Test: Bowers & Wilkins Zeppelin Air

28. Nov 2011 | 18:45 Uhr | 10 Kommentare

So langsam aber sicher entwickeln wir uns hier auf Macerkopf.de noch zu wahren HiFi-Spezialisten. Nachdem wir in den letzten Wochen die Bowers & Wilkins C5 In-Ear-Kopfhörer sowie das Sonoro cuboDock Lautsprecher-Dock getestet haben, beginnt die Sache immer mehr Spaß zu machen. Am heutigen Tag steht das Flaggschiff in Sachen iPhone- und iPod-Lautsprechersysteme (das iPad, der Mac und der PC kommen auch zum Zuge, dazu später allerdings mehr) aus dem Hause Bowers & Wilkins bei uns auf dem Bürotisch. Die Rede ist ganz klar vom Bowers & Wilkins Zeppelin Air (Amazon Link).

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In Vorbereitung auf diesen Zeppelin Air Test haben wir uns zunächst auf der B&W Webseite ein wenig eingelesen, alleine hierbei verspürten wir Lust auf mehr. Das iPhone- und iPod-Lautsprecher-Dock ist perfekt in Szene gesetzt und sieht hochwertig und stilvoll aus. Doch das alleine reicht nicht aus, um dem Anspruch von Bowers & Wilkins und dem dazugehörigen Preis (UVP: 599 Euro) gerecht zu werden. Gehen wir ins Detail und schon jetzt freuen wir uns darauf, AC/DC durch die Lautsprecher zu schicken.

(wichtigste) Produktdetails laut Hersteller

  • Apple-AirPlay-Technologie
  • Digitale Signalverarbeitung
  • Digitalverstärker
  • USB-Streaming von PC/Mac
  • Flowport
  • Fernbedienung
  • 2 x 25-mm-Aluminiumkalotten-Hochtöner (2x 25W)
  • 2 x 75-mm-Mitteltöner (2x 25W)
  • 1 x 125-mm-Tieftöner 1x 50W)
  • iPod/iPhone (30-Pin-Anschluss)
  • Netzwerk (RJ45 Ethernet bzw. drahtlos)
  • Aux – analog/optisch digital (3,5-mm-Minibuchse)
  • Streaming, Synchronisation & Firmware-Update (USB 2.0)

Zeppelin AIR
Was bedeutet AirPlay überhaupt? AirPlay ist eine Technologie aus dem Hause Apple, mit der (banal ausgedrückt) Musik drahtlos von A nach B geschickt werden kann. Diese drahtlose Technologie kommt nicht nur in den Apple eigenen Gerätschaften (z.B. AppleTV, iPhone etc.) zum Einsatz, sie ist auch in Lautsprecherdocks, AV-Empfängern und Stereosystemen von Fremdanbietern (z.B. Bowers & Wilkins; aber auch bei Denon, iHome, oder marantz) integriert. So können wahlweise die gesamte iTunes Mediathek vom Mac oder PC bzw. Musikinhalte von iPod touch, iPad und iPhone drahtlos über einen externen Lautsprecher wiedergegeben werden.

AirPlay funktioniert über WiFi, eine Ethernetverbindung oder eine Kombination aus beidem. Mit anderen Worten: Sender und Empfänger müssen im gleichen Netzwerk sein, um AirPlay nutzen zu können. Macs oder PCs können mehrere AirPlay fähige Lautsprecher gleichzeitig ansteuern, iOS-Geräte können nur einen AirPlay fähigen Lautsprecher befeuern. Verfügt der AirPlay fähige Lautsprecher über ein Display, so werden auf diesem auch der Songtitel, Künstler etc. dargestellt.

Das Zeppelin Air lässt sich, bis auf die erste Einrichtung, komplett per WiFi betreiben. Konkurrenzprodukte haben keinen W-Lan Adapter spendiert bekommen und müssen mit dem Netzwerkkabel mit dem heimischen Netz gekoppelt werden. Das WiFi-Modul bietet enorme Flexibilität bei der Aufstellung des Zeppelin Air.

