WhatsApp + Facebook: Deutsche Datenschützer untersagen Datenabgleich

| 13:11 Uhr | 8 Kommentare

Als WhatsApp Ende August seine Nutzungsbedingungen angepasst und den Grundstein für den Datenabgleich mit Facebook gelegt hatte, war der Aufschrei groß. Nutzer mussten entscheiden, ob sie dem Abgleich zustimmen oder diesem widersprechen. Jeder wird sich seine Meinung gebildet haben. So eine „Aktion“ ist für jeden Datenschutzbeuftagten ein gefundenes Fressen und so gibt es nun eine interssante Enwicklung.

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WhatsApp + Facebook: Datenschutzbeauftragter erlässt Verwaltungsanordnung

Der Datenabgleich zwischen WhatsApp und Facebook ist ein brisantes Thema. Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat eine Verwaltungsanordnung erlassen, die es Facebook ab sofort untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern. Facebook wird ferner aufgefordert, bereits durch WhatsApp an das Unternehmen übermittelte Daten zu löschen.

Hierzu der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar:

„Die Anordnung schützt die Daten der ca. 35 Millionen WhatsApp-Nutzer in Deutschland. Es muss ihre jeweilige Entscheidung sein, ob sie eine Verbindung ihres Kontos mit Facebook wünschen. Dazu muss Facebook sie vorab um Erlaubnis fragen. Dies ist nicht geschehen.

Dazu kommen noch viele Millionen Personen, deren Kontaktdaten aus den Adressbüchern der Nutzer zu WhatsApp hochgeladen wurden, ohne dass diese etwas mit Facebook oder WhatsApp zu tun haben müssen. Diese gigantische Menge von Daten hat Facebook zwar nach eigenem Bekunden noch nicht erhoben. Die Antwort von Facebook, dass dies lediglich zur Zeit noch nicht erfolgt sei, gibt jedoch Anlass zur Sorge, dass das Ausmaß des Datenverstoßes noch massivere Auswirkungen nach sich ziehen wird.“

In der Mitteilung heißt es, dass WhatsApp und Facebook zwei selbstständige Unternehmen sind, die die Daten ihrer jeweiligen Nutzer auf Grundlage eigener AGB verarbeiten. Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook, habe Facebook zugesichert, dss man die Daten der Nutzer nicht miteinander tauscht. Der nun erfolgte Wortbruch sei eine Irreführung der Nutzer sowie der Öffentlichkeit und stelle auch einen Verstoß gegen das nationale Datenschutzrecht dar. Denn ein solcher Austausch ist nur dann zulässig, wenn sowohl auf Seiten des Unternehmens, das Daten liefert (WhatsApp) als auch bei dem empfangenden Unternehmen (Facebook) eine Rechtsgrundlage dafür vorliegt. Facebook hat allerdings weder eine wirksame Einwilligung von den Nutzern von WhatsApp eingeholt, noch ist eine gesetzliche Grundlage für den Datenempfang vorhanden.

Kategorie: App Store

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8 Kommentare

  • Projekt

    Und Mark Zuckerberg so: „Wayne interessierst?“

    27. Sep 2016 | 13:19 Uhr | Kommentieren
    • Benjamin

      Zur Not kommt es bei uns dann wie in China…die Regierung wird Facebook einfach sperren. Dann gehen Facebook Millionen von Nutzern flöten.

      27. Sep 2016 | 14:09 Uhr | Kommentieren
      • Projekt

        Warum? solange jeder selbst entscheiden kann ob er diese Dienste nutzt sollte der Staat nicht eingreifen! Falls doch wäre dies ein Eingriff in die persönliche Freiheit des Menschen und damit ein Verstoß gegen das Grundgesetz ;). Erst wenn man gezwungen würde, diese Dienste zu nutzen, sollte der Staat einschreiten ;)!

        27. Sep 2016 | 14:38 Uhr | Kommentieren
        • Benjamin

          Ok, ich verlange von dir jetzt für jeden Atemzug 1 Euro…ich zwinge dich ja nicht dazu zu atmen, kannst du ja selbst entscheiden ob du das machst oder nicht. Aber wenn, musst du mir Geld zahlen.

