Neue WhatsApp Nutzungsbedingungen: Nutzer wandern zu Signal und Threema ab

| 7:18 Uhr | 6 Kommentare

WhatsApp hat bekanntlich seine Nutzungsbedingungen überarbeitet und zwingt seine Nutzer diese bis zum 8. Februar abzunicken. Da man hiermit auch der Weitergabe von Daten an Facebook zustimmt, war der Unmut groß. Wie wir bereits berichtet haben, werden keine Änderungen an den WhatsApp-Praktiken für den Datenaustausch in Europa vorgenommen. Dennoch hat der Vorstoß von WhatsApp bzw. Facebook Folgen. So vermelden andere Messenger wie Signal und Threema einen großen Zuwachs von neuen Nutzern.

Des einen Leid des anderen Freud

Anfang der Woche machte in WhatsApp ein Pop-up Hunderte Millionen Menschen darauf aufmerksam, dass bald Facebook Zugriff auf gewisse WhatsApp-Nutzerdaten haben wird. Dass der mit Abstand verbreitetste Messenger dann auch noch eine Deadline bis zum 8. Februar gab, bis der man den neuen Bedingungen zustimmen muss, machte die ohnehin nicht gute Stimmung noch gereizter. Als Reaktion liest man derzeit in den sozialen Medien, dass Nutzer in Zukunft auf WhatsApp einfach komplett verzichten wollen. Ein regelrechter Ansturm bei anderen Diensten wie Signal und Threema sind die Folge der Unzufriedenheit.

Die bereits im Jahr 2015 von Edward Snowden empfohlene Open-Source-Lösung Signal kämpft derzeit sogar mit einem so großen Zuwachs von neuen Nutzern, dass die Zustellung der Verifizeriungs-SMS in vielen Fällen einige Stunden dauert. Die App kann laut Experten alles, was WhatsApp auszeichnet, dabei sammelt sie nur die nötigsten Daten.

‎Signal – Sicherer Messenger
‎Signal – Sicherer Messenger

In einer Pressemeldung freut sich auch Threema über die Bereitschaft der Nutzer, auf Alternativen zu setzen. So gibt der Instant-Messaging-Dienst an, dass es seit Freitagmorgen eine Vervielfachung der täglichen Download-Zahlen gab. In den App-Stores in Deutschland, Schweiz und Österreich ist Threema auf Platz 1 der App-Charts der Bezahl-Apps.

‎Threema. Sicherer Messenger
‎Threema. Sicherer Messenger
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €

Kategorie: App Store

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6 Kommentare

  • Der Geist

    Und nach ein paar Tagen/Wochen kehren sie wieder zurück. Ich hab ein Deja Vu 😂

    11. Jan 2021 | 12:34 Uhr | Kommentieren
  • ole78

    In den AppStore-Charts ist Telegram nach Signal auf Platz 2.
    Warum wird dieser weit verbreitete Messenger mal wieder abseits gestellt?
    Entweder er ist das „Sammelbecken für Nazis und Verschwörungstheoretiker“ oder er wird, wie in diesem Artikel, gleich gar nicht erwähnt. Dabei hat Telegram mehr Nutzer als das US-amerikanische Signal.
    Hört auf mit dem Scheiß! Wir haben schon genug Zensur!

    11. Jan 2021 | 14:27 Uhr | Kommentieren
    • maen

      Telegram (so sehr ich ihn auch mag) ist was Datenschutz angeht aber wirklich ein Graus. Kannst ja mal recherchieren 😉

      11. Jan 2021 | 14:41 Uhr | Kommentieren
      • ole

        Bei Telegram sind viele Sicherheitsfeatures optional und müssen erst aktiviert bzw. unterbunden werden. Nutzt man diese Möglichkeiten, dann kann man hier nicht von einem datenschutzrechtlichen Graus sprechen. Gerade weil es ja im Moment wegen WhatsApp genau um diesen Punkt geht, wäre es unfair, Telegram so darzustellen. Standardmäßig haben die Komfortfunktionen Vorrang. Aber wie gesagt, schaltet man die ab, ist es durchaus ein sehr sicherer Messenger. Bei Signal finde ich es schon mal sehr unangenehm, dass die Daten auf amerikanischen Servern liegen. Die haben dort ein anderes Datenschutzrecht. Telegramm verteilt das auf etliche Server an unterschiedlichsten Standorten in der Welt.

