Test: iPhone XS Max

| 20:44 Uhr | 1 Kommentar

iPhone XS Max im Test. Am 12. September vorgestellt, feierten iPhone XS und iPhone XS Max am 21. September ihren Verkaufsstart. Ein paar Tage sind seitdem vergangen und wir konnten uns bereits intensiv mit den neuen Apple Smartphones beschäftigen.

iPhone XS / iPhone XS Max im Test

Allgemeines

Ein Jahr ist es mittlerweile her, dass Apple im September 2017 das iPhone X vorgestellt hat. Damals sagte Apples Marketing-Chef Phil Schiller, dass das iPhone X die Richtung für die kommenden Jahre vorgeben wird. Genau dies sollte sich während der September 2018 Keynote bewahrheiten. Im Rahmen des Events hat Apple das iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR vorgestellt. Das Grundkonzept ist bei allen drei Modellen identisch.

Im Vorfeld wurde mehr über die Namen der neuen Modelle gerätselt, als über die Funktionen selbst. Ein iPhone XS als Nachfolger des iPhone X ist in unseren Augen nur logisch. Damit bleibt Apple seiner Grundsatzphilosophie treu, alle zwei Jahre ein S-Modell auf den Markt zu bringen. Ein größerer Bruder des iPhone XS war im Vorfeld auch schon gesetzt. In den letzten Jahren und seit dem iPhone 6 hatte sich Apple immer für den Zusatz „Plus“ entschieden. Das „Plus“ stand nicht nur für ein größeres Display und eine etwas längere Akkulaufzeit, sondern auch sehr konsequent für ein leistungsstärkeres Kamerasystem.

Diese Tradition wird in diesem Jahr gebrochen. Apple nennt das größere 6,5 Zoll OLED-Modell nicht etwas iPhone XS Plus, sondern iPhone XS Max. Wenn ihr uns fragt, ist diese Bezeichnung etwas gewöhnungsbedürftig, da wir einfach auf das Plus konditioniert waren. Das Plus stand – wie bereits erwähnt – unter anderem für ein leistungsfähigeres Kamerasystem. Genau dies ist beim iPhone XS Max eben nicht der Fall. In diesem Jahr bietet das „kleinere“ Modell genau das gleiche Kamerasystem wie das „größere“ Modell. Kein Anwender muss sich nun durchringen, sich für das größere Modell, welches er vielleicht nicht unbedingt haben möchte, zu entscheiden, nur um vom besseren Kamerasystem profitieren zu können. 

Dann bliebe noch das dritte neue Modell. Dieses hört auf den Namen iPhone XR. Mit dem Namen verkörpert Apple, dass dieses Gerät ebenso die iPhone X Designsprache spricht. Wofür das R allerdings steht, ist nicht überliefert. Während das iPhone XS und iPhone XS Max bereits im Handel sind, feiert das iPhone XR am 26. Oktober seinen Verkaufsstart.

Das iPhone XS ist ein klassisches S-Upgrade. Schnellerer Prozessor, besseres Kamerasystem, weitere Neuerungen. Nicht mehr und nicht weniger. Ein solches S-Upgrade haben wir in den letzten Jahren regelmäßig erlebt. Deutlich spannender empfinden wir da das größere 6,5 Zoll iPhone XS Max. Viele Nutzer haben in den letzten Jahren das Plus-Modell bevorzugt und so kam bei vielen Anwendern auch der Wunsch nach einem größeren iPhone X auf. Genau ein solches Modell hat Apple in diesem Jahr mit dem iPhone XS Max auf den Markt gebracht. Unser iPhone XS (Max) Test konzentriert sich somit auf das größere der beiden Modelle.

Da wir seit dem iPhone 6 verschiedene Plus-Modelle genutzt haben, war uns die größere Form durchaus bekannt und wir wussten, was uns nun mit dem iPhone XS Max erwartet. Klar, das Gerät ist nicht mehr ganz so kompakt, wie das iPhone X bzw. iPhone XS, dafür bietet es jedoch ein unglaubliches Display.