          27. Sep 2016 | 15:33 Uhr | Kommentieren
          • Projekt

            Das sind die Grundrechte und lebenswichtige Grundbedürfnisse! Diese dürfen auch nicht beschränkt werden, da man ohne diese nicht lebensfähig ist! Ohne WhatsApp und Facebook ist der Mensch allerdings lebensfähig sonst würde ja keiner von uns auf der Welt sein… das ist ein Unterschied.
            Wenn ein Unternehmen jetzt sagen würde er würde die Luft verkaufen… dann würde der Staat auch eingreifen und das zu Recht. Bei Datenerhebung liegt es aber im Ermessen des Nutzers welche Daten er verraten möchte! Wenn einer keine Daten weitergeben möchte kann man ihn auch nicht dazu zwingen!
            Jeder der mit WhatsApp und Facebook nicht einverstanden ist muss es ja nicht nutzen! Oder würden Sie ohne WhatsApp und Facebook sterben?

            27. Sep 2016 | 16:42 Uhr |
  • Matt

    @Project:

    Sie vergessen, dass hier durch den Upload von Adressbüchern zu WhatsApp auch massenhaft Daten von Personen betroffen sind, die weder bei WhatsApp noch bei FacebBook sind.
    Zudem hat WhatsApp mitlerweile ein marktbeherrsche Position und muss sich daher auch an die Spielregeln halten. Alternativen gibt es zwar (Threema) aber sie haben zu wenige Nutzer und sind daher für viele keine Alternative.

    27. Sep 2016 | 17:49 Uhr | Kommentieren
    • Projekt

      Das WhatsApp diese Daten hochlädt steht in den AGBs! Wer nicht möchte, dass diese Daten von Dritten hochgeladen werden sollte es einfach nicht nutzen! Es ist auch möglich deinen „freunden“ zu verbieten diese Daten weiter zu geben.
      Dabei ist doch die Frage was macht Facebook oder WhatsApp mit den Daten? Sie nutzen sie, warum auch nicht es ist deren Geschäftsmodell! Damit verdienen die nunmal Geld, denn wie sagte schon mein Opa: „Schenken tut einem keiner etwas, außer die Familie!“
      Kar ist das rechtlich sehr fraglich. Solange aber kein passendes Gesetz da ist, welche genau solche Sachen regelt kann keiner etwas unternehmen! Es wird Zeit für ein globales Gesetz zur weitergabe von personenbezogenen Daten… Wenn das nicht geregt wird ist es mit unserem Datenschutz vorbei und das ist es zur Zeit leider…
      Naja man kann ewig Diskutieren und reden was man möchte solange es keine Anklage gibt bzw. die Gesetze so aufgeweicht sind bleibt einem nur das so hinzunehmen..
      Und wenn ab morgen 100 Millionen Menschen WhatsApp nicht mehr nutzen wird das vllt mal etwas bewegen, aber solange alle es nicht machen wird sich auch nichts ändern..

      27. Sep 2016 | 18:16 Uhr | Kommentieren
      • Dorfbratze

        Ich habe weder einen Facebook Account noch WhatsApp, kann aber trotzdem gezielt mit Werbung vollgespamt werden, weil ca. 30 Personen meine Mail Adresse und/oder Telefonnummer, Geburtsdatum etcpp in Ihren Adressbüchern mit meinem Namen gespeichert haben. Soll ich jedem verbieten meine Daten in ihrem Handy zu speichern, denn er könnte ja vielleicht in 2 Jahren mal WhatsApp Downloaden?
        iMassage benutzt da ein wesentlich seriöseres Konzept, da wird P2P ermittelt und nicht einfach Daten dritter abgegriffen.
        Jetzt noch ein Zitat meiner Mutter als sie sich WhattsApp runtergelassen hatte: „ich wusste ja gar nicht, dass meine Kontakte da hochgeladen werden.“

        01. Okt 2016 | 22:12 Uhr | Kommentieren

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