Apple warnt US-Justizbehörde vor den Auswirkungen von Sideloading und führt Android als mahnendes Beispiel auf

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Inmitten der anhaltenden Diskussionen über die strenge Kontrolle der App-Verteilung auf iOS-Geräten hat Apple bereits einen Nutzerleitfaden veröffentlicht, der detailliert beschreibt, wie das digitale Leben für iOS-Nutzer aussehen würde, wenn das Unternehmen gezwungen wäre, das Sideloading von Apps unter iOS zu erlauben. Als Reaktion auf neue Gesetze, die Apple zu der „Öffnung“ des App Store zwingen könnten, erklärt nun das Unternehmen nochmals, wie gefährlich Sideloading sein kann. Als mahnendes Beispiel gilt hierbei einmal mehr Android.

Apple reagiert auf Experten-Einschätzung

Nachdem aufgrund des „Digital Markets Act“  in der Europäischen Union alternative App Stores unter iOS immer wahrscheinlicher werden, droht Apple in den USA im Zuge einer neuen Kartellgesetzgebung ein ähnliches Schicksal. Das Unternehmen bemüht sich derweil weiterhin, vor den Gefahren einer solchen Situation zu warnen.

In einem Schreiben an den für den geplanten „Open Markets Act“ zuständigen Rechtsausschuss des US-Senats erklärte Apple bereits Anfang des Jahres, dass das Unternehmen große Sicherheitsbedenken in Bezug auf Sideloading hat, falls man gezwungen wird, alternative App Stores zu erlauben. Unter Sideloading versteht man das Installieren von Apps außerhalb des offiziellen App Store, beispielsweise von einer Webseite oder einem App Store eines Drittanbieters.

Apples Schreiben war unter anderem eine Reaktion auf eine Einschätzung des Kryptografie-Experten Bruce Schneier, der behauptet hatte, dass Apples Sicherheitsbedenken gegen Sideloading unbegründet seien. So ist Schneier der Meinung, dass entsprechende Gesetze keine Gefahr für iPhone-Nutzer darstellen. Apple würde bei seiner Argumentation vielmehr ein geschäftliches Interesse verfolgen, schließt der Experte.

9to5Mac liegt nun Apples Schreiben vor. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Apple natürlich nicht mit der Einschätzung von Schneier einverstanden ist. Vielmehr sei man in Cupertino von den erhobenen Vorwürfen „besonders enttäuscht“. Apple geht noch einen Schritt weiter und stellt in den Raum, dass der Experte die Problematik des Sideloadings verwechseln könnte, wie ein Auszug aus dem Schreiben verdeutlicht:

„Angesichts unserer allgemeinen Wertschätzung für Herrn Schneier sind diese Anschuldigungen besonders enttäuschend. Unserer Erfahrung nach gehört die Aufgabe, eine moderne Computerplattform mit Milliarden von Geräten mit führender Sicherheit und Datenschutz auszustatten, zu den komplexesten und herausforderndsten technischen und politisch-technischen Unternehmungen, und vieles an dieser Arbeit kann leicht missverstanden werden. Schneiers Brief unterstreicht, dass selbst talentierte Techniker, wenn sie nicht an Schlüsselproblemen in diesem Bereich gearbeitet haben, die Probleme verwechseln können.“

Android-Malware als Argument gegen Sideloading

Wie schon zuvor, weist Apple auf die Situation bei den Mitbewerbern hin, die das Sideloading zulassen – sprich Android. Apple verweist auf eine Reihe von Beispielen für App-Stores von Drittanbietern, die mit Malware infizierte Apps enthalten, die Nutzerdaten ausspähen. Dagegen macht Apple geltend, dass Malware auf iOS selten sei. Die Beobachtung untermauert Apple mit Zahlen einer Studie von Nokia. In dem Schreiben heißte es:

„Im Nokia Threat Intelligence Report 2021 machten Android-Geräte 50,31 % aller infizierten Geräte aus, gefolgt von Windows-Geräten mit 23,1 % und macOS-Geräten mit 9,2 %. iOS-Geräte machten einen so geringen Prozentsatz aus, dass sie nicht einmal gesondert aufgeführt wurden, sondern unter „Sonstige“ fielen. Wir betrachten dies als einen Erfolg beim Schutz unserer Nutzer, der ohne die branchenweit führende letzte Verteidigungslinie unserer Gerätesicherheitskontrollen, die mit den vordersten Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen, die wir unseren Nutzern über den App Store und die App Review bieten, zusammenarbeiten, nicht möglich gewesen wäre.“

Den kompletten Brief an den Rechtsausschuss des US-Senats gibt es bei 9to5Mac.

Kategorie: Apple

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