Umstieg iPhone X / Watch 3 auf iPhone XS Max / Watch 4

Bevor wir in den iPhone XS Max Test einsteigen, erlaubt uns noch eine kurze Randnotiz, die sicherlich den ein oder anderen Nutzer interessiert. Wir können uns gut vorstellen, dass Anwender gemeinsam mit einem neuen iPhone auch eine neue Apple Watch kaufen. Die Apple Watch 4 besitzt in diesem Jahr auch allerhand Argumente für ein Upgrade. Wie sind wir vorgegangen? Dies möchten wir euch kurz umreißen. Ob dies der perfekte Weg ist? Keine Ahnung, wir waren in jedem Fall zufrieden.

Apple Watch über die Watch App vom iPhone entkoppeln. Dadurch wird ein Backup der Watch auf dem iPhone angelegt. Anschließend haben wir vom iPhone ein iCloud-Backup angelegt. Nun erfolgte der SIM-Kartenwechsel vom iPhone X zum iPhone XS Max. iPhone XS Max einschalten und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen (Backup aus iCloud wiederherstellen). Nach der Wiederherstellung hat das iPhone noch allerhand Dinge (Apps, Fotos etc.) aus der iCloud geladen. Parallel dazu haben wir die Installation der Apple Watch 4 über die Watch-App am iPhone eingeleitet und auch hierbei ausgewählt, dass wir aus einem Backup wiederherstellen möchten.

Gleichzeitig haben wir die Telekom Hotline kontaktiert, um den eSIM-Wechsel von der Watch 3 auf die Watch 4 einzuleiten. Kurz das Anliegen an der Hotline geschildert und im Anschluss daran wurde ein neues eSIM-Profil zugeteilt. Dieses konnten wir rund 10 Minuten später auf der Telekom Webseite im Kundencenter einsehen und während der Installation der Apple Watch 4 wurden wir danach gefragt, ob wir Mobilfunk auf der Watch nutzen möchten. QR-Code von der Telekom Webseite (eSIM-Profil) abscannen und schon ist die Mobilfunknutzung per Watch möglich. Nun haben wir noch in Ruhe iPhone XS Max und Apple Watch 4 ihre Arbeit machen lassen (Synchronisieren, aus der iCloud laden etc.). Fertig.

Design / Display

Apple führt mit dem iPhone XS Max die Designvorgabe aus dem vergangenen Jahr konsequent fort. Man muss auch kein großer Prophet sein, um erahnen zu können, dass sich dies im nächsten Jahr fortsetzen wird. Das soll nicht heißen, dass es keine optischen Veränderungen geben könnte, das Grundkonzept steht allerdings für die kommenden Jahre. Display-Aussparung (ggfs. wird diese in den kommenden Jahren etwas kleiner), Face ID, kein Homebutton. Genau dieses Paket wird uns weiterhin begleiten.

Das iPhone XS Max misst 157,5mm x 77,4mm x 7,7mm und wiegt dabei 208g. Das iPhone XS ist 143,6mm x 70,9mm x 7,7mm groß und wiegt 177g. Vergleicht man allerdings das iPhone XS Max mit dem iPhone 8 Plus (158,4mm x 78,1mm x 7,5mm; 202g), so zeigt sich, dass das iPhone XS Max jeweils knapp 1mm kürzer und schmaler und gleichzeitig 0,2mm dicker ist. Mit diesem Werten fühlt sich das iPhone XS Max etwas angenehmer in der Hand als das iPhone 8 Plus. Wir wollen damit nicht sagen, dass es ein Unterschied wie Tag und Nacht ist, aber irgendwie fühlt es sich minimal komfortabler an.

Für Kunden, die bisher das Plus-Modell bevorzugt haben, wird es sicherlich kaum ein Argument geben, nicht das iPhone XS Max gegenüber dem iPhone XS zu bevorzugen.