Auspackzeremonie

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Das Bowers & Wilkins Zeppelin Air ist anspruchsvoll und sicher verpackt. Sobald die Kartonage geöffnet wird, springt euch eine kleine Auspackanleitung entgegen. Karton auf den Kopf stellen und das Zeppelin Air samt Styropor aus der Verpackung gleiten lassen. Styropor entfernen, Funkfernbedienung entnehmen, fertig. Schon lacht uns das Lautsprecher-Dock an.

Installation
Die Installation des Zeppelin Air ist kinderleicht und wir meinen nicht die Möglichkeit, iPhone und iPod in die Dockingstation zu stellen. In erster Linie geht es um die Anbindung via Airplay im heimischen Netzwerk. Die Erstinstallation für AirPlay geschieht wie folgt und muss einmalig kabelgebunden durchgeführt werden: Mit dem beiliegenden Ethernetkabel verbindet ihr das Zeppelin Air mit eurem Mac oder PC (nicht mit eurem Router). Anschließend verbindet ihr die Dockingstation mit dem Netzstecker.

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Zeppelin Air durch Drücken der Standby-Taste in den Betriebsmodus versetzen. Anschließend blinkt die LED des Gerätes lila. Sobald die LED dauerhaft lila leuchtet, ist das Gerät mit dem Computer verbunden und ihr könnt über die Netzwerkadresse http://169.254.1.1 im Browser das Konfigurationsmenü des Zepplin Air aufrufen. Über das Menü könnt ihr das Gerät in euer WiFi-Netzwerk einbinden und eurem Zeppelin Air einen individuellen Namen verpassen. Fertig. Anschließend stehen euch die AirPlay Funktionen (Streaming vom Computer oder iOS-Gerät) zur Verfügung. Die Geräte finden das Zeppelin automatisch in eurem Netzwerk.

AirPlay
Weiter oben haben wir bereits erklärt, was “AirPlay” bedeutet. Nun geht es um die tatsächliche Anwendung. In unserem Bowers & Wilkins Zeppelin Air Test funktionierte AirPlay problemlos. Nachdem die Installation durchgeführt wurde, steht AirPlay bereit. Nun gibt es die Möglichkeit das Zeppelin Air vom Computer via iTunes oder vom iPhone, iPad oder iPod touch zu befeuern. Auf dem Computer funktioniert dies wie folgt: iTunes aufrufen und über das AirPlay-Icon (unten rechts bei iTunes) das Zeppelin Air Lautsprecher-Dock als Ausgabelautsprecher auswählen. Sobald ihr nun einen Musiktitel über iTunes abspielt, sollte der über das Zeppelin Air zu hören sein.

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Ähnlich funktioniert es beim iPhone, iPad und iPod touch. In allen Applikationen, die eine Audioausgabe ermöglichen, solltet ihr ein AirPlay-Zeichen sehen, über welches ihr das B&W Zeppelin Air als Adressat auswählen könnt. Während ihr über den Computer mehrere AirPlay-Ziele ansteuern könnt, verarbeiten die iOS-Geräte jeweils nur ein AirPlay fähiges Gerät.

iPhone / iPad und iPod per Dock
Natürlich könnt ihr auch eine Vielzahl an iPhones, iPads und iPods direkt über das Dock mit dem Gerät verbinden. Auf dieses Thema wollen wir allerdings nur sehr kurz eingehen. iOS-Gerät einstecken, Play-Taste drücken und schon hört ihr den Sound über die Lautsprecher. Grundsätzlich funktioniert auch ein iPad über den Dockinganschluss. Einen “Made for iPad Aufkleber” besitzt das Gerät allerdings nicht. Dies könnte daran liegen, dass der Arm und der Konnektor statisch nicht für das iPad dauerhaft ausgelegt ist. Grundsätzlich funktioniert das iPad (in unserem Test ein iPad 2) jedoch.

Weitere Anschlussmöglichkeiten

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An der Rückseite des Gerätes befindet sich neben der Anschlussmöglichkeit für das Netzkabel, die Ethernetschnittstelle, ein USB-Port sowie ein AUX und ein Comp-Anschluss. Über den USB-Port könnt ihr das Zeppelin Air direkt mit dem Computer verbinden und Musik abspielen, zudem könnt ihr so euer iOS-Gerät synchronisieren. Über den AUX-Eingang könnt ihr weitere Audioquellen anschließen. In der Zeppelin Air Bedienungsanleitung heißt es: “Möchten Sie sich eine externe analoge oder digitale Audioquelle anhören, so schließen Sie diese entweder über ein analoges Kabel mit Ministecker oder über ein Digitalkabel mit optischem Mini TOSlink-Stecker an den AUX-Eingang des Zeppelin Air an. Der Zeppelin Air identifiziert den verwendeten Kabeltyp dann automatisch und konfiguriert die AUX-Eingangsbuchse entsprechend.” So könnt ihr externe Geräte über einen 3,5mm Klinkenanschluss verbinden.

