Apple Silicon: Chip-Guru Johny Srouji spricht über Apples Chip-Revolution

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In einem Interview spricht Johny Srouji, Senior Vice President für Hardware-Technologien bei Apple, über die Umstellung auf Apple Silicon beim Mac. Der Sprung von Intel-CPUs auf hauseigene SoCs (System on a Chip) stellte Apple vor einige Herausforderungen, die es inmitten einer globalen Gesundheitskrise zu bewältigen galt. Wie Srouji und sein Team diese Herausforderungen gemeistert hat, erklärt er nun in dem Interview.

Fotocredit: Apple

Eine der wichtigsten Abteilungen bei Apple

Johny Srouji ist häufig auf Apple-Events zu sehen, wenn es um die neuesten Chips für iPhone, iPad und Mac geht. Interviews gibt er jedoch nur selten, weswegen das Gespräch mit dem Wall Street Journal einen interessanten Einblick in das Leben und die Arbeit von Srouji gibt.

Srouji kam 2008 zu Apple und wurde mit der Leitung der Entwicklung von Chips für das iPhone betraut. In Jahr 2015 wurde Srouji Mitglied der Unternehmensleitung und berichtet seitdem direkt an CEO Tim Cook. Durch seine Arbeit als Leiter des Teams, das die Chips für alle Apple-Produkte herstellt, wuchs der Einfluss und die Bedeutung von Sroujis Team in der Produktentwicklung bei Apple im Laufe der Jahre erheblich.

Eine große Herausforderung

Sroujis Team bestand anfangs aus etwa 45 Ingenieuren, heute sind es über 1000, die über die ganze Welt verteilt sind. Eine Herausforderung, die sich die Abteilung in einer wichtigen Phase der Entwicklung stellen musste, war die globale Gesundheitskrise, die dazu führte, dass Remote-Arbeit zur Norm wurde. Wie Srouji erklärt, war sein Team jedoch bestens gerüstet, für diese Aufgabe.

„Was ich im Leben gelernt habe: Man muss über all die Dinge nachdenken, die man kontrollieren kann, und dann muss man flexibel und anpassungsfähig und stark genug sein, um damit umzugehen, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen“, erinnert sich Srouji. „Covid war ein Beispiel dafür.“

Als die globale Gesundheitskrise begann, war Apple gerade dabei, den M1-Chip zu validieren, den ersten Apple Silicon-Chip für den Mac. Der Validierungsprozess umfasst die sorgfältige Prüfung der Chips, ihrer Transistoren und aller Komponenten. Da dies unter den gegebenen Umständen nicht möglich war, musste das Team von Srouji in den Labors Kameras aufstellen, mit denen sie die Chips aus der Ferne überprüfen konnten.

Teilweise konnte der Betrieb so nahtlos umgestellt werden, weil das Team von Srouji über den ganzen Globus verteilt ist und bereits daran gewöhnt war, über Videoanrufe zusammenzuarbeiten, während sie die Arbeit an weit entfernten Orten wie San Diego und München koordinieren – zwei Orte, an denen das Unternehmen Milliarden investiert, um in die Entwicklung von Chips für seine drahtlosen Technologien zu expandieren.

Ein Chip für alle Macs

Eine weitere technische Herausforderung, mit der Sroujis Team konfrontiert war, bestand darin, Apple Silicon Chips für den Mac zu entwickeln, die auf die breite Palette von Mac-Produkten zugeschnitten sind, vom Einsteiger MacBook Air bis zum Mac Pro der obersten Preisklasse.

Gemeistert wurde dies durch eine abgestimmte Zusammenarbeit der Teams. Während die Hardware-Ingenieure von Apple versuchten, die Chips so effizient wie möglich für ihre speziellen Bedürfnisse zu entwickeln, stimmten die Software-Designer des Unternehmens die Computer auf die Spezifikationen ab, die sie am meisten wünschten, wie z. B. flüssige Videospielgrafik.

„In erster Linie geht es darum, ob wir bessere Produkte liefern können“, sagt Srouji über die Problematik. „Das ist die Frage Nr. 1. Es geht nicht um den Chip. Apple ist kein Chip-Hersteller.“

Als Nächstes müsse das Team herausfinden, ob es in der Lage sei, die Produkte zu liefern und auszuführen, während es gleichzeitig „die Muskeln aufbaue“, um mehr Produkte zu handhaben und vorherzusagen, wohin sich die Technologie entwickelt, erklärt Srouji. Apple müsse bei der Entwicklung von Komponenten für Produkte der nächsten Generation auf dem Laufenden bleiben und gleichzeitig Hunderte von Millionen Geräte pro Jahr produzieren.

„Ich mache das nicht nur einmal und dann ist Feierabend“, betont Srouji. „Das geht Jahr für Jahr, Jahr für Jahr so. Das ist ein enormer Aufwand.“

Hinter verschlossenen Türen ist Srouji dafür bekannt, harte Fakten einzufordern, mit dem Grundsatz, dass sich seine Meetings auf Probleme konzentrieren, nicht auf Erfolge“, heißt es in dem Bericht weiterhin.

Der neueste und leistungsstärkste Chip von Apple, der M1 Ultra, ist eine Kombination aus zwei M1 Max Chips. Der nächste Chip ist bereits in Planung. Über das, was wir in Zukunft noch von Apple erwarten können, bleibt Srouji im Interview jedoch wortkarg und sagt: „Ich werde über nichts davon sprechen.“

Kategorie: Mac

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