Das 6,5 Zoll Super Retina HD Display, welches Apple beim iPhone XS Max verbaut, ist das größte Display, welches Apple jemals bei einem iPhone verbaut hat. Der Sprung zum 7,9 Zoll iPad mini ist nicht mehr so groß. Das Display bietet eine Auflösung von 2688 x 1242 Pixel und besitzt mit 458ppi die selbe Pixeldichte wie das 5,8 Zoll iPhone XS. Blickt man auf die restliche Displaywerte (HDR, Kontrast von 1.000.000:1, True Tone Display, P3-Farbraum, 3D Touch, maximale Helligkeit von 625cd/m2) so hat sich zum Display des iPhone X nicht viel getan. Bereits im Rahmen des iPhone X Tests haben wir im letzten Jahr deutlich gemacht, wie gut das Display ist. Kontrast, Farbgenauigkeit, Schwarzwerte etc. sind überzeugend.

Nun transferiert Apple dieses wirklich beeindruckende Display auf eine neue Größe. Dies bedeutet, dass noch mehr Inhalte dargestellt werden können, Fotos und Videos noch beeindruckender aussehen und im Querformat zum Beispiel in der Kalender-App mehr Informationen dargestellt werden können. Das A und O bei der Entscheidung zwischen iPhone XS und iPhone XS Max liegt schlicht in der Displaygröße. Reicht mir das 5,8 Zoll OLED.Display oder bevorzuge ich den größeren Bruder? Das Display ist absolut überzeugend.

Als nächster Punkt sei in dieser Kategorie noch erwähnt, dass Apple beim iPhone XS und iPhone XS Max auf ein stabileres Glas setzt, um Display und das Gerät an sich besser zu schützen. Erste Drop-Tests zeigen, dass das Glas in der Tat widerstandsfähiger ist. Das neue Glas sowie eine größere Ladespule sorgen gleichzeitig dafür, dass ihr die Geräte 5 bis 20 Prozent schneller drahtlos Laden könnt. Der tatsächliche Wert richtet sich unter anderem auch nach der Umgebungstemperatur und wie präzise das iPhone auf den Qi-Ladegerät liegt.

Beim Rahmen setzt Apple genau wie beim Vorgängermodell auf Edelstahl. Für die Farben Gold und Space Grau werden die Edelstahl­rahmen in einem Prozess mit fort­schrittlicher physikalischer Gasphasen­abscheidung (PVD) behandelt, um Farben und Reflexionseffekte zu erzeugen, die perfekt zum Glas passen.

Anschließend sei noch gesagt, dass Apple den Schutz gegen Wasser und Staub verbessern konnte. Apple bewirbt das iPhone XS (Max) mit der IP68 Zertifizierung. Dies bedeutet, dass das Gerät 30 Minuten 2 Meter unter Wasser schadlos übersteht. 

Face ID

Als Apple im letzten Jahr das iPhone X mit Face ID auf den Markt brachte, waren nicht nur wir skeptisch, wie gut Face ID den Fingerabdrucksensor Touch ID ablösen kann. Gleichzeitig waren wir davon überzeugt, dass Apple diesen Weg nur beschreitet, wenn man eine gute Lösung anzubieten hat.

Face ID wurde beim iPhone X gut implementiert. Die Technologie in der jetzigen Art und Weise hat aber auch ihre Grenzen. Man muss sein Gesicht in einem bestimmten Winkel und mit einem Abstand vor das iPhone halten. Ist dies gegeben, so funktioniert Face ID sehr gut. Aber auch Touch ID hat seine Grenzen. Ein schmutziger oder nasser Finger wird seinen Dienst ebenso verweigern.

Unterm Strich ist Face ID nahtloser implementiert als Touch ID. Insbesondere die Verbesserungen durch iOS 12 sowie die iPhone XS (Max) Hardware optimieren das Erlebnis. Wir hatten bereits beim iPhone X unter iOS 12 das Gefühl, dass Face ID minimal schneller geworden ist. Mit der iPhone XS (Max) Hardware macht Face ID einen weiteren kleineren Schritt nach vorne. Die Sicherheitsenklarve, in der die Face ID Informationen gespeichert werden, ist schneller geworden. Dies in Kombination mit dem A12 Bionic Chip und neuer Algorithmen, lassen Face ID schneller funktionieren.

Dies soll nicht bedeuten, dass Face ID mit dem iPhone XS (Max) jetzt doppelt so schnell ist. Man spürt jedoch, dass das Ganze nun noch nahtloser funktioniert und sich der Nutzer immer weniger Gedanken zu dem Thema macht. Face ID ist einfach da und läuft nebenbei als Sicherheitsebenso. Als störend nimmt man das Ganze absolut nicht war.

