Apple vs. Epic Games: Gerichtsunterlagen zeigen, warum es kein iMessage für Android gibt

| 17:10 Uhr | 5 Kommentare

Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games ermöglicht uns einige interessante Einblicke in die Unternehmen. Nachdem wir gerade erst erfahren haben, dass Epic Games schon lange plant, Apple und Google eins auszuwischen, damit man die Store-Gebühren sparen kann, kommt nun ein „Geheimnis“ hinter iMessage ans Licht, das zeigt, wie Apple seinen Messenger einsetzt, um seine Kunden zu binden.

Fotocredit: Apple

iMessage als Verkaufsargument

Zugegeben, was Epic Games hier vor Gericht vorlegt ist kein echtes Geheimnis, dennoch erhofft sich der Entwickler mit der neuesten Entdeckung einen Vorteil im Rechtsstreit mit Apple zu erlangen. Wie jedes Unternehmen, versucht auch Apple seine Kunden zu halten. Apple weiß beispielsweise ganz klar, welche Macht iMessage haben kann, um Nutzer an seine Plattformen zu binden. Offiziell will Epic Games vor Gericht beweisen, dass Apple seine Marktmacht ausnutzt und ein Monopol im App Store aufgebaut hat, auch wenn Experten vermuten, dass der Entwickler lediglich seine App-Store-Gebühren sparen will.

Neue Gerichtsunterlagen, die Epic Games in dem laufenden Rechtsstreit eingereicht hat, zeigen nun, wie Apple-Führungskräfte ihre Entscheidung, keine Version von iMessage für Android zu entwickeln, begründet haben.

Epic Games argumentiert, dass Apple bewusst versucht, Kunden an sein Ökosystem von Geräten zu binden, und dass iMessage einer der Schlüsseldienste hierfür ist. Epic Games zitiert Kommentare von Apples „Senior Vice President of Internet Software and Services“ Eddie Cue, „Senior Vice President of Software Engineering“ Craig Federighi und „Apple Fellow“ Phil Schiller, um sein Argument zu untermauern.

Hierbei zeigt sich, dass sich Apple bereits im Jahr 2013 dazu entschieden hat, iMessage nicht für Android zu entwickeln, nachdem der Messaging-Dienst mit iOS 5 im Jahr 2011 eingeführt wurde. Cue zufolge hätte Apple eine Version für Android machen können, die mit iOS kompatibel ist, so dass „Nutzer beider Plattformen in der Lage gewesen wären, nahtlos Nachrichten miteinander auszutauschen.“ Allerdings warfen andere Apple-Manager, darunter Federighi und Schiller, diesbezüglich ihre Bedenken ein. So würde die plattformübergreifende Umsetzung dafür sorgen, dass Nutzer womöglich zu Android wechseln. Laut Schiller würde iMessage auf Android Apple „mehr schaden als helfen“.

Apple nutzt also seine eigenen Produkte, um seine Geräte zu verkaufen bzw. Kunden zu halten. Auch wenn iMessage unter Apple-Nutzern beliebt ist, so ist die Auswahl an Instant-Messengern bekanntlich groß, wobei WhatsApp und der Facebook Messenger zweifelsohne zu den erfolgreichsten Chat-Apps gehören. Ob Epic Games mit solchen Unterlagen tatsächlich seine Vorwürfe beweisen kann, muss das Gericht in Kalifornien ab dem 3. Mai entscheiden.

Kategorie: Apple

Tags: , ,

5 Kommentare

  • R.S.

    Trotzdem im Nachhinein kurzsichtig. Und schade! Niemand bleibt bei Apple wegen iMessage….auch nicht in den USA. Wünsche mir (wie viele andere auch) mal ne echte Konkurrenz zu WhatsApp…. das wäre es gewesen

    09. Apr 2021 | 18:55 Uhr | Kommentieren
  • Mario

    Apple versucht mit seinen Produkten Kunden zu binden?? OMG, wie böse von Apple und jedem anderem Hersteller! Immerhin kann ich mein iPhone auch nutzen, ohne noch mehr geld in eigentlichen „Content“ zu stecken

    09. Apr 2021 | 19:20 Uhr | Kommentieren
  • Gast1

    R.S.
    iMassage müsste um an WA auch nur in die Nähe zu
    kommen viel dazulernen.
    Ich glaube es ist gut so wie es ist mit WA ist man
    eigentlich gut dabei wenn da nicht der Datenklau
    wäre , hier könnte Apple so viel rausholen wenn sie
    richtig gas geben. Eventuell findet ja jetzt ein
    umdenken statt , wo die Firma so riesig geworden ist.
    Ein iMassage wie WA ohne die Datenkrake Facebook
    wäre schon toll.

    09. Apr 2021 | 20:11 Uhr | Kommentieren
  • Mikesch

    Ach so, und der Epicstore lockt nicht mit exklusiven Titeln um Kunden an sich zu binden. Aber das ist ja was ganz anderes. Und das man Kindern bei Fortnite für nutzlose Gimmiks das Taschengeld abzieht, ist auch gar kein Problem.

    09. Apr 2021 | 21:00 Uhr | Kommentieren
  • Matthias

    Ich kann mich dunkel an einen Artikel erinnern in dem gesagt wurde dass Apple um 2010 bei Mobilfunkanbietern und Hardwareherstellern angefragt hat ob man sich zusammentun möchte um eine „sms 2.0“ zu entwickeln.
    Damals gab es keine sms-Flats und WhatsApp, da wurde noch Gewinn generiert mit SMS und MMS. Aufgrund des Desinteresses hat Apple iMessage allein entwickelt.

    10. Apr 2021 | 9:44 Uhr | Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.