Scott Forstall und John Browett: Hintergründe zum Rauswurf

| 9:04 Uhr | 15 Kommentare

Für viele unerwartet, gab Apple am späten gestrigen Abend nach US-Börsenschluss mehrere wichtige Personalentscheidungen per Pressemitteilung bekannt. Zwei „Senior Vice Presidents“ verlassen Apple. Sowohl Scott Forstall als auch John Browett werden bei Apple von Bord gehen. Während Browett das Unternehmen sofort verlässt, wird Forstall erst im kommenden Jahr gänzlich Apple den Rücken kehren. Bis dahin wird er Apple CEO Tim Cook zuarbeiten.

Mittlerweile sind ein paar Stunden seit der Pressemitteilung vergangenen und verschiedene Medien haben sich zu den Hintergründen des Rauswurfs geäußert. Interessanterweise gehen alle Berichte in die gleiche Richtung. Zudem hat Tim Cook eine eMail an die eigenen Mitarbeiter verfasst und die Entscheidung mitgeteilt.

So berichtet z.B. das Wall Street Journal, dass die Karten-App den Ausschlag zur Entscheidung von Cook gegeben hat. Nach der zum Teil verheerenden Kritik durch die Presse und des Anwenders an der Apple eigenen Karten-App, die Scott Forstall zu verantworten hat, weigerte sich dieser die Entschuldigung an die Kunden zu unterschreiben. Dies soll allerdings nicht der einzige Grund gewesen sein.

So berichtet das WSJ weiter, dass es immer wieder Spannungen zwischen Forstall und anderen hochrangigen Mitarbeitern gegeben habe. Forstall sei wenig kooperativ, heißt es. Besonders das Verhältnis zu Jony Ive sei sehr belastet gewesen. Schlussendlich habe Ive den Kampf gewonnen.

I want to thank Scott for all of his many contributions to Apple over his career.

In der persönlichen eMail von Cook an die Mitarbeiter dankt dieser Forstall für sein Engagement und seine Leistung bei Apple.

Deutlich nüchterner geht es im Bezug auf John Browett von statten. Der Mann, der Anfang des Jahres ausgewählt wurde und im April seine Arbeit bei Apple begann, erhält keinerlei Danksagung von Cook. Schon die Bekanntgabe, dass John Browett Apple SVP wird, wurde mit Kritik begleitet. Browett war zuvor Chef bei Dixons in Großbritannien und dier Elektrohändler hatte einen sehr schlechten „Retail Ruf“.

Browett hatte z.B. vor wenigen Wochen die Arbeitszeiten der Mitarbeiter gekürzt und Arbeitsplätze reduziert. Es heißt, seine Angestellten haben ihn gehasst.

Kategorie: Apple

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15 Kommentare

  • ÄSZED

    Das wirft ja ein ganz anderes Bild auf den „sympathischen“ Forstall. Ich mochte ihn, kann dann aber Cook’s Entscheidung verstehen.

    30. Okt 2012 | 9:27 Uhr | Kommentieren
    • FuuFan

      geht mir genau so

      30. Okt 2012 | 9:37 Uhr | Kommentieren
    • LKF

      Jepp wenn man das hört, … hätte ich auch nicht gedacht.
      Die Frage ist halt ob das WSJ da auch nur Gerüchte wiedergibt oder sichere Quellen hat

      30. Okt 2012 | 9:46 Uhr | Kommentieren
  • Oli

    Ja ist alles verständlich! Aber die Katastrophe mit zerkratzten iPhone’s ist zig mal schlimmer! Software kann man updaten! Die Hardware nicht! Für dieses Drama sollte jemand Verantwortung zeigen!!!

    30. Okt 2012 | 11:55 Uhr | Kommentieren
  • mated

    Forstall bald wieder ohne Job(s).

    30. Okt 2012 | 12:07 Uhr | Kommentieren
  • Hotte

    Ich fand Forstall eigentlich immer Klasse…
    Bin gespannt wie es in der Sache iOS nun weiter geht …

    30. Okt 2012 | 12:55 Uhr | Kommentieren
  • Kentaurus

    Ich fand Forstall eigentlich von Anfang an ziemlich unsympathisch und arrogant. Da half ihm sein gekünsteltes Lächeln nicht weiter. Mir viel auch bei der letzten Keynote sein sehr grimmiger Gesichtsausdruck auf. Aber vielleicht wusste er da schon von dem was ihm bevorstand.

    Ich denke es war eine weise Entscheidung ihn gehen zu lassen und bin mal auf die Veränderungen um iOS gespannt.

    30. Okt 2012 | 13:03 Uhr | Kommentieren
  • Jörg

    Konnte den Forstall eh nie leiden – von daher ist’s mir eigentlich ganz recht. Das einzige, was ich nicht so doll finde, ist, dass jetzt der OS X Chef auch iOS Chef ist. Ich finde man sollte diese Bereiche auch innerbetrieblich trennen – sonst kommt mit ein bisschen Pech noch sowas wie Windows 8 dabei raus.