Über den Video-Comp-Ausgang können Videosignale eines angedockten iPods oder iPhones zu einem Fernsehgerät oder Monitor mit passendem Eingang gesendet werden.

Klang
Dieser Abschnitt eines Lautsprecher- oder Kopfhörer-Tests ist der beliebteste und spannendste. Man kann sich getrost Zeit nehmen, zurücklehnen und sich unter anderem seiner Lieblingsmusik widmen. Okay, nicht alles was wir für den Bowers & Wilkins Zeppelin Air Test durch die Lautsprecher gejagt haben, hören wir uns freiwillig an, das Meiste allerdings schon. Da waren sie wieder die verschiedenen Musikgenres: Klassik, Jazz und Rock, zudem haben wir diesmal eins, zwei Musicals angespielt. “Canon in D Moll” und ein wenig Schwanensee sollen in der Klassik reichen. Wir machen es kurz: Der Klang ist überzeugend. Die Töne werden punktgenau und kristall-klar wiedergegeben. Sowohl die hohen als auch die mittleren Töne sind phänomenal.

Die Basswiedergabe beim Bowers & Wilkins Zeppelin Air lässt sich am Besten mit ordentlichem Rock testen. Wie in der Vergangenheit schon öfters, setzten wir abermals Brian Johnson, Angus Young, Malcom Young, Cliff Williams und Phil Rudd ein. Kurz gesagt, es ist Zeit für AC/DC. Nach Thunderstruck, Hells Bells und Let there be Rock sind wir uns ganz sicher, das Zeppelin Air überzeugt auch beim Bass. Ein ordentlicher “Bumms” kommt aus den Lautsprechern und wir sind uns sicher, dass das Zeppelin Air auch größere Partyräume für eine Feierlichkeit beschallen kann. Bitte nicht falsch vers
tehen, wir meinen keine riesige Halle, in der hunderte Leute feiern, sondern eine Privatfeier, bei der nicht nur 10 Personen eingeladen sind.

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An dieser Stelle noch ein paar Randnotizen zur eingesetzten Technik. Unter der Haube sind insgesamt fünf Lautsprecher. Zwei Hochtöner, zwei Mitteltöner und ein Subwoofer. Zeppelin Air verwendet ein vollaktives 2.1 Design. Alle fünf Lautsprecher werden einzeln von hochwertigen Class-D Verstärkern angesteuert, die speziell für B&W entwickelt wurden. Die erhöhte Ausgangsleistung mit 4 x 25 Watt und 1 x 50 Watt sorgt für gesteigerte Präzision, nahtlose Integration und beeindruckende Basswiedergabe. Beim Zeppelin Air erfolgt ein Upsampling durch einen 96 kHz/24 bit Digital-Analog-Wandler.

Im Vergleich zum Original Zeppelin aus dem Jahr 2008 hat Bowers & Wilkins nicht nur die AirPlay Technologie implementiert, sondern auch den Klang punktuell verbessert.

Fazit
Mit dem Bowers & Wilkins Zeppelin, welches erstmals 2008 vom Stapel lief, hat der Lautsprecher Spezialist bereits ein ordentliches Pfund in die Waagschale gelegt, mit dem Zeppelin Air gibt es nochmal eine ordentliche Portion oben drauf. So sehr wir auch gesucht haben, eine wirkliche Schwachstelle konnten wir nicht aufspüren. Natürlich kann man sich noch 100 verschiedene Dinge (z.B. noch mehr Anschlussmöglichkeiten wünschen) eine echte Schwachstelle ist dies jedoch nicht. Nicht einmal der Preis von stolzen 599 Euro ist für diesen Premium-Artikel zu hoch gegriffen. Ein hochwertiges Innenleben und Design haben halt ihren Preis. Das Zeppelin Air sieht elegant aus, gehört klangtechnisch absolut in die Referenzklasse und kann von uns nur empfohlen werden. Das Gerät selbst verfügt nur über drei Tasten: Standby, lauter und leiser. Der Rest wird über die beiliegende Fernbedienung gesteuert.

