Epic vs. Apple: Epic will Urteil zum App Store-Kartellverfahren kippen

| 21:44 Uhr | 1 Kommentar

Die Berufung von Epic Games gegen das Urteil in seinem Rechtsstreit mit Apple hat heute offiziell begonnen. In einer neuen Einreichung beim United States Court of Appeals for the Ninth Circuit fordert Epic das Gericht auf, das ursprüngliche Urteil zu revidieren. Das Unternehmen argumentiert, dass Richterin Yvonne Gonzalez Rogers mit ihrer Entscheidung, dass der App Store und seine Richtlinien nicht gegen das Kartellrecht verstoßen, „falsch“ lag.

Epic wirft Richterin zu viele Fehler vor

Zur Erinnerung: Sowohl Apple als auch Epic Games gehen gegen das Urteil von Richterin Rogers in Berufung. Die ursprüngliche Entscheidung von Rogers verlangte, dass Apple seine App Store-Richtlinien so anpasst, dass Entwickler auf Zahlungsoptionen von Drittanbietern verweisen können. Die Richterin entschied zudem, dass Apple kein Monopol auf dem fraglichen Markt hat. Damit war Epic mit seinem Versuch gescheitert, Apple zu zwingen, einen App Store für Drittanbieter unter iOS zuzulassen. Apple gefällt hingegen nicht, dass die Richtlinien bezüglich der Zahlungsbedingungen angepasst werden müssen.

In dem von Epics Anwälten eingereichten Schriftsatz wird nun behauptet, dass Epic seinen Fall angemessen dargelegt hat und Richterin Roberts die Beweise und Zeugenaussagen „falsch“ interpretiert hat. Darüber hinaus widersprach der Spieleentwickler der Haltung der Richterin bezüglich der Marktmacht von Apple und behauptete, dass das Unternehmen über „reichlich wirtschaftliche Macht“ verfüge, um Entwickler zu zwingen, sich seinem Willen zu beugen.

In dem Berufungsantrag wird behauptet, dass „Apple seine Monopole auf den Märkten für den Vertrieb von iOS-Apps und In-App-Zahlungslösungen unrechtmäßig aufrechterhält, indem das Unternehmen ausdrücklich alle Konkurrenten ausschließt“. Während der Verhandlung hat Richterin Roberts den Markt jedoch nicht so definiert, wie Epic es hier tut. Angesichts des Urteils und früherer Präzedenzfälle in ähnlichen Angelegenheiten ist nicht ersichtlich, warum sich Epic in seinem Berufungsantrag auf seine Definition stützt.

Epic hält sich in seinen Aussagen nicht zurück und geht erneut in die Offensive. So fordert das Unternehmen eine vollständige Wiederaufnahme des Verfahrens mit spezifischen Anweisungen des Berufungsgerichts, wie es die Angelegenheit nach den Vorstellungen von Epic zu beurteilen hat.

In der Klageschrift heißt es, dass, wenn das Urteil nicht aufgehoben wird, „diese Entscheidung etablierte Grundsätze des Kartellrechts umstoßen […] würde“. So wie es aussieht, müssten die etablierten Prinzipien des Kartellrechts, wie sie sich bisher auf App Stores beziehen, neu geschrieben werden, um Epics Definition zu entsprechen.

(via Bloomberg)

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1 Kommentare

  • Danlow

    Wie wäre es, wenn man die Apple-Nutzer einfach fragt, ob sie sich ein offenes Ökosystem inklusive App-Stores von Drittanbietern wünschen. Ich glaube, dass dies zum überwiegenden Teil zugunsten der Sicherheit nicht gewünscht wird!

    21. Jan 2022 | 11:18 Uhr | Kommentieren

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