Eine weitere Verbesserung zu Face ID sei noch erwähnt. Dies ist allerdings eine Neuerung, die auch dem iPhone X zu Gute kommt. Ab sofort könnt ihr ein „alternatives Erscheinungsbild“ hinterlegen. Seht ihr morgens nach dem Aufstehen so zerknirscht aus, dass euch das iPhone nicht erkennt? So registriert für euch ein alternatives Erscheinungsbild. Alternativ könnt ihr auch das Gesicht der Frau, Freundin oder von wem auch immer speichern, damit diese Person euer iPhone ebenso per Face ID entsperren kann.

A12 Bionic

Apple behauptet vom A12 Bionic Chip, dass dieser der intelligenteste und leistungsfähigste Smartphone-Chip ist. Erste Benchmark-Tests zeigen, dass der A12 verdammt schnell ist und Apple mit dieser Aussage nicht übertreibt. Zudem ist der A12 der erste Smartphone-Chip, der im 7nm Verfahren gefertigt wurde.

Blicken wir zunächst auf die CPU des A12-Chips. Die beiden Performance-Kerne sind bis zu 15 Prozent schneller als der A11. Die vier Effizienz-Kerne verbrauchen bis zu 50 Prozent weniger Energie. Die GPU setzt auf 4-Kerne. Die Grafikleistung ist bis zu 50 Prozent schneller. 

Besonders erwähnenswert ist die 8-Core Neutral Engine (2-Kerne beim A11). Diese ermöglicht 5 Billionen Berechnungen pro Sekunde. Beim A11 waren es 600 Milliarden Berechnungen pro Sekunde. Core ML läuft bis zu 9x schneller als beim A11. Zudem beinhaltet der A12 einen verbesserten Bildsignalprozessor mit verbesserter Tiefen-Engine. Auch die Smart HDR Funktion basiert auf den Verbesserungen rund um den Prozessor..

Zahlen, die Apple zur Verfügung stellt, sind das eine, das tägliche Erlebnis ist das andere. Das iPhone X ist schon verdammt flott und ist unter A12 nochmal ein kleines Stück schneller geworden. Das iPhone XS legt noch einmal eine Schippe drauf. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir auch nur annähernd das Gefühl, dass der Prozessor an seine Grenzen gekommen ist. Ganz im Gegenteil, da ist noch Luft nach oben. Apps starten rasant schnell, die Kamera ist nahezu in Echtzeit einsatzbereit, das Rendern von Videos ist schneller denn je und Spiele sehen noch realistischer aus. Während der Keynote hat Apple verschiedene Apps gezeigt, so auch Elder Scrolls: Blades.. Wir hatten die Möglichkeit, uns dieses Spiel noch einmal näher anzugucken. Die Grafikelemente waren sehr beeindruckend. Wenn man berücksichtigt, dass eine solche Grafik auf einem Smartphone realisiert werden kann, so löst das einen Wow-Effekt aus.

Auch Augmented Reality kommt der A12 Bionic zu Gute. Seine Rechenleistung in Kombination mit dem neuen ARKit 2.0 lassen das iPhone XS (Max) noch mehr Gegenstände in schnellerer Zeit erkennen. So kann man mal eben Fußbodenfliesen ausmessen. Sicherlich nicht millimetergenau, nichtsdestotrotz können sich die Ergebnisse sehen lassen.

Um das Thema Leistung noch abzuschließen, haben wir euch noch die von uns ermittelten Geekbench-Werte eingebunden. Kein riesiger Schritt nach vorne, aber mit diesen Werten demonstriert Apple noch einmal sein Know How in diesem Bereich. Gleichzeitig sollte man im Hinterkopf behalten, dass Apple auf der einen Seite die Leistung steigern und gleichzeitig den Stromverbrauch senken konnte. Viele der oben genannten Chip-Verbesserungen kommen natürlich auch der Fotografie zu Gute. Diesem Kapitel widmen wir uns in unserem iPhone XS Max Test als nächstes.