    30. Okt 2012 | 13:16 Uhr | Kommentieren
    • Ara

      OS X ist doch schon ein halbes IOS. Siehe Launchpad und Ordnerfunktion von Launchpad. Siehe Benachrichtigungen. Siehe Mac AppStore. Siehe Siehe Siehe… Und in Zukunft werden sie auch immer weiter miteinander verschmelzen. OS X ist in der Hinsicht also genauso ein Hybrid wie Windows 8. Aber Hauptsache wie ein Lemming unsachlich Richtung Microsoft bashen… Die meisten die hier in Foren untwerwegs sind haben keine eigene Meinung und plappern nur wie Papageie nach, anstatt sich mal objektiv an bestimmten Sachen heranzugehen…

      30. Okt 2012 | 15:07 Uhr | Kommentieren
      • Jörg

        Mac OS X ist aber in einem entscheidendem Punkt anders als Win 8. Bei Mac OS X habe ich die Wahl. Und würdest du deine Zeit nicht damit verschwenden andere auf Grund einer Meinung die nicht der deinen entspricht zu beleidigen und stattdessen mal beide Systeme ausprobieren, würdest du die anderen Meinungen auch zumindest verstehen können. Bei Windows 8 wurden dem User essentielle Dinge wie das Startmenü gegeben und durch undurchschaubare Fingergesten ersetzt, die die Bedienung am PC umständlicher denn je machen. Bei Mac OS X habe ich die Wahl das Launchpad oder anderes einfach nicht zu benutzen – bei Windows komme ich um Metro nicht drumherum. Aber wozu schlage ich mich mit dir rum ? Offenbar bist du ja viel glücklicher damit zu versuchen der „MainStream“-Meinung zu widersprechen, als deren Argumente zu betrachen (Was ja nicht heißt, dass du diese Meinung dann auch als die deine Annehmen musst, aber deine Wortwahl und die sinnfreien Beleidigungen zeigen schon zu Genüge deine Intentionen)

        30. Okt 2012 | 16:16 Uhr | Kommentieren
  • Domi

    Die Frage ist, warum ist er nicht immer kooperativ?
    Ich kenne das aus eigener Geschäftserfahrung.
    Die Richtung, die Apple gerade anzielt, würde mich auch zur Kooperationsverweigerung bringen.
    Wegen einem Fehler in Maps wird er nicht rausgeschmissen.
    Sonst müsste auch Ive schon längst gehen!

    Für mich scheint iOS fürs Erste verloren!

    30. Okt 2012 | 13:20 Uhr | Kommentieren
  • Wolf L.

    eins x [] = 1… schwieriges Captcha heut.. ^^

    Ich empfinde die Entscheidung als richtig, da meiner Meinung nach in letzter Zeit die 110%-Perfektion sowohl in Sachen Hardware als auch Software nicht mehr ganz spürbar war (zerkratzte iPhones, Apple Maps, etc)
    Bin sehr gespannt wie es jetzt ohne Forstall bei iOS weitergeht und vor allem wie sehr iOS und OS X weiter verschmelzen. So ein amorphes Desaster wie bei Windows 8/RT/WTF? wäre der Untergang für Apple.
    Und ich bin gespannt was Ive bezüglich skeuomorphes Design macht, der war da ja noch nie so angetan von… 😀

    Ich hoffe jedenfalls, dass in nächster Zeit wieder „makellos“ produziert wird, sonst haben die gesalzenen Preise ihre Rechtfertigung endgültig verloren

    30. Okt 2012 | 15:11 Uhr | Kommentieren
  • Clemens

    Browett war furchtbar! Zwar bekamen alle retail-mitarbeiter eine gehaltserhöhung, aber ansonsten wurden die mittel gekürzt und strenger reagiert, wenn etwas nicht zu 100% nach vorschrift lief.
    Habe ihn persönlich getroffen und fand ihn sehr unsympathisch…

    30. Okt 2012 | 15:13 Uhr | Kommentieren
  • Pascal

    Mir war Forstall eigentlich sympathisch und wegen den Maps alleine ist er sicher nicht gefeuert… Aber es ist mit deutlich lieber, dass Scott Forstall Apple verlässt, als Johny Ive, denn ich glaub ohne Ive läuft bei Apple garnichts mehr. Ich freue mich sogar ein bisschen, wenn der OS X Chef auch iOS Chef wird, denn iOS könnte noch viele Features vom Mac übernehmen, wogegen sich Forstall immer gewehrt hat…

    30. Okt 2012 | 15:32 Uhr | Kommentieren
  • Feank

    Ich finde es nicht schlecht, dass er geht, obwohl ich bis ios6 nichts schlechtes gehört habe. Ein Manager hat eine gewisse Verantwortung, und sollte auch für Fehler gerade stehen. Ios6 war für mich eher ein Rueckschritt als ein Fortschritt. Es ist generell schlecht Funktionen wie Maps oder die Youtube App von einem auf den anderen Tag zu streichen, die Kunden gewöhnen sich nur langsam an Veränderungen. Ich haette den Übergang etwas schleichender bei ios6 gemacht, d.h. beide google Apps noch in ios6 beibehalten, zeitgleich aber die neue Maps Anwendung als beta eingeführt, wie sie es damals auch bei Siri gemacht haben, um erstes Feedback zu erhalten. Das Forstall sich gegenüber anderen Kollegen nicht kooperativ verhalten hat, macht es für Apple nicht einfacher, vor allem weil Apple alles auf einer Hand anbietet. Ich kann Tims Entscheidung verstehen. Es sollten sich andere Unternehmen ein Scheibe abschneiden. Viele anderen Manager scheiden nach einigen monaten mit mehreren Millionen Dollar Abfindung und Aktienoptionen aus dem unternehmen, und hinterlassen einen hohen Schaden (wie z.b. Yahoo, wo viele Mitarbeiter deswegen entlassen wurden)

    30. Okt 2012 | 23:45 Uhr | Kommentieren

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