        Wie auch immer, befasst man sich ausführlich damit, dann ist Telegram durchaus eine sichere und brauchbare Alternative. Besonders, weil sie nicht in einem Land/Staat lokalisiert ist.

        Einziger tatsächliche Wermutstropfen und Knackpunkt im Moment: Gruppen-Chats sind nicht Ende zu Ende verschlüsselt. Zwar zwischen den Usern und den Servern und auch die gespeicherten Daten auf den Servern aber nicht direkt zwischen dem User und dem User. Da müssen Sie noch dran arbeiten. Da ich aber in keiner Gruppe bin, ist mir das erst mal nicht ganz so wichtig.

        Ich habe heute auf rtl.de einen Vergleich zwischen Threema, Telegram und Signal gelesen. Natürlich hackte man wieder auf Telegram rum. Die Kanäle und die Meinungsvielfalt sind den Regierungen ein Dorn im Auge. Da hat RTL auch ganz einfach mal komplett falsche Informationen gegeben. Vielleicht hatten die Autoren auch einfach keine Ahnung? Kann ich mir aber schwer vorstellen.

        11. Jan 2021 | 17:21 Uhr | Kommentieren
        • maen

          k.A. ob ich hier einen Link einfügen darf. Ich versuch es mal. Da werden die Probleme von Telegram mal deutlich: https://www.heise.de/hintergrund/Telegram-Chat-der-sichere-Datenschutz-Albtraum-eine-Analyse-und-ein-Kommentar-4965774.html – aber am Ende muß es jeder selber wissen. Ich nutze auch Telegram. Hauptsächlich aufgrund der Tatsache, dass sich dort sehr einfach Benachrichtigungs-Bots erstellen lassen. Allerdings nicht als standard Messenger im eigentlichen Sinne.

          11. Jan 2021 | 21:53 Uhr | Kommentieren
          • ole

            Danke für den Link!
            Wie ich auch schon sagte, schreibt der Autor, dass die genannten „Sicherheitslücken“ nicht bei den Ende-zu-Ende verschlüsselten Chats vorhanden sind. Er meint aber, dass das niemand wüsste… Für wie doof hält der seine Leser oder die Nutzer von Telegram eigentlich? Wenn ich einen neuen Chat beginne, wird mir der geheime Chat sogar als erstes vorgeschlagen! Also nix versteckt.

            Wer also auf die Komfortfunktionen verzichten kann, der hat mit Telegram auch einen sicheren Messenger. Diese Komfortfunktionen haben die Konkurrenten, vermutlich aus Sicherheitsgründen, gar nicht zu bieten. Ist jedem selbst überlassen, ob er mehr auf Komfort oder auf Sicherheit setzt. Das Preisgeld von 300.000 Dollar für´s Knacken des Systems hat vor ein paar Jahren übrigens niemand eingestrichen. Es hat einfach niemand geschafft, in das System einzudringen.

            Und wenn ich nicht will, dass die Daten (übrigens verschlüsselt) auf den Telegram-Servern liegen, dass benutze ich eben den „geheimen Chat“.

            Dieser Heise-Artikel kam aber in einer Novemberwoche, in der plötzlich alle nicht gleichgeschalteten Medien auf Telegram herumhackten. Was die Regierungen und deren Propagandaorgane am meisten verteufeln, das ist i.d.R. am besten für „uns“ geeignet.

            12. Jan 2021 | 15:05 Uhr |

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