Donald Trump beschwert sich über fehlende Hintertür im iPhone

| 8:45 Uhr | 3 Kommentare

Erst gestern hatten wir darüber berichtet, dass US-Generalstaatsanwalt William Barr in einem aktuellen Strafverfahren Apple dazu aufgefordert hat, das iPhone eines Mörders zu entsperren. Nun mischt sich US-Präsident Donald Trump in die Diskussion ein.

Trump beschwert sich über Apple

Barr forderte Apple nicht nur auf, das iPhones eines Mörders zu entsperren, er beschwerte sich auch, dass Apple bisher keine „substantielle Unterstützung“ für die Untersuchung bereitgestellt habe. Der iPhone-Hersteller gab hingegen zu Protokoll, dass man mit dem FBI zusammenarbeite und die Ermittler mit allen vorliegenden Informationen versorgt.

Die öffentliche Anfrage von William Barr folgt einer ähnlichen Forderung des FBI. Auch hier wurde Apple gebeten, die betroffenen iPhones zu entsperren. Die Geräte gehörten dem saudi-arabischen Soldaten Mohammed Saeed Alshamrani, der im Dezember 2019 auf dem Marinefliegerstützpunkt Pensacola drei Menschen getötet hat.

Nun meldet sich US-Präsident Donald Trump in die Diskussion ein. Dieser twitterte

Wir helfen Apple die ganze Zeit bei ihren Handelsangelegenheiten und so vielen anderen Problemen, und dennoch lehnen sie es ab, Telefone freizuschalten, die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen verwendet werden. Sie müssen umdenken und dabei helfen unser Land wieder großartig zu machen, jetzt. Make America Great Again.

In einem ausgiebigen Statement seitens Apple heißt es

Wir waren am Boden zerstört, als wir am 6. Dezember von dem tragischen Terroranschlag auf Angehörige der US-Streitkräfte auf der Naval Air Station in Pensacola, Florida, erfuhren. Wir haben den größten Respekt vor den Strafverfolgungsbehörden und arbeiten regelmäßig mit der Polizei im ganzen Land bei ihren Ermittlungen zusammen. Wenn die Strafverfolgung unsere Unterstützung anfordert, arbeiten unsere Teams rund um die Uhr, um ihnen die Informationen zukommen zu lassen, die wir haben. 

Wir lehnen die Feststellung ab, dass Apple bei der Untersuchung von Pensacola keine substanzielle Unterstützung geleistet hat. Unsere Antworten auf ihre zahlreichen Anfragen seit dem Angriff waren aktuell, gründlich und dauern an. 

Innerhalb weniger Stunden nach der ersten Anfrage des FBI am 6. Dezember haben wir eine Vielzahl von Informationen im Zusammenhang mit der Untersuchung vorgelegt. Vom 7. bis 14. Dezember erhielten wir sechs weitere rechtliche Anfragen und stellten daraufhin Informationen zur Verfügung, darunter „iCloud“ -Sicherungen, Kontoinformationen und Transaktionsdaten für mehrere Konten. 

Wir antworteten auf jede Anfrage umgehend, oft innerhalb weniger Stunden, und teilten Informationen mit den FBI-Büros in Jacksonville, Pensacola und New York. Die Abfragen ergaben viele Gigabyte an Informationen, die wir an die Ermittler weitergaben. In jedem Fall antworteten wir mit allen Informationen, die wir hatten. 

Das FBI teilte uns erst am 6. Januar mit, dass sie zusätzliche Hilfe benötigten – einen Monat nach dem Angriff. Erst dann erfuhren wir von der Existenz eines zweiten „iPhone“ im Zusammenhang mit der Untersuchung und der Unfähigkeit des FBI, auf eines der „iPhone“ zuzugreifen. Erst am 8. Januar erhielten wir eine Vorladung für Informationen zum zweiten „iPhone“, auf die wir innerhalb weniger Stunden antworteten. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme ist entscheidend, um auf Informationen zugreifen und zusätzliche Optionen finden zu können. 

Wir arbeiten weiterhin mit dem FBI zusammen, und unsere Ingenieurteams hatten kürzlich einen Anruf, um zusätzliche technische Hilfe zu leisten. Apple hat großen Respekt vor der Arbeit des Präsidiums und wir werden unermüdlich daran arbeiten, diesen tragischen Angriff auf unser Land zu untersuchen. 

Wir haben immer betont, es gäbe keine Hintertür nur für die Guten. Hintertüren können auch von Personen ausgenutzt werden, die unsere nationale Sicherheit und die Datensicherheit unserer Kunden gefährden. Heutzutage haben Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf mehr Daten als jemals zuvor in der Geschichte, sodass die Amerikaner nicht zwischen der Schwächung der Verschlüsselung und der Lösung von Ermittlungen wählen müssen. Wir sind der Ansicht, dass Verschlüsselung für den Schutz unseres Landes und der Daten unserer Benutzer von entscheidender Bedeutung ist.

Der aktuelle Streit zwischen Apple und der US-Regierung erinnert an einen Vorfall aus 2016. Apple wurde von einem Bundesrichter angewiesen, das iPhone des San Bernardino-Schützen Syed Farook freizuschalten. Schon damals betonte Apple, dass es keine Hintertür gibt. Die solche würde keinen Sinn ergeben, dass es die Sicherheit schwächt und neue Gefahren hervorbringt.

Auch ohne Apples Hilfe könnte es dem FBI gelingen an die Daten des iPhone 5 und iPhone 7, welche Alshamrani zuzuordnen sind, zu gelangen. Firmen, wie z.B. Cellebrite, haben sich darauf spezialisiert, iPhone zu entschlüsseln. So könnten auch diese beiden Geräte entsperrt werden.

Kategorie: iPhone

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3 Kommentare

  • T/r

    Herr Trump sollte erstmal seine Steuererklärung offenlegen bevor er was von. anderen verlangt ! Vorbild sein!

    15. Jan 2020 | 10:19 Uhr | Kommentieren
    • Gast

      und……
      Herr Trump sollte sich im klaren sein das man dann auch
      sein iPhone hacken kann , ob er das wirklich will?

      15. Jan 2020 | 15:45 Uhr | Kommentieren
  • S1

    Beste PR für Apple. Wenn ich Apple wäre, würde ich Politiker dafür bezahlen, dass sie sich darüber öffentlich beschweren. Ob dann schlussendlich doch ne Sicherheitslücke drin ist oder nicht…. so what! 😀

    15. Jan 2020 | 13:57 Uhr | Kommentieren

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