nun die Richter am Landgericht Berlin, nachdem der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen eine entsprechende Klausel in den AGBs von Netflix geklagt hat.

Tarife dürfen nach eigenem „billigen Ermessen“ geändert werden, heißt es in den AGBs von Netflix. Gründe hierfür sind laut dem Unternehmen unter anderem „Produktions- und Lizenzkosten“ sowie „allgemeine Verwaltungs- und andere Gemeinkosten“. Hier mangelt es deutlich an Transparenz, bemängelt die Verbraucherzentrale, was das Landgericht Berlin mit ihrem Urteil bestätigt. Abonnenten seien so nicht in der Lage, die Plausibilität einer Tariferhöhung zu überprüfen.

Netflix wird sich somit nicht mehr auf diese Klausel berufen können, wenn eine Preiserhöhung ansteht, andernfalls kann eine Strafe in Höhe von 250.000 Euro verhängt werden. Natürlich ist Netflix mit dem Urteil nicht einverstanden und legte bereits Berufung vor dem Kammergericht Berlin ein. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.

Netflix wird teurer

Netflix hatte zuletzt die Preise für seinen Streaming-Dienst in den USA und Kanada erhöht. Der Basis-Tarif kostet in den USA jetzt 9,99 US-Dollar pro Monat, der Standard-Tarif 15,49 US-Dollar pro Monat und der Premium-Tarif 19,99 US-Dollar pro Monat.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist nicht bekannt, ob Netflix seine Preise auch in Europa anziehen wird. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis auch in Deutschland an der Preisschraube gedreht wird.

Denkbar wäre folgendes Tarif-Modell: 8,99 Euro (statt 7,99 Euro) für den Basis-Tarif, 14,49 Euro (statt 12,99 Euro) für das Standard-Abo und 19,99 Euro (statt 17,99 Euro) für das Premium-Abo.

Ganz so einfach wird es dieses Jahr für Netflix jedoch nicht werden, die Preiserhöhung zu verteidigen. Daran ist nicht nur das Urteil des Landgerichts Berlin schuld. So wird der Druck von der Konkurrenz stetig größer. Es gibt dieses Jahr mindestens drei weitere Streaming-Dienste in Deutschland, darunter Paramount+, Peacock und Discovery+. Wobei Sky Q Cinema Kunden ohne Mehrkosten Zugriff auf Paramount+ und Peacock haben. Die Dienste gibt es bzw. werden auch ohne Sky-Abo als eigenständiges Streaming-Angebot buchbar sein, so wie z.B. Apple TV+, Prime Video und Disney+.

Kategorie: App Store

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1 Kommentare

  • Instinct23

    Und dann bitte auf für DAZN, die haben ihre Preise einfach verdoppelt Anfang diesen Monats. Der Monatspreis beträgt jetzt 29,99 € anstatt 14,99 €

    23. Feb 2022 | 22:02 Uhr | Kommentieren

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