Als absolutes Highlight könnten wir uns zwei Zeppelin Air Lautsprecher im Heimnetzwerk vorstellen, die die Musik gleichzeitig in unterschiedliche Räume transportieren.

Stärken

  • Design
  • überzeugender Sound auf ganzer Ebene
  • AirPlay über WiFi
  • einfache Installation und Bedienung
  • perfekte Verarbeitung

Schwächen

  • Fehlanzeige

Preis und Verfügbarkeit
Der Zeppelin Air von Bowers und Wilkins ist im Amazon Online-Store für derzeit 598 Euro erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 599 Euro. Das Gerät ist bei Amazon auf Lager und kann direkt versandt werden. Versandkosten fallen nicht an.

10 Kommentare

  • MIchaela

    Danke für diesen wirklich guten Test.

    28. Nov 2011 | 20:07 Uhr | Kommentieren
  • Andre Berg

    … die Netzwerk-Adresse sollte sich aber einstellen lassen, oder? Nicht jeder verwendet 169.254.x.x! (Nicht einmal die Airports als Standard…

    28. Nov 2011 | 20:32 Uhr | Kommentieren
  • Macerkopf

    Die 169.254.1.1 wird nur bei der ersten Verbindung zwischen Computer und Zeppelin Air verwendet. Über das Konfigurationsmenü bindet ihr das Zeppelin Air per WiFi in euer bestehendes WiFi-Netzwerk ein. Dann erhält das B&W Zeppelin Air die entsprechende Netzwerkadresse, die zu eurem heimischen Netzwerk passt.

    Gruß
    der Macerkopf

    28. Nov 2011 | 20:43 Uhr | Kommentieren
  • Timo

    Testet mal das Bose Sounddock 10!

    29. Nov 2011 | 7:30 Uhr | Kommentieren
  • Jochen

    Ja, der Vergleich Bose Sounddock 10 und Zeppelin Air würde mich auch brennend interessieren !

    01. Dez 2011 | 20:01 Uhr | Kommentieren
  • Mark23

    Habe mir kurz nach diesem Testbericht das Zeppelin Air zugelegt und kann nur sagen, dass ich es bisher keine Sekunde bereut habe.

    Ein wirklich klasse Teil, das unser Haus mit musikalischem Leben füllt ;-)

    viele Grüße
    Mark

    12. Dez 2011 | 17:56 Uhr | Kommentieren
  • Danny

    Hallo,

    habe mir aufgrund eures Testberichts das Zeppelin Air von meiner Frau zu Weihnachten gewünscht und auch erhalten ;-)

    Ihr habt echt nich zuviel versprochen, das Teil ist der Hammer.

    DANKE.

    Gruß
    Danny

    26. Dez 2011 | 13:16 Uhr | Kommentieren
  • Chrisse

    Kann das Zeppelin Air auch nur empfehlen. Optisch und klangtechnisch überzeugend.

    Gruß
    der Chrisse

    28. Dez 2011 | 16:02 Uhr | Kommentieren
  • Mareike

    Hallo Zusammen,

    ich war am Anfang recht skeptisch, ob ich tatsächlich knapp 600 Euro für eine iPhone-Dockingstation ausgeben soll. Dann bin ich bei euch auf der Seite gelandet. Danke für den echt gelungenen Test.

    Ich habe das Zeppelin Air nun seit ca. zwei Wochen im Einsatz und muss sagen, dass es nicht nur optisch in meiner Wohnung überzeugt sondern auch einen richtig guten Sound mit sich bringt.

    viele Grüße
    Mareike

    08. Jan 2012 | 16:47 Uhr | Kommentieren
  • Tony

    Ich bin Anfang des Jahres über diesen Test gestolpert. Nach langer Überlegung, habe ich mir das Zeppelin Air in der letzten Wochen gekauft. Die Installation war kinderleicht und über diesen Klang gibt es keine zwei Meinungen.

    DANKE
    Tony

    28. Jan 2012 | 10:37 Uhr | Kommentieren

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