Kamera

Kommt es nur uns so vor oder ist das Smartphone als Kamera in den letzten Jahren wichtiger denn je geworden. Wie oft sieht man jemanden, der sein iPhone zückt, um ein Foto zu schießen. Egal wo man sich aufhält, zückt irgendjemand sein Smartphone, um eine Szene in Bild und Ton festzuhalten. Das iPhone nimmt dabei seit Jahren eine Vorreiterrolle ein.

Vergleich man das iPhone XS Max bzw. das Kamerasystem des iPhone XS mit dem Kamerasystem des iPhone X auf der Apple Webseite, so scheinen die Unterschiede auf den ersten Blick recht minimal. Beschäftigt man sich jedoch näher mit der Materie, werden die Unterschiede jedoch immer deutlicher. Insbesondere, wenn man Fotos des iPhone X direkt mit Fotos des iPhone XS Max vergleicht, erkennt man die Weiterentwicklung. Je älter ein iPhone ist, desto markanter sind die Qualitätsunterschiede zur iPhone XS Max Kamera.

In der Regel entscheiden sich Nutzer nicht jährlich für ein neues iPhone. Sie kaufen ein neues iPhone, wenn das alte defekt ist oder einfach „zu alt“ geworden ist. Der normale Anwender aktualisiert vermutlich von einem iPhone 7 oder einem älteren iPhone zum neuen iPhone XS (Max). In vielen Bereichen ist dabei das neue iPhone deutlich besser als das Altgerät. Einer dieser Aspekte betrifft das Kamerasystem.

Doch nicht nur wen man ältere iPhone-Kamerasysteme mit dem Kamerasystem des iPhone XS vergleicht, erkennt man Unterschiede. Auch im direkten Vergleich knipst das iPhone XS Max bessere Fotos – ohne wenn und aber. Ob dies allerdings ausreicht, um den Besitzer eines iPhone X zum Upgrade zu bewegen, bezweifeln wird. Klar, es wird Nutzer geben, die vom iPhone X zum iPhone XS (Max). Aber es wird nicht die Mehrheit sein.

Apple verbaut beim iPhone XS Max unter anderem einen neuen, größeren Bildsensor, der dafür sorgt, dass 50 Prozent mehr Licht auf diesen fällt. Dies wiederum sorgt für eine bessere Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen. Dies konnten wir in unserem iPhone XS Max Test deutlich feststellen. Stellt man Bilder mit schlechten Lichtverhältnissen gegenüber, so erkannt man den deutlichen Unterschied.

Der A12 ist das Herzstück der Fotografie. Funktionen wie erweiterte Tiefen-Segmentierung unter Verwendung der Neural Engine, Smart HDR zur Erstellung von Fotos mit hohem Dynamikumfang und großartigen Bilddetails, verbesserte Bokeh-Qualität bei Fotos im Porträtmodus und dynamische Schärfentiefe, die in der Fotos App vom Nutzer eingestellt werden kann, sind allesamt enorme Verbesserungen. Ohne großartige Fotokenntnisse, kann dies von allen Anwendern genutzt werden.

Das Dual-Kamerasystem ist dank Smart HDR nun in der Lage, mehr Details in die hellen Bereiche und in die Schatten zu bringen, in denen dies bisher nicht möglich war. Auch dies zeigt sich, wenn man die Fotos des iPhone X und iPhone XS (Max) direkt miteinander vergleich. In der Regel sind das Fotos, auf denen Licht und Schatten gleichermaßen festgehalten wird. Die Schattenbereiche sind besser belichtet und die sonnigen Passagen auf den Fotos sind nicht so massiv überbelichtet, dass man keine Details mehr erkennen kann.

Bei Videoaufnahmen setzt das iPhone XS (Max) nun auf einen erweiterten Dynamikbereich. Damit ist das Gerät in der Lage, mehr Details in die hellen Bereiche im Videomodi zu bringen.

Mit dem iPhone XS und XS Max aufgenommene Porträts zeigen jetzt einen raffinierteren und Nuancen-reicheren Bokeh-Effekt und bietet eine völlig neue Tiefen-Kontrolle, um die Hintergrundunschärfe auch nach der Aufnahme anpassen zu können. Mit iOS 12.1 (das Update erwarten wir für Ende Oktober / Anfang November) wird es zudem möglich sein, die Tiefenschärfe direkt beim Fotografieren anzupassen.

Auch bei Panoramaaufnahmen gibt es eine Verbesserung. Das Tone Mapping ist bei Panoramaaufnahmen nicht mehr fixiert. Dies bedeutet, dass während der Panoramaaufnahme beim Schwenk von einem hellen in einen dunklen Bereich die Kamera die Aufnahmen anpassen kann.

Eine weitere Verbesserung liegt in der Stereoaufnahme bei Videoaufnahmen. Dieser Effekt wird zum Beispiel bei der Aufnahme eines Autorennens deutlich, wenn die Boliden von links nach rechts an einem vorbeifahren.

Beim iPhone X haben wir mehrfach festgestellt, dass das Gerät Probleme bei Selfies hatte, wenn das Umgebungslicht zu hell war. Im Urlaub, wenn die Sonne für zu viel Licht sorgte, haben wir es ein paar mal erlebt, dass der Selfie-Porträtmodus streikte. Stattdessen sah man den Hinweis, dass die Umgebung zu hell sei. Dieses „Problem“ scheint nun behoben. Zumindest geht die TrueDepth-Kamera damit nun problemlos um. 

Wenn wir schon bei der Frontkamera des iPhone XS Max sind. Diese bietet ab sofort einen erweiterten Dynmamikbereich für Videos bei 30fps und eine cinematic Videostabilisierung bei 1080p und 720p.

Wir haben euch hier im Artikel zahlreiche Fotos eingebunden, um euch einen guten Einblick zu geben, welche Möglichkeiten die iPhone XS Max Kamera bietet.

Akkulaufzeit

Blicken wir auf die Akkulaufzeit. Apple spricht im Bezug auf das iPhone XS Max davon, dass dieser 1,5 Stunden länger als beim iPhone X hält. Beim iPhone XS ist die Rede von 30 Minuten. Blicken wir noch auf die Details rund um das iPhone XS Max. Apple spricht von einer drahtlosen Sprachdauer von bis zu 25 Stunden (iPhone X: bis zu 21 Stunden), einer Internetnutzung von bis zu 13 Stunden (iPhone X: bis zu 12 Stunden), einer drahtlosen Videowiedergabe von bis zu 15 Stunden (iPhone X: bis zu 13 Stunden) und einer drahtlosen Audiowiedergabe von bis zu 65 Stunden (iPhone X: bis zu 60 Stunden).

Diese Werte sind im täglichen Gebrauch schwer einzuschätzen, da man sein iPhone von Tag zu Tag unterschiedlich einsetzt und nie z.B. 15 Stunden am Stück Videos guckt. Allerdings nutzt man sein iPhone täglich auf identische Art und Weise. Setzt man dies als subjektiven Maßstab an, so lässt sich in jedem Fall festhalten, dass das iPhone XS Max länger durchhält als das iPhone X. Abends hat man mehr Akkulaufzeit übrig als mit dem iPhone X zuvor. Ob dies nun allerdings 60, 90 oder 120 Minuten sind, sie mal dahingestellt.

Sonstiges

Welche Veränderungen sind uns sonst in den letzten Tagen aufgefallen? Es lässt feststellen, dass das Touch Display mit nassen Fingern besser reagiert. Bisher war es immer ein wenig „tricky“ das iPhone Display mit nassen Fingern zu bedienen. Uns gegenüber gab Apple zu verstehen, dass man den Algorithmus bei den Multi-Touch-Displays verbessern könnte, so dass diese bei der Nutzung mit nassen Fingern präziser funktionieren. Dies wird man zum Beispiel beim nächsten Regenschauer oder am Pool zu spüren bekommen. Wir können festhalten, dass dies in der Tat der Fall ist. Allerdings ist die Bedienung mit nassen Fingern nach wie vor nicht optimal.

Apple bewirbt für die neuen Geräte zudem Gigabit fähiges LTE. Hier muss natürlich nicht nur das iPhone mitspielen, sondern auch euer Mobilfunkanbieter. In unserem täglichen Gebrauch können wir hier keinen Unterschied merken.

Fazit

iPhone XS und iPhone XS Max sind zweifelsfrei sehr gute Geräte. Mit dem iPhone X im letzten Jahr hat Apple die Marschrichtung für das iPhone für die kommenden Jahre vorgegeben. Erfreulicherweise bietet der Hersteller in diesem Jahr das XS-Modell in zwei unterschiedlichen Größen an. Zu welcher Größe man dabei tendiert, ist sicherlich Geschmacksache. Kunden, die bisher ein Plus-Modell genutzt haben, werden vermutlich zum Max-Modell greifen.

Die Abmessungen der Geräte (Plus vs. Max) sind nahezu identisch. Dafür bringt das iPhone XS Max ein deutlich größeres Display mit. Das iPhone XS Max ist einen Hauch schmaler. Es mag Einbildung sein, aber es liegt minimal besser in der Hand.

Der Hersteller aus Cupertino hat mit dem iPhone XS und iPhone XS Max die Smartphone-Welt nicht neu erfunden. Allerdings wurde ein bereits sehr gutes iPhone X noch einmal an nahezu allen Fronten verbessert. Schnellerer Prozessor, leistungsfähigeres Kamerasystem, verbessertes OLED-Display, schnelleres Face ID, IP68, schnellerer LTE-Chip, schnelleres drahtloses Laden und mehr.

User, die bereits ein iPhone X besitzen, brauchen sicherlich nicht zum iPhone XS upgraden. Da ist vermutlich – wenn überhaupt – das iPhone XS Max interessant. Für Besitzer eines iPhone 7 (Plus) stellen iPhone XS und iPhone XS Max eine attraktive Upgrade-Möglichkeit dar.

Sprechen wir noch kurz über den Preis. iPhone XS und iPhone XS kosten 1000 Euro und mehr. Sicherlich kein Pappenstiel. Wenn man allerdings überlegt, dass für viele Nutzer, ein Smartphone der tägliche Begleiter ist, mit dem man allerhand Zeit verbringt und dieses Vielseitig einsetzen kann, so relativiert sich das Ganze. Das iPhone vereint Telefon, Fotokamera, Internetgerät, iPod etc. in einem Gerät. Wenn man noch berücksichtigt, dass man das iPhone XS und iPhone XS Max rund zwei bis drei Jahre nutzt und man anschließend das Gerät wieder verkaufen kann, so relativiert sich der Preis ein weiteres Mal. Nicht falsch verstehen: Die Geräte kosten allerhand Geld, dafür bekommt man allerdings ein hochwertiges Stück Technik, welches einen die kommenden Jahre begleitet.

Solltet ihr zu der Entscheidung kommen, dass ihr die ein oder andere Funktion des iPhone XS (Max) nicht benötigt und euch das Gerät etwas zu teuer ist, so könnte das iPhone XR eine echte Alternative darstellen. Das iPhone XR bietet allerhand, allerdings nicht alle Funktionen des iPhone XS. Gleichzeitig ist es preislich attraktiver. iPhone XR kommt Ende Oktober auf den Markt.

Preis & Verfügbarkeit

Apple bietet sowohl das iPhone XS und iPhone XS Max in den Größen 64GB, 256GB und 512GB sowie den Farben Spacegrau, Silber und Gold an. Das iPhone XS startet bei 1149 Euro, beim iPhone XS Max geht es bei 1249 Euro los. Für die jeweils nächste Speichergröße werden 170 Euro fällig. Das iPhone XS (Max) könnt ihr im Apple Online Store sowie die Telekom, o2 und Vodafone bestellen. Die Verfügbarkeit ist stark abhängig vom jeweiligen Anbieter und vom einzelnen Gerät. Am besten guckt ihr euch die Verfügbarkeit auf der jeweiligen Webseite an.

Kategorie: iPhone

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1 Kommentare

  • Sven77

    Danke für den guten iPhone XS Testbericht. Ich bin vom iPhone 7 auf das iPhone XS umgestiegen und die Erkenntnisse decken sich größtenteils mit eurem Review. Die Fotos der Kamera sind wirklich klasse.

    08. Okt 2018 | 7:03 Uhr | Kommentieren

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